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Leopard, Der   

Leopard, Der
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Original: Il Gattopardo   (Italien / Frankreich, 1962)
Laufzeit: 178 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Luchino Visconti
Darsteller: Burt Lancaster, Claudia Cardinale, Alain Delon, Rina Morelli u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Dokumentarfilm “Nina Rota”, Trailer
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1-/ 3 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Italien vereine dich!"

„Nach dem gleichnamigen Roman von G. Tomasi de Lampedusa erzählt Visconti vom Schicksal der sizilianischen Aristokratie zur Zeit der Einigungsbestrebungen Garibaldis in Italien um die Mitte des 19. Jahrhunderts: Der alte Fürst Fabrizio arrangiert sich zwar oberflächlich mit den aufstrebenden bürgerlich-liberalen Kräften – er verheiratet seinen Neffen mit der Tochter des opportunistischen Bürgermeisters -, verweigert jedoch seine Mitarbeit am neuen Königreich Italien und beklagt das ewige Kolonialschicksal Siziliens. In einer grandios gestalteten Ballszene treffen sich am Ende alte und neue Gesellschaft zum Totentanz. Visconti identifiziert sich spürbar mit Fabrizio, der die Unabwendbarkeit der neuen Ordnung, aber auch die Fragwürdigkeit der daran geknüpften Hoffnungen erkennt; die Sympathie des Regisseurs gilt der überlebten Herrscherschicht, die dem Volk näher steht als die bürgerlichen Emporkömmlinge, von denen – so Visconti – eine direkte Verbindungslinie zum Mussolini-Faschismus führt. Dieser Dialektik entsprechend bewegt sich der Stil des Films zwischen blühender Pracht und morbidem Glanz: sein gesellschaftliches und historisches Panoramabild ist von faszinierender Schönheit und analytischer Schärfe zugleich“ (Lexikon des internationalen Films). Erstmals ist der Film in der ungekürzten Fassung erschienen. Aus diesem Grund sind manche Passagen der deutschen Fassung untertitelt.

BILD

Leopard, Der

Bei Vorlage und Transfer hat sich Koch Media richtig ins Zeug gelegt. Nur sehr wenige Kratzer und Dreckspuren trüben den Sehgenuss. Der Film kann sich in dieser Hinsicht mit aktuellen Produktionen messen. Leichtes Kantenflimmern in Schwenks, vermag auch die restliche Bildqualität kaum zu beeinträchtigen. Die opulente Bildgestaltung erscheint in dieser DVD-Veröffentlichung als der visuelle Augenschmaus, wie ihn sich Visconti vorgestellt hat. Vor allem die Ballszenen zum Schluss oder die Kampfszenen am Anfang erzählen das Lied eines ehr guten Transfers. Kontrast und Schwarz-Level reihen sich ein.

TON

Leopard, Der

Der gedoppelte DD 2.0-Mono-Ton kommt eigentlich recht solide aus den Boxen. Die Dialoge sind klar und verständlich, das Rauschen hält sich weitestgehend in Grenzen. Leichte Verzerrungen oder Übersteuerungen gehören bei einem so alten Film eben zum Toleranzbereich.

EXTRAS

Auf einer Bonus-DVD ist eine knapp einstündige Dokumentation über den begnadeten Komponisten Nino Rota enthalten, der die Musik zu „Der Leopard“ geschrieben hat. Zart und zurückhaltend nähert sich die gute Dokumentation dem Werk und Leben Rotas, der ungern im Rampenlicht stand und neben seiner Tätigkeit als Filmmusikkomponist auch Opern und andere klassische werke schrieb. Sehr gut! Zwei Trailer zum „Leopard“ runden die DVD ab.

Als weitere Dreingabe enthält die Edition die Filmmusik auf einer Bonus-CD.

FAZIT

Luchino Viscontis opulentes Werk über die sizilianische Aristokratie zur Zeit Garbibaldis hat eine würdige und sehr gute Veröffentlichung gefunden. Die DVD ist technisch auf der Höhe der Zeit und artet sehr gutes Bonus-Material auf.



Stefan Dabrock


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