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Letzte Festung, Die   

Letzte Festung, Die
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Original: The Last Castle   (USA, 2001)
Laufzeit: 126 Minuten (PAL)
Studio: Universal
Regie: Rod Lurie
Darsteller: Robert Redford, James Gandolfini, Mark Ruffalo, Delroy Lindo, Clifton Collins Jr., u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch DS Englisch, Fr
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, NL, u.a.
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Making of
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1-/ 2+/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Ich sitze meine Zeit ab und gehe nach Hause."

Für die Militärlegende General Irwin (Robert Redford) brechen harte Zeiten an. Nachdem der hochdekorierte Veteran den Tod zahlreicher Soldaten bei einer gescheiterten Mission zu verantworten hat, wird er von der Militärgerichtsbarkeit zu einer langjährigen Haft verurteilt. Diese Strafe muss er im Hochsicherheitsgefängnis von Colonel Winter (James Gandolfini) absitzen. Aufgrund der oft fragwürdigen Methoden des Gefängnisdirektors im Umgang mit den Insassen geraten die beiden Führungskräfte schnell und immer öfter aneinander. Die offene Rebellion bricht aus, als Winter einen Gefangenen absichtlich von seinen Wachen tödlich am Kopf verletzen lässt. Wie die Eroberung einer Burg planen die Aufständischen unter der Führung von Irwin den Gegenschlag, um das Gefängnis unter ihre Kontrolle zu bringen und den Tyrannen von “seinem Kommando” zu entheben. Als Westpoint-Absolvent kennt sich Regisseur Rod Lurie gut mit den militärischen Mythen um Führungskraft und die Frage der Ehre aus. “Westpoint bildet keine Führer aus, sondern findet sie”, sagt Lurie programmatisch. Deshalb entpuppt sich auch “Die letzte Festung” viel weniger als typischer Gefängnisfilm, sondern eher als feuchter Soldatentraum mit einer an Hurra-Patriotismus grenzender Moral. Das spitzfindige Machtduell zwischen James Gandolfini, der Colonel Winter eben nicht als simples Abziehbild des bösen Sadisten spielt, und dem resignierten Irwin bleibt aufgrund der kraftvollen Hauptdarsteller interessant. Szenen eines Steine schleppenden Redford als muskelbepacktem Rentner-Rambo mit vernarbten Rücken gehören aber eindeutig in die Kategorie Narzissmus. Aus diesem Grund bleiben wahrscheinlich auch die Charaktere um Irwin trotz guter Mimenleistung eher flach und uninteressant. Mit zwei Ausnahmen erfährt der Zuschauer nichts über die wichtigen Mitstreiter des Generals. Dafür gestaltet sich die Schlacht um den Militär-Knast recht spannend. Zug um Zug darf der Zuschauer mitfiebern, wie die “Anstaltsarmee” die verschiedenen Sicherheitsvorkehrungen und Wachabteilungen im Kampf austrickst. Das reguläre “Schreibtischtäter” wie General Irwin mit ihren Mannen direkt an der Front kämpfen und sich für sie und die amerikanische Flagge opfern, bleibt jedoch als miese Propaganda im Gedächtnis.

BILD

Letzte Festung, Die

Mit einem absolut klaren Bild begeistert “Die letzte Festung” vor allem bei der Gradwanderung zwischen Detailgetreue und Helligkeit. Hier wird jede Runzel im Gesicht von Mr. Redford trotz Tonnen von Make-Up sichtbar. Die Vorlage ist perfekt und zeigt keine Dreckspuren oder erkennbare “Film-Rückstände”. Die Schärfe ist ausgezeichnet und besonders das Mastering in Sachen Kontrast und Schwarzlevel dürfte kaum verbesserbar sein. Schwächen in der Kompression gibt es keine. Das Bild ist sogar in Schwenks absolut ruhig. Trotzdem gibt an feinen dünnen Konturen leichte Treppchenbildung. Auch bleibt das Gefühl, trotz großem Detail-Reichtum, das einige Einstellungen leicht weichgezeichnet wurden. Immer noch Spitzenklasse.

TON

Letzte Festung, Die

Auch der Dolby Digital 5.1 Ton kann der Bildqualität das Wasser reichen. Obwohl die Action erst im Finale richtig durchstartet, darf der Track durch gekonnte ambiente Effekte überzeugen. Die Knastatmosphäre sowohl in den Zellen als auch im Hof werden gut aus allen Kanälen wiedergegeben. Irgendwo gibt es immer eine tolle Background-Kulisse zu orten. Dies wirkt aber in keiner Weise ablenkend von den Hauptdialogen im Center-Bereich. Die musikalische Untermalung ist kraftvoll und gut eingesetzt. Das Finale dürfte aber auch Actionfans zufriedenstellen. Zahlreiche Surroundeffekte (besonders bei der Ballista und dem Hubschrauber!) werden mit einem kräftigen Subwoofereinsatz unterstützt. Tadellos.

EXTRAS

Das Hauptextra ist der engagierte laufende Audiokommentar von Regisseur Rod Lurie. Der Mann gibt gleich zu Beginn zu, das er selbst Audiokommentare liebt. Eine solche Einstellung steigert auch die Qualität eines Solchen. In einem Non-Stopp Angriff auf Ohren und Hirn bombadiert Lurie den Zuhörer mit Fakten, Geschichten, Entscheidungen und und und. der Kommentar bietet einen sehr wichtigen Hintergrund für ideologisch fraglichen Film bei dem Lurie nicht so deutlich wie man vermuten könnte zeigt das er selbst ein Westpointabsolvent ist. Hier spricht eben ein Filmemacher. Absolutes Pflichtprogramm, besonders für Leute die den Film nicht mögen! Neben einer knapp 15-minütigen Standard EPK, die hauptsächlich die Handlung und Charaktere vorstellt, sind noch neun gelöschte Szenen mit optionalem Kommentar von Rod Lurie auf der Scheibe zu finden. Präsentiert in anamorphen Widescreen Format geben sie noch einige Details über den Gefängnis-Direktor und einiger Insassen preis. Nur eine dämliche Lazarett-Szene mit einem simulierten Defibrilator ist völlig zurecht aus dem Film geflogen. Mit dem Kinotrailer ist das Programm beendet.

FAZIT

Obwohl die ideologische Aussage von “Die letzte Festung” sehr zweifelhaft ist, bleibt das Duell zwischen den Kontrahenten Redford und Gandolfini spannend. Der Audiokommentar von Regisseur Lurie verleiht dem Geschehen dafür etwas mehr Tiefe. Eine solide Scheibe, die den Qualitätsansprüchen des Mediums DVD gerecht wird.



Kay Pinno


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