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Naked Weapon   

Naked Weapon
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Original: Chek law dak gung   (Hongkong, 2002)
Laufzeit: 92 Minuten (PAL)
Studio: McOne
Regie: Tony Ching Siu Tung
Darsteller: Maggie Q, Anya, Daniel Wu, Jewel Lee, Almen Wong, Benny Lai u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch, Kanton.
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2 / 4 (Bild/Ton/Extras)


"Tödlicher Stolz!"

In Hongkongs Filmindustrie gibt es einen Spezialisten für absurde, sleazige Unterhaltungsfilme, die mit einem sehr gewöhnungsbedürftigen Humor aufwarten: Wong Jing. Bei einem Film, den er produziert und auch noch das Drehbuch geschrieben hat, spielt der Regisseur fast gar keine Rolle mehr, so augenfällig ist der Stil Wong Jings. Dementsprechend liegt die Vermutung nahe, dass Tony Ching Siu Tung bei “Naked Weapon” auch nicht viel mehr erledigt hat, als die Action-Choreographie. Erzählt wird das Schicksal zweier Profikillerinnen, die als kleines Mädchen zusammen mit einigen anderen Kindern auf eine einsam gelegen Insel entführt wurden. Dort unterzog die fiese Madam M die Mädchen einem harten Drill. Ziel der Aktion war es, neue Rekrutinnen für ihren international agierenden Profikillerinnen-Ring heranzuzüchten. Nach mehreren Jahren harter Ausbildung blieben nach einem darwinistischen Auswahlprinzip nur noch drei Frauen übrig, die nun für Madam M tätig sind. Ein Polizist aus Hongkong ermittelt im Fall der Madam M. Dabei verfolgt er die Spur der verschwundenen Mädchen, wobei es ihm vor allem eins angetan hat, in das er sich verliebt. “Naked Weapon” kombiniert die Klischees des Knastfilms mit denen des Militärausbildungsfilms, um das ganze durch eine merkwürdige Liebesgeschichte inklusive typischer Profikiller-Szenen aufzupeppen. Vor allem der Beginn des Films, wenn kleine Mädchen von Muskelmännern durch die harte Schule einer unmenschlichen Ausbildung gescheucht werden, liefert Sleaze pur. Hier ist Wong Jing ganz in seinem Element. Vermutlich ohne es zu wollen gelingt ihm jedoch mit “Naked Weapon” ein erstaunlich moralisches Produkt. In der ersten Szenen sieht der Zuschauer einer Frau auf Tötungsmission, die cool ihren Job erledigt; eine selbstbewusste, stolze Frau? Mitnichten, sondern eine gebrochene Frau. Mit aller Härte präsentiert “Naked Weapon” darauf in Form der widerlichen Ausbildung die Bedingungen, die einen solchen gefühlskalten Menschen gebiert. Im Laufe der Handlung muss die Hauptfigur - eine der Profikillerinnen – lernen, wieder eine menschliche Seite zu entwickeln. Dies macht “Naked Weapon” neben den guten Action-Szenen sehenswert, da kann man auch über die ein oder andere unfreiwillig komische Szene hinwegsehen.

BILD

Naked Weapon

Für einen Hongkong-Film fällt die Vorlage sehr gut aus. Nur wenige Bildpunkte und Dreckspuren beeinträchtigen das Bild. Die Schärfe des Films liegt in einem guten Bereich. Dasselbe gilt auch für die Farbwiedergabe. Das blassgrüne Dschungelambiente auf der Insel während der Ausbildung kommt ebenso korrekt zur Geltung wie die stylish ausgeleuchteten Nachtszenen, etwa der Endkampf. Hier und da neigt der Schwarz-Level zu einem leicht milchigen Bild, dafür halten sich die Rauschmuster in Grenzen. Insgesamt eine gute Bildqualität.

TON

Naked Weapon

Der Surroundsound liefert war keine weltbewegenden Effekte, kann aber gerade in den Action-Szenen eine gelungene Räumlichkeit präsentieren. Dies gilt vor allem in der Szenen, wo ein Spiegel zertrümmert wird, oder die hübsche Regenkulisse bei einer der Attentatsmissionen. Die Dialoge sind klar und verständlich, störendes Rauschen gibt es ebenso wenig, wie die Abmischung die einzelnen Soundelemente ausgewogen verteilt.

EXTRAS

Das enthaltene Making-Of hat zwar eher den Charakter eines Promotion-Videos, ist aber insofern interessant, als die Beteiligten erläutern, wie sie die Geschichte des Films verstanden wissen wollen. Darüber hinaus enthält die DVD nur einen Trailer, einen Bildergalerie und Biografien.

FAZIT

Auf eine seltsam anmutende Weise ist “Naked Weapon” ein sehr sehenswerter Film geworden. Sleaze trifft Action und Love-Story, die in einem aberwitzig eingeführten Klischeebild gipfelt.



Stefan Dabrock


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