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Liebesgrüsse aus Peking   

Liebesgrüsse aus Peking
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Original: Gwok Chan Ling Ling Chat   (Hongkong, 1994)
Laufzeit: 84 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: Stephen Chow & Lee Lik Chee
Darsteller: Stephen Chow, Anity Yuen, Wong Kam Kwok, Law Kar Ying u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch DD1.0 Kantonesisch
Untertitel: Deutsch
Extras: -
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 3-/ 5- (Bild/Ton/Extras)


"Tötungsinstrument Nr.1"

Wer das asiatische Komödien-Genie Stephen Chow noch nicht in “Shaolin Soccer” oder “Kung Fu Hustle” kennengelernt hat, der sollte spätestens mit “Liebesgrüße aus Peking” dem chinesischen Tausendsassa eine Chance geben. Diese James Bond Parodie ist sicherlich eines der massenkompatibelsten Werke von Chow, da er hier natürlich die klassischen Genre-Konventionen des Agentenfilms durch den Kakao zieht. Dennoch tritt er dabei natürlich nicht auf die Bremse, sondern verquickt wieder gekonnt hanebüchenen Blödsinn, Slapstick und eine emotionale Achterbahnfahrt in Sachen Liebe. Als der chinesischen Armee der Dinosaurierschädel eines propagandaträchtigen Fossils abhanden kommt, sieht der örtliche Armeechef und Geheimdienstbeauftragte (Kam Kong Wong) tatsächlich Rot. Um den niederträchtigen Raub auszubügeln holt er den inkompetenten Rekruten Ling Ling Chai (Chow) aus seiner Tarnidentität als Fleischverkäufer. Zusammen mit der hübschen Agentin Sui Kam (Anita Yuen) soll er sich auf die Fährte eines bekannten Schmugglers begeben, der als “Mann mit der golden Waffe” in einer Billigvariante des Robocop-Anzugs für die Entwendung des Riesenschädels verantwortlich sein soll. Bei der Aktion stellt sich allerdings heraus, dass nicht nur eine mysteröse Killerin (Pauline Chan) und ein irrer Glasfresser mit Stahlklaue (Co-Regisseur Lee Lik Chee höchstselbst) hinter Ling Ling Chai her sind. Auch Sui Kam scheint den gut gekleideten Agenten zum Abschuss freigegeben zu haben. Dass Verwirrspiel-DeLuxe kulminiert schließlich in einem explosiven Showdown, der mal wieder zeigt, dass im Film auch die tödlichsten Kugeln nicht schnell genug für einen Kung-Fu-Experten sind. Neben den leicht auffallenden Bond-Parodien einschließlich “Q”-Verschnitt Man Si (Kar-Ying Law), dessen Lebenswerk - das unglaubliche Tötungsinstrument Nr.1 - tatsächlich beinahe zum Einsatz kommt, hat Chow auch ein paar herrlich Seitenhiebe auf Hongkong-Regie-Ikone Wong Kar Wai in sein Werk eingebaut. Auch die chinesische Armee kommt bei “Liebesgrüße aus Peking” nicht wirklich gut weg und entpuppt sich als sadistischer Haufen, der auf sturen Kadaver-Gehorsam gedrillt ist, aber sich gerne mit ein paar Dollar und Zichten kaufen lässt. Erstaunlich treffsicher ist diesmal die deutsche Synchronisation des Films gelungen. Wenigstens ein bisschen des Chow-üblichen Wortwitz wurde ohne völlig zu übertreiben in die integriert. Auch die Sprecher - besonders von Chows Stimme - sind recht gut besetzt und verhindern die sonst üblichen Ohrenschmerzen bei solchen Titeln.

BILD

Liebesgrüsse aus Peking

Die Vorlage des anamorphen Transfers (1.78:1) basiert auf durchschnittlich guten Material, das die für diese Zeit üblichen Schwächen zeigt. Einige Szenen wirken leicht körnig, während sich kleine Defekte, Dreckspuren und Bildpunkte immer wieder mal zeigen, ohne aber groß vom Geschehen ablenken zu können. Schärfe und Kontrast sind durchschnittlich und liefern ein solides Bild, das aber an den Konturen verschwimmen kann. Die Farben sind durchweg solide, aber nicht übermäßig kräftig. Der Schwarzlevel bewegt sich auf dem gleichen Niveau, ohne dabei negativ aufzufallen. Die Kompression hinterlässt ebenfalls keinen negativen Eindruck und hält das Bild stabil und rauschfrei.

TON

Liebesgrüsse aus Peking

Der deutsche DD5.1 Track klingt recht frontlastig, während die Dialoge nur ein wenig in den Vordergrund gemischt wurden. Einzig die Musik und ein paar vereinzelte Soundeffekte bemühen sich streckenweise mal in die Surroundkanäle. Störende Überlappungen gibt’s dabei keine. Der kantonesische Mono-Ton ist erstaunlich homogen und gut verständlich. Auch der Rauschanteil ist erfreulich klein, so dass der Track problemlos auch in Multikanal-Stereo über die eigene Anlage gehört werden kann.

EXTRAS

Auf der Scheibe sind nur noch einige Trailer zu anderen Splendid-Titeln zu sehen. Erwähnenswert ist höchstens noch die recht hübsche Verpackung in einem schmucken Steel-Case - leider ohne Booklet.

FAZIT

Diesen “007” (=Ling Ling Chai) muss man einfach lieben. Albern, grotesk, wild und ohne Furcht vor der eigenen Scham blödelt sich Stephen Chow auch erfolgreich durch diese Agentenposse. Die DVD leistet technisch solide Arbeit, aber verzichtet leider auf jegliche Extras. Dennoch ist dieses Lachtraining für Spione ein unverzichtbares Kompendium im Regal - gleich neben dem Yps-Agenthandbuch.



Kay Pinno


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