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Alatriste   

Alatriste
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Original: Alatriste   (Spanien, Frankreich, USA, 2006)
Laufzeit: 139 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Agustin Diaz Yanes
Darsteller: Viggo Mortensen, Elena Anaya, Javier Cámara, Eduardo Noriega, Blanca Portillo u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3-/ 1-/ 5 (Bild/Ton/Extras)


"Wir wandern nach Flandern"

Eigentlich standen die Chancen gut, dass “Alatriste” ein ganz großer europäischer Abenteuerfilm vor historischer Kulisse hätte werden können. Der spanischen Prestige-Produktion wurde ein zweistelliger Millionen-Euro-Etat zur Verfügung gestellt und die Hauptrolle übernahm kein geringerer als Viggo Mortensen. Basierend auf den erfolgreichen Romanen von Arturo Perez-Reverte sollte die Geschichte des Capitain Alatriste geschildert werden, der zur Hochzeit des spanischen Imperiums in den Flandern-Kriegen anno 1624 diente, und in zahlreiche politische wie persönliche Intrigen um das Wohl Spaniens verwickelt wird. Neben seiner (nicht ganz freiwilligen) Militär-Karriere wird Alatriste zum Söldner, gedungenen Meuchelmörder, Frauenumgarner und Pirat. Hört sich spannend an? Allerdings. Warum der Film allerdings trotz einer großartigen Ausstattung und Atmosphäre völlig den Bach hinunter geht, liegt an der undifferenzierten Regie von Agustin Diaz Yanes und einem zusammengestückelten Drehbuch, das tatsächlich sechs (!) Romane in eine Laufzeit von 139 Minuten quetschen will. Ein hoffnungsloses Unterfangen. Nicht nur dass die zahlreichen Charaktere und (eigentlich interessanten) Subplots immer wieder ins Leere laufen - bei den teilweise eklatanten Zeitsprüngen bleibt der Film dem Zuschauer auch noch eine historische Verortung schuldig, die zum Verständnis der wechselnden Machtverhältnisse und Komplikationen einfach notwendig sind. “Alatriste” hätte eine wunderbare TV-Miniserie werden können, die den wuchtigen Alatriste als eine Art militanten Forrest Gump des spanischen Imperiums im 17. Jahrhundert ausspielt, der die Höhen und Tiefen dieser Zeit auf seine ganz eigene Weise erfährt. Der Film aber bleibt ein spanischer Flickenteppich aus losgelösten Episoden, dessen Charaktere einem so verschlossen bleiben, wie die Soldkasse des Königs für die Soldaten.

BILD

Alatriste

Das anamorphe Widescreentransfer (1.85:1) des jungen Abenteuerfilms ist erstaunlich durchwachsen geraten. Obwohl die eigentliche Filmvorlage sehr gut aussieht - Dreckspuren oder Alterserscheinungen sind natürlich nicht vorhanden - zeigt sich gleich in den ersten nebeligen Kriegsszenen, dass die Kompression hart zu kämpfen hat. diese Sequenzen sind stark grieselig und zeigen deutlich Kompressionsartefakte. In späteren Szenen fängt sich das Bild wieder und zeigt eine solide Schärfe und rauschfreie Hintergründe. Dennoch zeigt sich besonders in den dunklen Szenen der schwache Schwarzlevel, der neben einer deutlichen Matschigkeit auch ein Bildrauschen mit sich bringt. Generell sind die Farben ein wenig zurückgenommen und wirken eher matt. Die Kompression zeigt besonders in den Hintergründen immer wieder Schwächen. Nur in den hellen Szenen bleibt das Bild wirklich stabil. Ganz knapp noch befriedigend.

TON

Alatriste

Im Gegensatz zum Bild weiß der DD5.1 Track wirklich zu gefallen. Die räumliche Auflösung des Sounds auf den Kriegsschauplätzen ist wirklich sehr gut gelungen. Während die Charaktere durch den Nebel und Pulverdampf stampfen, lassen sich rundherum unheilverkündende Geräusche wahrnehmen. Wenn es schließlich zum Kampf kommt, lassen sich auch hier deutlich die Schüsse und Degenstreiche über die Surroundboxen verorten. Die Dialoge sind dabei fest und immer gut verständlich im Centerkanal plaziert. Störende Überlappungen oder Tonausfälle konnten nicht festgestellt werden. Ein sehr guter Surroundtrack.

EXTRAS

Als einziges Extra gibt es einen Trailer zum Film.

FAZIT

Das teuerste Historienepos Spaniens scheitert an einem Flickenteppich als Drehbuch. Als Ausstattungsschlacht gewinnt der Film zwar, aber eine nachvollziehbare Geschichte oder Charakterentwicklungen bleiben aus. Die zudem schwache Bildqualität der DVD lässt höchstens den Gang in die Videothek zu.



Kay Pinno


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