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Mission Impossible SE   

Mission Impossible SE
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Original: Mission Impossible   (USA, 1996)
Laufzeit: 106 Minuten (PAL)
Studio: Paramount
Regie: Brian de Palma
Darsteller: Tom Cruise, Jon Voight, Emmanuelle Beart, Henry Czerny, Jean Reno, Ving Rhames u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, NL
Extras: 6 Featurettes, BAFTA-Rede, Trailer u.m.
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3 / 2 / 4+ (Bild/Ton/Extras)


"Nichts ist unmöglich... ?!"

Dass die alte Agentenserie “Mission Impossible” (auf Deutsch “Kobra, übernehmen Sie”) mal als Adaption auf der großen Leinwand landen musste, war irgendwie klar. Die clever ausgeklügelten Verwirrspiele unter zahlreichem Gadget-Einsatz der IMF (=”Impossible Mission Force”) sind einfach für’s Kino wie geschaffen. Mit Suspense-Veteran Brian de Palma als Regisseur und Tom Cruise als Top Agent Ethan Hunt schien auch eigentlich nichts schief gehen zu können. Doch das finale Produkt blieb doch weit hinter den Erwartungen zurück, was allerdings nichts am kalkulierten Erfolg an der Kinokasse änderte. “Mission Impossible” ist einfach nur ein äußerst durchschnittlicher Agententhriller geworden, der in seiner Inszenierung und Handlung einige schwere Fehler begeht. Aber erstmal von Anfang an: Ethan Hunt (eben Cruise) und sein Team (darunter Emilio Estevez) stellen einem feindlichen Agenten in der Prager US-Botschaft eine Falle. Mittels einer fingierten Doppelagenten-Liste soll der Schurke auf’s Kreuz gelegt werden. Doch der Plan schlägt fehl. Das gesamte Team wird einer nach dem anderen ausgeschaltet - einschließlich des Kopfs, Jim Phelps (Jon Voight). Auf der Suche nach den Drahtziehern dieses Verrats muss Einsatzleiter Ethan Hunt untertauchen und ebenfalls ein gefährliches Doppelspiel treiben, das ihn bis zum Einbruchdiebstal im CIA-Hauptquartier führt. Die eigentliche Hintergrundgeschichte von “Mission Impossible” um die sogenannte NOC-Liste ist derart verwirrend und gleichzeitig unwichtig, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Allein die eher zufällige Kontaktaufnahme mit den zwielichtigen Mittelsmännern über das Internet ist ein Witz. Konzentriert man sich schließlich auf die Jagd nach dem Maulwurf in der IMF-Organisation, dann springt einem die Lösung gleich zu Beginn derart stümperhaft ins Gesicht, das man über de Palmas Unvermögen, wenigstens ein bisschen das klassische “Whodunnit” aufrecht zu erhalten, schon staunen muss. Konzeptionell ist außerdem die Auslöschung von Ethans Team zu Beginn des Films ein schwerer Fehler. Die Zuschauer haben schließlich keine Gelegenheit, die Mitglieder des Teams auch nur ein bisschen kennenzulernen. Ihr Tod lässt einen deshalb ziemlich kalt und reduziert den Film - bis auf eine Ausnahme - auf Tom Cruise. Nur der Überfall auf das CIA-Hauptquartier ist genial und spannend wie ein kleiner Film im Film inszeniert und bedient sich der typischen “Mission Impossible”-Teamstruktur. Dass die finale Verfolgung im Hochgeschwindigkeitszug zwischen London und Paris reichlich überdreht ist und dem Film schließlich die letzte Glaubwürdigkeit raubt, muss man als Konzession an die comichafte Konkurrenz von Mr. Bond und natürlich an den Filmtitel hinnehmen.

BILD

Mission Impossible SE

Der anamorphe Transfer (2.35:1) ist ein wenig enttäuschend. Die Vorlage ist zwar in relativ gutem Zustand, da nur wenige kleine Spratzer und Bildpunkte auftauchen, aber dennoch lässt sich eine auffällige Körnigkeit des Filmmaterials feststellen, die besonders in dunklen Szenen ins Auge sticht. Zudem ist die Schärfe nicht immer optimal und lässt einige Szenen etwas matschig wirken. Auch der Kontrast ist teilweise etwas zu stark ausgefallen und führt bei hellen Objekten zum Überscheinen von Konturen. Die Farben sind solide, aber auch nicht zu stark ausgefallen. Leider trifft das auf den Schwarzlevel nicht zu, der öfter mal ins Milchige abrutscht. Dazu lässt sich hier und da auch ein leichtes Zeilenflimmern an den Konturen feststellen. Die Kompression bleibt wenigstens stabil und verhindert zusätzliches Hintergrundrauschen und Artefakte.

TON

Mission Impossible SE

Der DD5.1-Track arbeitet viel mit ambienten Surroundeffekten wie Hintergrundgeräuschen in offenen Räumen oder umgebenden Gesprächsfetzen. Damit erzeugt er auch in ruhigen Szenen eine gute Räumlichkeit. Für das aufwendige Finale wird die gesamte Soundstage und der Subwoofer voll beansprucht: sowohl die Zuggeräusche, der Fahrtwind und die Rotorblätter des Hubschraubers erschallen über 360 Grad im Wohnzimmer. Die Musik wird ebenfalls gut in die Surroundkanäle gelegt, wobei doch eine leichte Frontlastigkeit festgestellt wurde. Störende Überlappungen treten allerdings nicht auf. Die Dialoge sind immer gut verständlich im Centerkanal plaziert.

EXTRAS

Die Extras dieser vermeintlichen Special Edition sind eine relativ flache Angelegenheit. Nur drei (zusammen ca. 18 Min.) der sechs Featurettes beschäftigen sich konkret mit dem Film “Mission Impossible”. Enthalten sind aber auch nur einige kurze Original-Interviews, die zum damaligen Filmstart produziert wurden, und einige knappe Setaufnahmen. Dazu kommen einige äußerst kurze Infos zur Stunt- und Effektearbeit. Interessant ist ein siebenminütiger Clip, in dem einige echte Agenten-Gadgets in einem Spionage-Museum (!!!) vorgestellt werden. In einem weiteren Clip dürfen dann auch ein paar echte Ex-Agenten ein wenig mit der patriotischen Moralflagge wedeln und über die Erfahrungen in ihrem Job berichten (ca. 9 Min.). Der Clip “Exzellenz im Filmschaffen: Tom Cruise” ist ein neunminütiger Zusammenschnitt von Tom Cruise tollsten Filmmomenten, die für die BAFTA-Verleihung 2005 angefertigt wurde. Entsprechend gibt es auf der Disk auch noch zwei ziemlich überflüssige Dankesreden von Herrn Cruise zu sehen. Der Vollständigkeit halber sind auch der Kinotrailer, TV-Spots und eine Fotogalerie für “Mission Impossible” vorhanden.

FAZIT

Als Special Edition ist diese Neuauflage von “Mission Impossible” eine herbe Enttäuschung. Der Bildtransfer ist vergleichsweise schwach und die Extras erfüllen kaum mehr als eine Alibi-Funktion. Besitzer der alten Scheibe brauchen dafür sicher kein neues Geld auszugeben.



Kay Pinno


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