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Hannibal Rising   (HD-DVD)

Hannibal Rising
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Original: Hannibal Rising   (USA, 2006)
Laufzeit: 131 Minuten (HD 1080p)
Studio: Universum
Regie: Peter Webber
Darsteller: Gaspard Ulliel, Gong Li, Rhys Ifans, Kevin McKidd, Dominic West u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.m.
Preis: ca. 33 €
Wertung: 1 / 2+/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Fader Aufstieg eines Kannibalen"

Autor Thomas Harris beging den Fehler, gleichzeitig Roman und Drehbuch zur Vorgeschichte seines Kannibalen Hannibal Lecter zu schreiben. Was als gelungene wie wichtige Episode zum Abtauchen in die Psyche von Hannibal Lecter in Harris vorangegangenem Roman „Hannibal“ begann, wird in seiner eigenen Fortsetzung zu einem schwachen Abklatsch einer Rachegeschichte ausgewalzt. „Hannibal Rising“ will dem Zuschauer die Geburtsstunde eines (uns wohl bekannten) Monsters präsentieren und scheitert an seiner Simplizität. Regisseur Peter Webber („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) liefert zu Harris ausgehöhltem Drehbuch zwar stimmungsvolle wie dreckige Bilder, aber kann weder das faszinierende Grauen seiner Vorgänger noch Hannibal Lecters Psyche auf die Leinwand bringen. Warum Hannibal Lecter zu dem gebildeten wie aristokratisch perfiden Psychopathen wird, eröffnet der Film dem Zuschauer nicht. Dennoch entpuppt sich wenigstens eine solide Rachegeschichte, die Lecter-Fans vielleicht zufrieden stellen könnte. Alles beginnt in den Wirren des Zweiten Weltkriegs an der Ostfront. Hannibals Familie flieht von ihrer Heimatburg in eine abgelegene Jagdhütte, um vor den Nazis in Sicherheit zu sein. Bei einem Fliegerangriff sterben die Eltern und der junge Hannibal und seine kleine Schwester bleiben allein zurück. Als eine Gruppe von hungrigen Söldnern (u.a. ein krasser Rhys Ifans) die Hütte findet, geht‘s den Kindern an den Kragen. Durch eine glückliche Flucht landet Hannibal Jahre später bei einer entfernten Tante in Paris. Lady Murasaki (Gong Li) schickt den verstörten, aber begabten Hannibal (Gaspard Ulliel aus „Mathilde“) auf eine medizinische Schule. Inzwischen entwickelt Lecter aber einen immer stärker werdenden Drang zum Töten. Schließlich macht er sich auf, um in seinem Heimatort in Litauen die Spur der grausamen Söldner, die immer noch in seinem Kopf herumspuken, aufzunehmen. An dieser Stelle nimmt der Film ein wenig Fahrt auf, weil er sich gut auf das Jäger-Gejagter-Muster verlassen kann. Ulliel macht aus dem jungen Hannibal aber viel zu wenig und zeigt bloß ein tödlich süffisantes Starren.
Die HD-DVD von Universum enthält die verlängerte Unrated-Fassung, die ein paar kleine Ergänzungen (siehe hier) einfügt, die aber letztlich kaum ins Gewicht fallen. Hier werden hauptsächlich einige Übergänge zwischen Szenen etwas besser überbrückt.

BILD

Hannibal Rising

Das anamorphe Widescreentransfer (2.35:1) in HD 1080p ist wirklich gelungen. Die Vorlage ist fehlerlos und bietet die Grundlage für ein extrem detailreiches Bild. Allein die Bilder im Wald und im Schnee sind so lebendig, dass es vom Bildschirm ins Wohnzimmer flocken könnte. Selbst der leicht weichgezeichnete Retro-Look, den Peter Webber für den Film verwendet, wird so gut wiedergegeben, dass eigentlich keine echten Unschärfen auftreten. Gaspard Ulliels Gesicht wird mit allen Unebenheiten sehr gut dargestellt. Die stimmungsvolle Farbgebung des Films springt förmlich vom Display und gibt einen extrem lebendigen Eindruck wieder. Der Schwarzlevel ist ebenfalls sehr tief, aber verliert auch dank der höheren Auflösung keine Details. Von der Kompression lässt sich zudem nichts erkennen. Das gesamte Bild bleibt glasklar und zeigt den Film in nahezu perfekter Qualität. Sehr gut.

TON

Hannibal Rising

Der Ton in DTS-HD 5.1 bietet auf Deutsch und Englisch eine starke wie detaillierte Hörkulisse. Selbst die ersten ruhigen Waldbilder können eine volle 360-Grad-Atmosphäre mit ambienten Geräuschen und der sacht einsetzenden Musik vermitteln. Geht erst das Kriegsgetöse los, bleibt der Track trotz gutem Lärmpegels immer noch sehr detailliert und geht nicht im Getöse unter. Die Dialoge sind dabei immer klar und gut verständlich. Der Tiefbasseinsatz kann sich ebenfalls hören lassen, aber wird hier nicht überstrapaziert. Insgesamt bieten die Tracks eine gute Auffächerung an ambienten Soundeffekten, die nicht immer gezielt direktional eingesetzt werden. Hier wird für eine komplett aktive Soundstage auch in ruhigen Szenen gesorgt.

EXTRAS

Sämtliche Extras der HD-DVD entsprechen der bereits erschienen DVD-Special Edition. Zum Film gibt es einen sehr soliden Audiokommentar mit Regisseur Peter Webber und Produzentin Martha de Laurentis. Hier gehen beide sehr stark auf die Produktionsumstände und Schwierigkeiten während des Drehs ein. Hier entpuppt sich der Terminplan von Gong Li als größte Hürde für die Produktion. Li war gleichzeitig für die lange Produktion von “Miami Vice” verpflichtet, weshalb der Drehplan für “Hannibal Rising” komplett umgestellt werden musste. Insgesamt ein recht solider Track, der aber keine größeren Überraschungen bietet.

Die zweite Scheibe ist exakt die gleiche Bonus-DVD wie bei der normalen Special Edition. Somit liegen auch sämtliche Features hier nur in Standard-Auflösung vor. Das TV-“Making of”, die separaten Interviews (insgesamt elf Stück), die geschnittenen Szenen (ca. 10 Min.) sowie ein kurzes Feature über das Produktionsdesign von Allan Starski (ca. 7 Min.) und unkommentierte Aufnahmen vom Set (ca. 4 Min.).
Dazu sind ebenfalls Teaser und Trailer zum Film enthalten.

Das einzige wirklich neue Extra ist das Online-Feature Dynamic HD, zu dessen Nutzung der Player ans Internet angeschlossen sein muss. Nach einer kurzen Ladezeit erscheint eine Übersicht mit den zusätzlich zugänglichen Downloads und Infos auf dem UFA/Universum-Server. Hier sind aber nur aktuelle Infos zu Neuerscheinungen, die Drehtagebücher von “Neues vom Wixxer”, Bildschirmlogos und ein paar Trailer zu anderen Universum DVDs zu erreichen. Hier handelt es sich vorerst um eine interaktive Werbemaßnahme.

FAZIT

Im Vergleich zur DVD bietet die HD-Scheibe noch einmal ordentlich mehr Details im Bild und alle Extras der Special Edition. Wer den Film noch nicht besitzt, sollte deshalb unbedingt zur HD-Scheibe greifen. Auch für Besitzer der bisherigen DVD ist das mehr an Bild sicher lohnenswert.



Kay Pinno


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