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King Kong (1976)   

King Kong (1976)
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Original: King Kong   (USA, 1976)
Laufzeit: 129 Minuten (PAL)
Studio: Kinowelt
Regie: John Guillermin
Darsteller: Jeff Bridges, Jessica Lang, Charles Grodin, u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DS Englisch DD-Mono Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch, NL, u.m.
Extras: Trailer, Fotos
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3+/ 4+/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Diese Mauer muss aus der Vorzeit stammen."

Wie falsch der Ölfritze Fred Wilson (ein herrlich schmieriger Charles Grodin) mit dieser Einschätzung liegt, soll ihm schnell bewusst werden. Auf der unberührten Insel, auf der der Spekulant ein riesiges Ölvorkommen vermutet, tummeln sich nämlich munter primitive Eingeborene, eine riesige Affenbestie namens “Kong” und zahlreiches Ungetier, von dem der Zuschauer aber nur eine riesige Schlange zu Gesicht bekommt. Mittendrin in dieser seltsamen Expedition stecken auch der auf alternativ getrimmte Anthropologe Jack Prescott (Starman & “The Dude” Jeff Bridges) und das Hollywood Starlett Dwan (Jessica Lange). Schneller als irgendjemand “riesiger Affe” sagen könnte, haben die Eingeborenen das blonde Glimmergirl schon ihrem mächtigen Gott “Kong” geopfert. Doch statt die nervige Heulsuse aufzufressen, verliebt sich die sanfte Bestie in das Mädchen. Als der Publicity-geile Wilson auch noch auf die Idee kommt, nicht nur Dwan zu retten sondern auch das Monster einzufangen, um es als Werbeträger zu missbrauchen, bleibt die Katastrophe nicht aus. Hollywood war auch schon in den 70-ern sehr Remake freudig. Unter der kommerziellen Fuchtel von Europas großem Exploitationsproduzenten Dino de Laurentiis musste diese Neufassung zu einem Spektakel werden. Für Puristen des Originals immer noch ein Dorn im Auge bietet der Streifen mehr als man von einem typischen Remake eines großen Klassikers erwarten würde. Besonders die erste Hälfte des Films auf der Inselexpedition ist sehr atmosphärisch und gut gelungen. Leider wurde hier trotzdem nicht das mysteriöse Potential des Originals herausgeholt. Das Finale in New York dürfte heute wie damals eher eine Enttäuschung gewesen sein. Schließlich wurde das Konzept einer riesigen und randalierenden Bestie in einer Großstadt inzwischen von einem anderen Vertreter aus Fernost perfektioniert - Godzilla. Dank sehr solider Schauspieler macht das Affentheater aber trotzdem einen heiden Spaß. Wirklich schade ist nur, dass Peter Jackson bisher keine Chance hatte, seine Vision von “King Kong” wieder neu auf die Leinwand zu bringen. Vor dem “Herr der Ringe” arbeitete er an diesem Projekt. Durch den Start von Roland Emmerichs “Godzilla” wurde das Projekt aber auf Eis gelegt. Schon wieder war also die asiatische Echse dem Affenmann eine Monsterlänge voraus.

BILD

King Kong (1976)

Wieder hat Kinowelt bei einem alten Titel ganze Arbeit geleistet. Die Vorlage des über 25 Jahre alten Films ist in einem sehr guten Zustand. Die meisten Anzeichen von Alterung wurden entfernt. Trotzdem schleichen sich besonders in der zweiten Hälfte des Films bei Matte-Shots starke Rauschmuster ein. Insgesamt wirkt der Film auch ein klitzekleinwenig grieselig. Schärfe und Kontrast sind ok auch wenn in Wideshots die Details durch den Rauschanteil ein bisschen verlorengehen. Ein leichtes Zeilenflimmern ist auch in Schwenks auszumachen. Die Farben sind satt und strahlen in würdigem Glanz ohne überbetont zu wirken. Die Kompression hält sich auch ganz wacker. Pixelei oder Ruckeln konnte nicht festgestellt werden. Ein überdurchschnittlicher Transfer für einen alten Film, der nur in der zweiten Hälfte durch starke Rauschmuster auffällt!

TON

King Kong (1976)

Ganz im Gegensatz zur Größe Kongs bleibt der Ton eher kleinlich. Der deutsche Monoton ist zwar aufgeräumt worden, kann aber letztlich nicht die Atmosphäre verbreiten, die der Film verdient hätte. Wenn die stimmungsvolle Musik von John Barry kräftig aus allen Surroundkanälen den Zuschauer umhüllen würden, wäre dies sicher ein größeres Erlebnis. Die Dialoge sind gut verständlich und haben nicht die klassischen Monomankos: alle Stimmen klingen kraftvoll und fügen sich in das Gesamtsoundfeld gut ein. Der englische Stereoton kann leider hier auch nicht viel mehr reißen. Es gibt zwar vereinzelte links/rechts Effekte, aber von Surroundaktivität kann nicht die Rede sein.

EXTRAS

Riesig sind auch die Extras der Scheibe leider nicht. Einen alten Kinotrailer und eine kurze Fotogalerie gibt es zu bestaunen. Uiuiuiuiui. Mehr war wohl aber auch nicht drin, da der Film eigentlich von Paramount kommt.

FAZIT

Mit der 76-er Fassung von “King Kong” geht Kinowelt seinen Erfolgsweg mit alten Titeln weiter. Die Qualität über dem Erwartungsstandard wird hier leider von der Abstinenz von Extras etwas getrübt. Alle “Kong”-Fans können aber beruhigt zugreifen. Eine SE wird es wohl in nächster Zeit nicht geben.



Kay Pinno


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