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Monster Man   

Monster Man
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Original: Monster Man   (USA, 2003)
Laufzeit: 91 Minuten (PAL)
Studio: Kinowelt
Regie: Michael Davis
Darsteller: Eric Jungmann, Justin Urich, Aimee Brooks u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Animatic, Gag-Reel, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Da bist du platt!"

Wenn sich Leute über neue Filme des Backwood-Horror-Roadmovie Subgenres wie “Jeepers Creepers” oder “Wrong Turn” aufregen, bleibt einem eigentlich der Mund offen stehen. Sicherlich bedienen sich diese Neuauflagen bei den Klassikern aus den 70-er Jahren, aber liefern in ihrer Struktur doch solide Genrekost. Komödien-Regisseur Michael Davis (“100 Girls”, “Girl Fever”) will mit seinem “Monster Man” schließlich ein jüngeres Publikum ansprechen. Mit einem dicken Augenzwinkern setzt er auf eine krude postmoderne Bearbeitung des oben angesprochenen Stoffes: als sehr grobe Mischung aus Gross-out Komödie im Stile von “Road Trip” und degeneriertem Backwoods-Horror nimmt dieser Film wirklich gar nichts ernst. Dafür verweilt er auch viel zu lange (ca. 3/4 des Films) im seichten Fahrwasser einer zotigen Teenager-Komödie. Der spießige Lusche Adam (Eric Jungmann) und sein großmäuliger wie fetter Kumpel Harley (Justin Urich zieht eine eher nervige Jack Black Imitation ab) wollen zur Hochzeit einer alten Freundin fahren. Während Adam den kühnen Gedanken hegt, seiner Bekannten vor dem Altar seine lange geheimgehaltene Liebe zu gestehen, zieht ihn Harley in einem unendlichen Dauerjoke als armen Tropf auf. Durch Harleys große Klappe haben die beiden Ausflügler auch bald einen wahrlich krassen Monster Trucker an der Stoßstange hängen, der den beiden Schnarchnasen augenscheinlich ans Leder will. Dabei hätte Harley lieber die hübsche Anhalterin (Aimee Brooks), die die beiden unterwegs aufgelesen haben, an seiner eigenen Stoßstange hängen. Kann dieses Trio Infernale dem unheimlichen Monster Trucker entkommen? “Monster Man” ist ganz klar ein Party-Film für Teenager. Die werden allerdings dank fehlender Jugendfreigabe diesen Film wohl erstmal nicht zu Gesicht bekommen. Der wenige Horror, der diese Einschränkung legitimiert, setzt dafür auch erst ganz zum Schluss ein und wird derart ungeschickt präsentiert, dass sich beim Zuschauer vor Strunzdummheit das Hirn freiwillig für einen mehrwöchigen Urlaub vom Tagesgeschäft im Schädel verabschiedet. Hinter dieser Beklopptheit steckt aber wahrscheinlich Methode. Schließlich will der clevere Regisseur sein Genre ja auf die Schippe nehmen und so die oftmals fragwürdigen Auflösungen, einschließlich fadenscheiniger Erklärungen der Täter, anprangern. So bleibt ein wirklich schaler Geschmack zurück, den übles Fast-Food nunmal so mit sich bringt.

BILD

Monster Man

Das anamorphe Bild (1.78:1) dieser Direct-to-Video Produktion ist sehr gut geraten. Die Vorlage ist fehlerfrei und zeigt keine Rückstände von Dreckspuen oder Spratzern. Auch Schärfe und Kontrast sind sehr gut geraten. Auch kleine Details im Hintergrund sind immer sehr gut auszumachen. Die Farben sind sehr kräftig und teilweise stark überbeton (besonders die Rottöne). Dies führt an einigen Stellen zu einem sehr künstlichen Eindruck, der durch Filteraufnahmen zusätzlich verstärkt wird. Der Schwarzlevel ist sehr tief aber trotzdem äußerst detailreich. Die Kompression verhindert die Bildung von digitalen Artefakten und hält das Bild stabil. Ein sehr guter Transfer.

TON

Monster Man

Auch der Dolby Digital 5.1 Ton in Deutsch und Englisch ist sehr gut geraten, obwohl er nur an wenigen Stellen wirklich richtig zur Geltung kommt. Sobald der Monster Truck auf der Bildgfläche erscheint dröhnt das Wohnzimmer dank fleißigem Basseinsatz. Ansonsten bleibt der Surroundeinsatz auf ein paar atmosphärische Momente beschränkt. Die Dialoge sind fest im Center verankert und immer gut verständlich. Eine Überraschung ist die wirklich gute deutsche Synchronisation des Films, die sich nicht nach einer Sixpack-Wochend-Session anhört, sondern voll überzeugen kann. Gut.

EXTRAS

Das Hauptextra ist das knapp 20-minütige “Making of”, das einen sehr amüsanten Eindruck von Regisseur Michael Davis und seinem Team hinterlässt. Von der einfachen Konzeptionierung bis zur Produktion wird sich hier eher fleißig auf die breiten wie schmalen Schultern geklopft. Versüßt mit einigen wirklich lustigen Behind-the-Scenes Aufnahmen kann die Dokumentation ganz gut unterhalten. Das dreieinhalbminütige Gag-Reel ist dabei weitaus weniger lustig geraten und deshalb irgendwie überflüssig. Spaßig ist der schon in der Dokumentation erwähnte “animierte Trailer”, der auf den Filmmärkten für Investoren gespielt wurde, anzusehen. Das ist wirklich kreatives Filmemachen, das im Vergleich zum eigentlichen Film sogar weitaus besser abschneidet. Ein Trailer auf Deutsch und Englisch sowie eine Bildergalerie beschließen die Extras.

FAZIT

Als trashiger Partyfilm für Teenager hat “Monster Man” sicherlich seine Qualitäten. Als Horror- oder Genrefilm bleibt der postmoderne Komödienmischmasch eher selbst als ‘Roadkill’ auf der Einbahnstraße der Fastfood-Entertainment Branche zurück. An der DVD von Kinowelt gibt’s allerdings nichts auszusetzen. Beste Bildqualität, eine sehr gute deutsche Synchronisation und eine unzensierte Fassung dürften Trashfans das Herz vor Freude aus der Brust hüpfen lassen.



Kay Pinno


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