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King Arthur   

King Arthur
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Original: King Arthur   (USA, 2004)
Laufzeit: 121 Minuten (PAL)
Studio: Buena Vista
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Clive Owen, Kiera Knightley, Ioan Grufford, Stellan Skarsgard u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch, Fr, It
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Spa, Tr, NL, Kr, Slo
Extras: Making of, alternatives Ende, Fotogalerie
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 2 / 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Romani Ite Domum!"

Die Legende von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde erfährt in „King Arthur“ eine völlig neue Interpretation. Als „Braveheart“-Variante hält die Verfilmung von Antoine Fuqua gegenüber dem Mythos nicht stand. Wie schon in „Troja“ wagt sich in „King Arthur“ ein Regisseur an die „Vergeschichtlichung“ eines bekannten Mythos. Befreit von allen übernatürlichen Elementen wird die Artus-Figur auf einen Römer namens Lucius Artorius Castus (Clive Owen) im fünften Jahrhundert nach Christus zurückgeführt. Zusammen mit einer zum Waffendienst gepressten Truppe aus sarmatischen Kriegern, den Rittern der Tafelrunde, kämpft Artorius im römisch besetzten England zunächst gegen die wilden Pikten unter ihrem Anführer Merlin (Stephen Dillane). Ein letzter Auftrag zur Rettung einiger Römer führt seine Truppe tief in das Gebiet der gefürchteten Feinde. Doch eine noch größere Gefahr soll die verfeindeten Lager bald zusammenschweißen. Eine Invasionsarmee der Sachsen plündert und brandschatzt sich ihren Weg durch England, während die römische Armee die besetzten Gestade verlässt. Artorius muss sich entscheiden, ob er seinen Freunde im Stich lässt, um nach Rom zurückzukehren, oder ob er für eine neue Freiheit kämpft. Dass die Ritter der Tafelrunde keineswegs nur die Helden in glänzender Rüstung sind, zeigte schon John Boormans Klassiker „Excalibur“. In „King Arthur“ wird die durch den Krieg geschrumpfte Gemeinschaft allerdings nur durch ihre Bluttaten im Namen Roms zusammengehalten. Die absichtlich vulgäre Schilderung dieser dreckigen Männer wirkt aber besonders vor ihrer römischen Knechtschaft realistisch. Der einzige Gedanke der gedungenen Krieger ist der Entlassungsbrief aus der Armee, der sie in eine zweifelhafte Freiheit entlassen wird. Auch Artorius langsamer Abfall vom Glauben an die römischen Tugenden wird über verschiedene Zwischenfälle gut entwickelt. Trotzdem bleibt „King Arthur“ auch in seinen neuen Ansätzen stecken. Die piktische Genevra (Keira Knightley) wird revisionistisch zu einer modern plaudernden Amazone und die fatale Dreiecksbeziehung zwischen ihr, Artorius und Lancelot wird ausgespart. Dafür zeigen wenigstens Stellan Skarsgard und Til Schweiger als fies dreinschauende Sachsen mit langen Bärten warum „das dunkle Zeitalter“ seinen Namen verdient hat. Diese DVD enthält die normale Kinofassung des Films. Ein 15-Minuten längerer Director’s Cut ist ebenfalls von Buena Vista mit den gleichen Extras auf DVD erhältlich.

BILD

King Arthur

Das anamorphe Bild (2.35:1) ist entsprechend des neuen Masters sehr gut. Dreckspuren oder andere Rückstände sind nicht vorhanden. Trotzdem ist in einigen Szenen ein deutliches Hintergrundrauschen festzustellen. Auch der Kontrast ist ein wenig zu stark gewählt und gibt dem an sich schon dunkel fotografierten Film zusätzliche Düsternis. Die Schärfe ist allerdings sehr gut und liefert ein äußerst detailreiches Bild. Die Farben sind solide, aber kommen aufgrund des desaturierten Look des Films nicht so stark zur Geltung. Dennoch wird die unterschiedliche Stimmung der ebenfalls düsteren Farbwahl gut transportiert. Der Schwarzlevel ist entsprechend tief, aber trotzdem selbst in Nachtaufnahmen sehr detailreich. Kompressionsprobleme konnten nicht festgestellt werden.

TON

King Arthur

Der Dolby Digital 5.1 Soundtrack wird besonders durch die ständig aufschwellende Musik ein wenig überschwemmt. Dennoch vermittelt sich bei den Kampfszenen eine dynamische 360 Grad Kulisse, die sich aber eindeutig mehr auf die Frontstage konzentriert. Dennoch erzeugen die Surroundkanäle einen ordentlichen Eindruck von dem Schlachtengetümmel. Wenn im Finale schließlich das Feuer und die Katapulte zum Einsatz kommen, dann darf der Tiefbass auch mal ordentlich mitschnurren, da er sonst nur für die Musik gebraucht wird. Die Dialoge sind immer gut verständlich im Center plaziert, wenngleich die deutsche Synchronisation etwas in den Vordergrund gemischt wurde. Ein ordentlicher Track ohne Überraschungen.

EXTRAS

Wie und warum Buena Vista seine Kunden in Deutschland um Bonusmaterial prellt ist schon merkwürdig. Selbst vermeintlich große Titel wie “King Arthur” aus dem Hause Bruckheimer sind da nicht mehr sicher. Sowohl die Kinofassung als auch die Director’s Cut Version bieten nämlich nur die gleiche Extra-Ausstattung: das knapp 18-minütige “Making of” ist tatsächlich ein recht ordentlicher Zusammenschnitt durch bestimmte Produktionsabläufe. dennoch fehlt ein Gesamtkonzept der Dokumentation, so dass man eher teilnahms- und orientierungslos die verschiedenen Behind the Scenes Schnipsel schaut. Die Kommentare von Bruckheimer, Fuqua und Co. bleiben hier zumeist oberflächlich, aber können gelegentlich doch ein wenig mehr Info als üblich verbreiten. Einen besonderen Schmunzler erntet allerdings Stellan Skarsgards für seinen gecken Kommentar zu den aufwendigen Schwertkampfszenen. Hossa, der Mann hat einen hübschen Galgenhumor. Das zweite und einzige weitere Extra auf der Scheibe ist das originale Ende von Antoine Fuqua, das doch irgendwie wesentlich besser geraten ist als der schmalzige Hirnriss der finalen Fassung. Dennoch erläutert Fuqua im Kommentar zur Szene, dass er die Entscheidung dieses Ende zu ersetzen, richtig fand. Selbst Schuld!!!!! Abschließend gibt’s noch eine etwas ausführlichere Bildergalerie mit Fotos, die von Bruckheimer selbst aufgenommen wurden.

Neben dem auffälligen Fehlen des Kinotrailers zu “King Arthur” müssen die Käufer der deutschen DVD (auch beim Director’s Cut!!!) ebenfalls auf einige nette Extras der US-DVD verzichten. Sowohl Antoine Fuquas Audiokommentar, der einblendbare Trivia-Track als auch der 16-minütige “Roundtable”-Videokommentar mit der Besetzung fehlt.

FAZIT

Die Demontage einer mythischen Sage dürfte vielen Zuschauern einfach nicht schmecken. Dennoch ist Antoine Fuquas Mittelalter-Remake seines eigenen Films “Tränen der Sonne” nicht ganz so mies, wie viele ihn gerne hätten. Auch wenn die Kinofassung sicherlich niemand braucht, stößt einem vor allem die Beschneidung der Extras bitter auf. Ein klarer Fall für die Videothek.



Kay Pinno


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