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May - Die Schneiderin des Todes   

May - Die Schneiderin des Todes
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Original: May   (USA, 2003)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: mcone
Regie: Lucky McKee
Darsteller: Angela Bettis, Jeremy Sisto, Anna Faris u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: 2 Kommentare, Biographien, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1- /2+/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Killer-Barbie bastelt Ken!"

Welche Wahl hat ein Mensch, der lediglich einzelne Teile seiner Mitmenschen schön findet? May gehört in die Kategorie “Unscheinbar”. Nicht weil die junge Frau unattraktiv wäre, sondern vielmehr weil sie seit ihren Kindertagen einen psychischen Knacks mit sich herumträgt, so dass es ihr schwer fällt sich anderen Menschen zu nähern. Ihr einziger Freund aus dieser Zeit ist eine Puppe, die mit May kommuniziert. In der Nähe ihres Arbeitsplatzes – einer Tierklinik - lernt die scheue Frau Adam kennen – einen Filmstudenten. Erste Annäherungsversuche gelingen, weil der junge Mann dem Charme der Unsicherheit erliegt. Doch May zeigt zunehmend merkwürdigere Züge, so dass eine mögliche Beziehung im Keim erstickt wird. Adam will sie nicht mehr sehen. Das aber lässt sich May nicht gefallen und schließlich entdeckt sie, dass sie eigentlich gar nicht an allen Körperteilen Adams interessiert ist. Sie macht sich auf den Weg, das Beste zu entnehmen. Der schöpferische Geist eines Dr. Frankenstein verbindet sich mit dem Portrait einer jungen Frau, die kommunikationsgestört ist. Auf leisen Sohlen schleicht sich der Horror ins Wohnzimmer, denn May erscheint zunächst nur ein wenig schüchtern. Ganz langsam baut Lucky McKee die tiefen Verwerfungen in Mays Psyche auf, welche sich schließlich ihre Bahn im kreativen Akt des Menschenbaus brechen. Die unverstandene May sieht keine andere Lösung, als sich den perfekten Partner zu erschaffen, der gleichzeitig das Schönste aller Mitmenschen repräsentiert, die sie kennt. Der Film schafft es, über das sensible Portrait der Hauptfigur gleichzeitig eine tragische Note auszuarbeiten und erschreckend unangenehm zu sein. Denn eine schüchterne Frau wie May, so glaubt man, hat man selbst bereits einmal kennen gelernt.

BILD

May - Die Schneiderin des Todes

McOne präsentiert “May” auf der DVD mit einer aufgeräumten Vorlage. Lediglich ganz selten gibt es einzelne Bildpunkte zusehen. Ansonsten verhält sich die Vorlage so, wie sie es sollte. Das detailscharfe Bild überzeugt auf der ganzen Linie. Rauschmuster sucht man weitgehend vergeblich. Nur einige größere Flächen geraten manchmal ein bisschen in Bewegung. Kontrast und Schwarz-Level sind gut.





TON

May - Die Schneiderin des Todes

Der Ton weiß durch seine einfache Schlichtheit zu überzeugen. Surround-Effekte sucht man vergeblich, dafür erschallen alle Dialoge rauschfrei und verständlich. In manchen Szenen sorgt die Musik für einen leichten räumlichen Effekt. Die Tonqualität liegt auf dem besten Niveau, das ein Film besitzen kann, der naturgemäß nicht alle Lautsprecher beschäftigt.






EXTRAS

Das Bonus-Material besticht vor allem durch zwei Audiokommentare. Auf dem ersten sind der Regisseur Lucky McKee, der Kameramann Steve Yedlin, Cutter Chris Sivertson und die Darsteller Angela Bettis, Nicole Hiltz und Bret Roberts zu hören. Trotz der Vielzahl an Leuten, die vors Mikrophon gesetzt wurden, gerät der Audiokommentar nicht zur kaum verständlichen Sprechorgie, in der alle durcheinander reden. Entsprechend der unterschiedlichen Funktionen, welche die Beteiligten am Film ausübten, erhält man eine Vielzahl an Informationen über den Dreh, die Drehorte, verschiedene Einstellungen, usw. Das ganze würzen die Beteiligten immer wieder mit Anekdoten und kleinen Witzchen, so dass ein höchst informativer und unterhaltsamer Audiokommentar herausgekommen ist. Für den zweiten Audiokommentar gelten dieselben Qualitätsbeurteilungen, nur dass sich der Fokus entsprechend der anderen Aufgabengebiete verschiebt. Der zweite Kommenatr wird von dem Regisseur Lucky McKee, dem Cutter Rian Johnson, der Komponistin Jaye Barnes-Luckett swie den Productiondesignern Leslie Keel und Benji gesprochen. Daneben enthält die DVD noch zwei Trailer (Deutsch, Englisch), Produktionsnotizen und Biographien.

FAZIT

“May” gehört in die Kategorie Pflichtprogramm für Genre-Filmfans. Aber Vorsicht, das morbid-makabre Drama gibt es in einer FSK 16-Version und unter dem Siegel keine Jugendfreigabe. Technisch gibt’s an der DVD natürlich in beiden Versionen nichts zu meckern.



Stefan Dabrock


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