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Nameless, The   

Nameless, The
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Original: Los sin Nombre   (Spanien, 1999)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Jaume Balagueró
Darsteller: Emma Vilarasau, Karra Elejalde, Tristán Ulloa, Pep Tosar u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Spa, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kurzfilme, Deleted Scenes, Making of u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1 / 1 / 2- (Bild/Ton/Extras)


"Ein Albtraum besitzt keinen Namen!"

Das spanische Kino war gerade auch in den 90er Jahren starken Genre-Impulsen ausgesetzt, die einige der besten Werke im Horrorfilmbereich hervorgebracht haben. Einer dieser Newcomer ist Jaume Balagueró, der 1999 mit “The Nameless” ein erstaunliches Langfilm-Regiedebüt hingelegt hat. Zu Recht erhielt der gespenstisch inszenierte Film beim renommierten Festival in Geradmer vier Preise (Jury Award, International Critics Award, Audience Award, Press Award). Im Zentrum der Handlung steht eine Mutter, die vor fünf Jahren ihre junge Tochter bei einem abscheulichen Verbrechen verloren hat. Inzwischen lebt sie von ihrem damaligen Mann getrennt und hat einen Job in einem Verlag. Plötzlich eines Nachmittags klingelt das Telefon und am anderen Ende der Leitung meldet sich ihre tot geglaubte Tochter, die sie um Hilfe anfleht. Sie – wer das ist verrät die Tochter nicht – würden schlimme Dinge mit ihr machen. Die Spur führt zu einem verlassenen Haus am Strand, wo die Mutter tatsächlich etwas findet, was mit ihrer Tochter in Verbindung zu stehen scheint. Voller Angst wendet sie sich an den Polizisten, der vor fünf Jahren die Ermittlungen leitete. Inzwischen arbeitet er nicht mehr bei der Polizei, so dass er seine Zeit opfert, um der verzweifelten Mutter zu helfen. Gemeinsam geraten sie in den Einflusskreis einer seltsamen Geheimorganisation. Regisseur Jaume Balagueró hat perfekt verstanden, welche Bedeutung der Tonspur bei einem Horrorfilm zukommt. Immer wieder schleicht sich das Sounddesign mit wispernden oder schneidenden Geräuschen, deren Ursprung nicht zu ermitteln ist, in die angsterfüllte Seele des Zuschauers. So vermag es Balagueró, mit recht einfachen Mitteln und ohne übertriebenen Budenzauber eine düstere Atmosphäre auf die Leinwand zu zaubern. Dazu trägt in gleichem Maße die Kameraarbeit bei. Ständig befinden sich irgendwelche Menschen im Halbschatten, sind die Szenerien in ein streuendes Zwielicht getaucht oder wird eine Perspektive eingenommen, die suggeriert, dass die Hauptfiguren gerade von jemandem beobachtet werden. So präsentiert der Film eine ständige Beunruhigung, die sich aus einer Macht speist, welche über allem zu wachen scheint. “The Nameless” ist eine Fleischwerdung des Bösen schlechthin, das sich immer die leicht angreifbaren Opfer sucht. In der Schwäche der anderen findet es seine Stärke und gelangt zu abgründiger Größe. Dieser Horror ist das Geheimnis von “The Nameless”.

BILD

Nameless, The

Die gespenstische Wirkung des Films wird durch ein sehr gutes Bild unterstützt, das der Silberling zu bieten hat. Die Vorlage weist keinerlei Verschleißspuren auf, wie sie sich bei manch anderer DVD bereit machen. Vor allem die zwielichtige Atmosphäre mit ihrem sehr speziellen Kontrast wurde in guter Weise auf die Scheibe transferiert, so dass der Film sein volles Potential ausspielen kann. Die Szenerien haben eine sehr gute Schärfe und der Schwarz-Level mit seinen Grauabstufungen liegt ebenfalls in einem Bereich, dass man sich freuen kann.


TON

Nameless, The

Bei einem Horrorfilm wie “The Nameless” kommt dem Sound eine ganz besondere Rolle zu, da er maßgeblich für die Spannung sorgt. Vor diesem Hintergrund überzeugt die DVD auf der ganzen Linie. In sehr klarer Weise und mit einer wundervollen Dynamik versehen bieten die 5.1-Spuren einen satten Sound, der einem manchmal das Blut in den Adern gefrieren lässt. Der deutsche 2.0-Ton bietet ebenfalls noch eine gute räumliche Aufteilung auf der Front-Stage, kann aber in Punkto Sattheit und Differenziertheit nicht mit den 5.1-Spuren konkurrieren. Aber ach hier funktioniert der Film noch recht gut. Alle Spuren bieten klar verständliche Dialoge ohne Rauschen.

EXTRAS

Auf einer zweiten DVD hat e-m-s eine Reihe von Extras zusammengestellt. Das Herzstück bilden sicherlich die beiden Kurzfilme Balaguerós, “Alicia” (9 Minuten) und “Days without Light” (11 Minuten). Auch wenn sie wahrscheinlich nicht jedermanns Sache sind gebührt e-m-s ein großes Lob für die sinnvolle Dreingabe. Das Video-Interview mit Jaume Balagueró liefert einige interessante Passagen, wo er ein bisschen grundsätzlicher über sein Filmverständnis plaudert. Zusätzlich gibt es einen kleinen Einblick in zukünftige Projekte. Sein nächster Film “Darkness” kann übrigens in diesem Jahr auf dem Fantasy-Filmfest bewundert werden (nähere Informationen unter www.fantasyfilmfest.com). Das Making Of bleibt zumeist eher in einem Bereich stecken, der den Film lediglich wiederholt. Die Deleted Scenes sind zum großen Teil überflüssig, zwei von Ihnen geben aber noch einen weiteren Einblick in die Charakterisierung und lohnen sich deshalb. Den Abschluss des Bonus-Materials bilden ein schönes Video zu einem Musiktitel, der im Film verwendet wird, die Trailer, TV-Spots, eine Bildergalerie und Bio-/Filmographien.

FAZIT

Für jeden Genrefilmfan gilt hier selbstverständlich eine Kaufverpflichtung, wenn nötig vom Arzt verschreiben lassen. Ein toller Film wurde in guter Qualität und mit einigen guten Extras versehen würdig herausgebracht.



Stefan Dabrock


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