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Mucha Sangre   

Mucha Sangre
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Original: Mucha Sangre   (Spanien, 2002)
Laufzeit: 80 Minuten (PAL)
Studio: i-on new media / Splendid
Regie: Pepe de las Heras
Darsteller: Paul Naschy, Isabel del Toro, Rodolfo Sancho, Txema Sandoval u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch DD2.0 Spanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2-/ 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Popo Paella"

Wie jeder von uns Aufgeklärten weiß, sind die Außerirdischen bereits unter uns und übernehmen langsam die Erde. Soweit ist die Geschichte des spanischen Party-Films “Mucha Sangre“ keine Überraschung. Wie sich die Zombie-Außerirdischen in diesem Spaßfilm von einigen Gnaden allerdings gebärden, ist dann doch erschreckender als wir alle gedacht hatten. Allen voran treibt Oberzombie-Alien Paul Naschy sein Unwesen in der spanischen Provinz. Sein Hauptquartier befindet sich in einem Club. Dort tauchen auch zwei Ausbrecher auf, die während ihrer Flucht erst einmal eine attraktive Frau als Geisel nehmen. Einer der Ausbrecher saß 10 Jahre im Gefängnis und möchte nun seinen Anteil an der damaligen Beute eintreiben. Natürlich weiß er nicht, dass sein Kumpan von damals inzwischen zum Oberzombie-Alien aufgestiegen ist, und so ist man über die Kugelresistenz der bösen Buben im Club doch sehr überrascht. Man zieht sich erst einmal zur Lagebesprechung zurück. “Mucha Sangre“ jongliert mit seinen Versatzstücken herum, als wäre er das letzte B-Picture auf dieser Erde, das noch gedreht wird. Splatter trifft auf Science-Fiction mit Action und Roadmovie-Touch. Stilisierte Bilder, die nur noch als ikonographisches Klischee funktionieren (z.B. die ganz in schwarz gekleidete, schlanke Spanierin mit einer Autopanne zu selten lässiger spanischer Rockmusik) werden mit einem Humor vermischt, der bei den einen nur blanke Ablehnung heraufbeschwören und diejenigen, die sich darauf einlassen, amüsieren wird. Tatsächlich hat die Dreistigkeit, mit der hier auch platte Gags wiederholt werden, etwas Sympathisches an sich. Auf Seiten der Macher hat sich definitiv niemand darüber Illusionen gemacht, was für ein Film hier gedreht wurde. Alle Freunde des bizarren, manchmal auch geschmacksunsicheren spanischen Genre-Films werden bei diesem Party-Kracher ihren Spass haben. Die Sezierung eines Zombie-Aliens zu Beethovens “Freude, schöner Götterfunken“ sollte man sich jedenfalls nicht entgehen lassen.

BILD

Mucha Sangre

Die aufgeräumte Vorlage sorgt für eine sehr gute Bildqualität ohne Dreckspuren und Bildpunkte. Die Schärfe ist in Nahaufnahmen ausgezeichnet, fällt bei Totalen jedoch ein wenig ab. Am wichtigsten sind bei diesem Film aber die Farben. Pepe de las Heras visualisiert seine Versatzstückorgie mit einem grellen Design, dass auf der DVD ausgezeichnet Dank kräftiger Farben zur Geltung kommt. Auch der Kontrast unterstützt den Sehgenuss, obwohl in den sehr dunkeln Szenen schon mal das eine oder andere verschluckt wird. Konturenflimmern und leichte Rauschmusterentwicklung sind ebenfalls zu beklagen.

TON

Mucha Sangre

Der Ton ist gut ausgefallen. Beim deutschen 5.1-Track sind die Dialoge klar und verständlich. Darüber hinaus hat man sich bemüht, ein wenig Surroundkulisse aufzubauen. Hier muss weitgehend die Musik herhalten, wenn auch die Schießereien einen leichten räumlichen Touch bekommen. Der spanische 2.0-Track ist deswegen jedoch kaum schwächer einzuschätzen. Verständliche Dialoge und eine gelungen ausgebreitete Front-Stage-Kulisse, die in den Action-Szenen aber etwas breiartig ineinander geflossen wirkt, sorgen für einen ordentlichen Eindruck.

EXTRAS

Als Extra gibt’s nur den Trailer.

FAZIT

„Mucha Sangre“ ist der richtige Splatter-Film für einen bierseeligen DVD-Abend. Das spanische B-Picture mag man entweder oder man hasst ihn.



Stefan Dabrock


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