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Misery SE   

Misery SE
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Original: Misery   (USA, 1990)
Laufzeit: 103 Minuten (PAL)
Studio: MGM
Regie: Rob Reiner
Darsteller: Kathy Bates, James Caan, Frances Sternhagen, Richard Farnsworth u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch
Extras: 2 Kommentare, Making of u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 2 / 1 (Bild/Ton/Extras)


"Ich bin ihr größter Fan!"

Obwohl Stephen Kings “Sie” einer seiner erfolgreichsten Romane ist, blieb die Verfilmung des Stoffs geraume Zeit auf Eis liegen. Sicherlich lag es hauptsächlich daran, dass King sich eher auf subtilen und sehr menschlichen Horror beschränkte ohne in phantastische Bereiche abzudriften. Nichts destoweniger bot das Buch einige herbe Schockmomente, die natürlich kaum eine Chance hatten, jemals in dieser Form auf die Leinwand zu kommen. Und trotzdem wurde die Verfilmung mit Kathy Bates (sie erhielt den Oscar für die Rolle der verrückten Annie Wilkes) und James Caan in den Hauptrollen zum großen Erfolg. Als der erfolgreiche Schmalz-Roman Autor Paul Sheldon (Caan) nach der Fertigstellung seines Buchs in den Bergen einen schrecklichen Autounfall erleidet, wird er von der Krankenschwester Annie Wilkes aus seinem verschneiten Autowrack gerettet. Schwer verletzt versorgt die in abgelegener Einsamkeit lebende Annie den Autor. Sie ist zudem ein großer Fan seiner “Misery”-Bücher. Als sie von Sheldon erfährt, dass er sein neustes Buch in seiner Tasche bei sich hat, beginnt sie zu lesen. Sie weiß allerdings noch nichts davon, dass Sheldon seiner Titelheldin in der neusten Folge den Tod beschert. Das schürt den Zorn der fanatischen Annie und bringt Paul Sheldon in eine höchst unangenehme Situation. Nach “Friedhof der Kuscheltiere” (1989) bot “Misery” (1990) die zweite wirklich ordentliche Umsetzung eines King-Romans für die Leinwand in Folge. Der Grund dafür ist die solide Regie von Rob Reiner und die wirklich außerordentliche Leistung von Bates und Caan. Da in der Geschichte eigentlich kaum etwas passiert, verlässt sich Reiner völlig auf das dramatische Duell zwischen den beiden Hauptfiguren. Hier ist besonders Drehbuchautor William Goldman für die solide Dialogarbeit zu danken. Trotzdem sind die erwähnten Schockmomente des Buchs nur in veränderter Form vorhanden. Dies geht allerdings auf das Konto von Rob Reiner, wie man im Bonus-Material der DVD erfahren darf.

BILD

Misery SE

Mit einem erstklassigen Transfer von MGM versehen, fällt bei “Misery” kaum auf, dass es sich um einen dreizehn Jahre alten Film handelt. Die Vorlage für das anamorphe Widescreenbild (1.85:1) ist völlig frei von Verunreinigungen oder anderen Störfaktoren. Glasklar und scharf zeigt sich der Film schon in den ersten Einstellungen von Paul Sheldons Relikten zur Fertigstellung seines Buches. Die hervorragende Kameraarbeit von Barry Sonnenfeld, der hier zum letzten Mal in dieser Position arbeitete, kommt dadurch voll zur Geltung. Die dunkel-bräunliche Farbpalette wirkt frisch aber ist nicht überbetont. Die Farbverläufe sind sauber und verschwimmen nicht. Der Kontrast balanciert die sehr hellen Außenaufnahmen mit den wesentlich dunkleren Innenaufnahmen sehr gut aus. Ein Bildrauschen ist dank perfekter Vorlage und Kompression nicht vorhanden. Ein makelloser Transfer, der als Vorzeigeobjekt in Sachen Filmbearbeitung herhalten kann.

TON

Misery SE

Trotz der geringen Surroundmöglichkeiten, die ein Film wie “Misery” bietet, hat MGM bei der Anfertigung des gelungenen DD5.1-Upmix den Kopf nicht in den Schnee gesteckt. Mit einigen netten direktionalen Dialogmomenten und atmosphärischen Effekten im Haus der verrückten Krankenschwester wie Küchengeräusche oder Schritten hilft der Mix den beklemmenden Eindruck von Paul Sheldon zu vermitteln. Die Dialoge sind sauber aufgeräumt und erklingen verständlich aus dem Center, aber wandern auch schon mal nach links und rechts. Die prägnante Musik von Marc Shaiman schmiegt sich sanft wie energisch über die Surroundkanäle in die Ohren des Zuhörers. Keine wichtigen Momente in Dialog oder Sound werden dadurch überlagert. Wieder einmal ein ruhiger Mix, der seine Aufgabe gut erfüllt. Eine Tonspur im originalen Tonformat ist nicht vorhanden.

EXTRAS

Wer auf der Rückseite des DVD-Covers mal seine Augen schweifen lässt, wird feststellen, dass zwei essentielle Extras dort nicht gelistet sind. Trotzdem sind die zwei Audiokommentare (Nr.1 mit Drehbuchautor William Goldman und Nr.2 mit Regisseur Rob Reiner) auf der DVD vorhanden. Beide Tracks sind gut gelungen und lassen kaum einen Aspekt der Produktion und der Arbeit mit den Schauspielern unberührt. Während Goldman allerdings kaum aus dem Erzählen herauskommt sind im Reiner-Track doch einige lange Pausen auszuhalten. Dafür bringt der Regisseur seine Informationen deutlich auf den Punkt ohne viel zu schwafeln. Leider fallen beide Sprecher auch gerne mal auf die Unsitte zurück, einfach nur das Geschehen auf dem Bildschirm zu wiederholen. Trotzdem lohnt es sich, beide Tracks komplett anzuhören. Das 30-minütige Making-of mit dem Titel “Misery loves Company” ist eine neue und sehr informative Produktion. Alle Beteiligten kommen hier zu Wort und verbreiten glücklicherweise PR-Floskeln oder unsinnige Lobeshymnen. Neben zahlreichen Hintergrundinformationen wird dem Zuschauer vermittelt, wie der Erfolg von “Misery” das Leben der beteiligten Akteure hinter und vor der Kamera veränderte. Einzig das Fehlen eines Statements von Stephen King kann man der Dokumentation negativ anlasten. Ansonsten ein echter Hingucker. Für Musikfreunde erzählt Komponist Marc Shaimon in einer 15-minütigen “Musical-Tour” etwas über die Entstehung des Soundtracks zu “Misery”. Bis ins kleinste Detail erläutert er dabei seine eigenen Schwierigkeiten beim kreativen Schöpfungsprozess. Als Dreingabe gibt es noch eine Fotogalerie und den Kinotrailer zum Film. Besondere Erwähnung muss auch noch das nett gestaltete Booklet finden, in dem sich endlich mal auch interessante Informationen und Statements befinden.

FAZIT

Rob Reiners Verfilmung des Erfolgsromans von Stephen King ist sicherlich einer der Meilensteine des psychologischen Horrors. MGM verbeugt sich dafür mit einer exzellenten DVD Special Edition, die in Sachen Qualität und Extras ein echter Hammer ist. Ein absoluter Pflichtkauf!!!! Dringenst empfohlen.



Kay Pinno


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