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Verfluchten, Die   

Verfluchten, Die
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Original: The Fall of the House of Usher   (USA, 1960)
Laufzeit: 78 Minuten (PAL)
Studio: MGM
Regie: Roger Corman
Darsteller: Vincent Price, Mark Damon, Myrna Fahey, Harry Ellerbe u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer
Preis: ca. 16 €
Wertung: 2-/ 4+/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Sie wird dieses Haus nicht lebend verlassen!"

Die klassische Geschichte von Edgar Allan Poe über den Verfall einer degenerierten Familie, der sich nicht nur auf sie selbst sondern auch auf ihre gesamte Umgebung überträgt, ist sicherlich der Inbegriff einer gotischen Horrorgeschichte. Man riecht förmlich den neblig feuchten Verfall in jeder Zeile dieser Geschichte. Diesen makabren Zauber versuchte Roger Corman 1960 mit “Die Verfluchten” auf die Leinwand zu bringen. Als Philip Winthrop (Mark Damon) nach einer langen Reise seine Angbetete Madeleine (Myrna Fahey) zu sich holen will, erfährt er von ihrem Bruder Roderick Usher (Vincent Price) schreckliche Dinge. Das Geschwisterpärchen leidet unter einem Familienfluch, der beide über kurz oder lang in den Wahnsinn treiben wird. Roderick selbst ist mit einer Hypersensibilität geschlagen - jeden Sinneseindruck nimmt er verstärkt war - während seine Schwester in einem katatonischen Zustand verweilt. Winthrop ist entsetzt und macht vor allem die bedrückende Atmosphäre im Haus der Ushers und auch Rodericks Besessenheit an dem Familienfluch dafür verantwortlich. Gemeinsam mit Madeleine will er aus dem düsteren, nebelumwallten Horror-Haus fliehen. Doch der Fluch schlägt schneller zu als allen Beteiligten lieb sein kann. Eigentlich hätte Corman ja zwei preiswerte Schwarz-Weiß Filme machen sollen, doch die Produktionsfirma gab ihm das O.K. aus dem kompletten Budget einen hochwertigen Cinemascope-Farbfilm zu machen. Das Resultat ist nicht weniger als absolut erstaunlich. Mit einem sicheren Auge für stilvolles Setdesign und einer leistungsfähigen Nebelmaschine erweckt Corman die Atmosphäre von Poes Geschichte zum Leben. Vincent Price geht zudem in der Rolle des ängstlichen wie besessenen Roderick Usher voll auf. Hinter seiner Fassade der Gebrechlichkeit blitzt immer noch die teuflische Ambition eines Fanatikers auf. Corman konzentriert sich hauptsächlich darauf, die Spannung und schreckliche Ahnung des Zuschauers zum makaberen Finale hin gnadenlos zu steigern. Als Archetyp des Gothic-Horrorfilm hat “Die Verfluchten” deshalb bis heute nichts von seinem düsteren Charme verloren. Diese erfolgreiche Premiere sollte für Roger Corman und Vincent Price der Auftakt zu einer Reihe von klassischen Poe-Verfilmungen werden, die sich bis heute ihren Kultstatus erhalten haben.

BILD

Verfluchten, Die

Die Vorlage zu dem anamorphen Widescreentransfer (2.35:1) ist noch in recht gutem Zustand. Trotzdem durchziehen den Film zahlreiche winzige weiße Dropouts und kleinste Spratzer. Dies wirkt allerdings an keiner Stelle des Films ablenkend oder auffällig störend. Schärfe und Kontrast bewegen sich auch noch im guten Bereich. Nur in Wideshots nimmt die Schärfe etwas ab. Dank der guten Qualität der Vorlage sind aber immer alle Details der wunderschönen Sets deutlich zu erkennen. Dabei hilft auch die sehr gute Farbe. Sehr kräftig aber nie überbetont kommt die farbliche Gestaltung dieses alten Farbfilms voll zur Geltung. Der Schwarzlevel ist ebenfalls sehr gut und wagt es nicht, auch nur eins der schaurig schönen Details aus dem Hause der Usher zu verschlucken. Trotz einer guten Kompression lassen sich im Hintergrund oft seichte, stehende Rauschmuster ausmachen. Diese werden aber nur von einem geübten Auge enttarnt. Insgesamt ein guter Transfer für einen über 40 Jahre alten B-Film.

TON

Verfluchten, Die

Der alte Monoton wurde hübsch vom lästigen Rauschen befreit und kann sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch überzeugen. Die Dialoge sind klar und deutlich vernehmbar. Auch die Geräusche und die Musik heben sich nicht zu sehr von der aufbereiteten Qualität ab. Sicherlich klingen einige Soundeffekte etwas veraltet, aber das passt hervorragend zur gesamten Stimmung des Films. Technische Fehler wie Knackser oder Brummen konnten nicht festgestellt werden. Surroundaktivitäten sind natürlich ebenfalls nicht vorhanden. Ein gut aufbereiter Monotrack, der das Alter des Films fast ein bisschen vergessen lässt.

EXTRAS

Leider muss der deutsche Käufer auf den schönen Audiokommentar von Roger Corman verzichten. Nur die US-DVD von MGM bietet dieses Schmankerl. Auf der deutschen DVD befindet sich nur der englische Kinotrailer. Ein echtes Versäumnis.

FAZIT

Dieser Klassiker gehört einfach in jede DVD-Sammlung. Auch wenn der Audiokommentar von Roger Corman der US-DVD vermisst wird, bietet die Scheibe eine gute Qualität zum niedrigen Preis. Also jetzt zugreifen, denn sonst seid ihr alle verflucht.....



Kay Pinno


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