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Nibelungen, Die   

Nibelungen, Die
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Original: Nibelungen I + II   (BRD, 1966)
Laufzeit: jeweils 86 Minuten (PAL)
Studio: Polyband
Regie: Harald Reinl
Darsteller: Uwe Beyer, Karin Dor, Rolf Henniger, Dieter Eppler, Herbert Lom, Mario Girotti u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch DD-Mono Deutsch
Untertitel: -
Extras: Interview mit Dieter Eppler, Trailer
Preis: ca. 28 €
Wertung: 5+/ 2-/ 3- (Bild/Ton/Extras)


"Siegfried im Olymp!"

Harald Reinl gehört zu den interessantesten deutschen Nachkriegsregisseuren, war er doch in der Lage, bunte Abenteuerfilme mit einem sicheren Gespür für visuelle Qualitäten und die dramatische Wendungen zu drehen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen sicherlich die “Winnetou-Filme” mit Pierre Briece und Lex Barker in den Hauptrollen. 1966 nahm er sich einer zweiteiligen Umsetzung der Nibelungen-Sage an, die mit Uwe Beyer als Siegfried einen olympischen Hammerwerfer zu bieten hatte. Daneben glänzen Karin Dor, Rolf Henniger, Herbert Lom und Dieter Eppler. In einer Nebenrolle ist außerdem Terrence Hill zu sehen, der später an der Seite von Bud Spencer eine Vielzahl gelungener Komödien drehen sollte. In knapp drei Stunden erzählt Reinl die bekannte Geschichte um den Helden Siegfried, der sich erst den Nibelungenschatz unter den Nagel reißt, danach einen Drachen besiegt, dessen Blutbad ihn unverletzlich macht (außer an der Stelle, wo das Feigenblatt hinflog) und sich schließlich unsterblich in Kriemhild verliebt. Um die hübsche Schwester des Burgunderkönigs Gunther heiraten zu können, muss er diesem jedoch zunächst zur Gunst der isländischen Königen Brunhilde verhelfen. Nach allen Erfolgen wendet sich das Schicksal gegen Siegfried, der einem gemeinen Mordanschlag zum Opfer fällt. Darauf heiratet Kriemhild den Hunnenkönig Etzel und schürt auf intrigante Weise den Hass gegen die Attentatsverantworlichen. Auch wenn drei Stunden Länge beachtlich sind, bedeutet das für ein so aufwendiges Epos, wie es die Nibelungen-Sage ist, dass die Verfilmung in dichter Folge die vielen Ereignisse unterbringen muss. Schlag auf Schlag eilt Reinl von einem Handlungsort zum nächsten. Auch wenn dabei ein wenig die Ausarbeitung der Charaktere leidet, sorgt es dafür, dass ein spektakulärer Abenteuerfilm entstanden ist, der bereits lange vor dem modernen Actionfilm das Kino als Ort der immerwährenden Bewegung feiert. Ohne jeglichen Anflug von Langeweile entfaltet sich das visuell ausgreift verfilmte Epos mit seinen Heldentaten, Tragödien und den menschlichsten aller Gefühle, der Liebe und dem Hass, vor dem Zuschauer. Emotion und buntes Spektakel verbindet sich zu einem mitreißenden Stück Kinogeschichte.

BILD

Nibelungen, Die

Die Bildqualität der Vorlage ist ausgesprochen gelungen. Ohne größere Dreckspuren leuchten die Farben in feinster Qualität. Dem Alter des Films entsprechend kommt man natürlich nicht ohne jegliches Rauschen aus. Während der erste Teil der DVD folglich den Klassiker würdig präsentiert, kann man das über den Zweiten Teil nicht mehr sagen. Während sich die etwas stärker auftretenden Rauschmuster noch verschmerzen ließen, grenzt es an eine Unverschämtheit, dass man das nicht mehr im korrekten Kinoformat von 1:2,35 vorliegende Material dennoch daraufhin abgekascht hat, um den Anschein zu erwecken, es gäbe keine Unterschiede zwischen Teil 1 und Teil 2. Spätestens wenn in einer Szene, welche eine Halbtotale zeigt, die dialogführende Figur so weit von oben angeschnitten wird, das die Augen fast nicht mehr im Bild zu sehen sind, ist klar, dass hier ärgerlicher Schindluder getrieben wurde (Deswegen auch die schlechte Note bei der Bildqualität).

TON

Nibelungen, Die

Die Tonqualität der DVD ist hingegen durchgängig gut. Das gilt sowohl für den Mono-Ton, der zwar entsprechend verrauscht ist, aber gut verständlich bleibt, als auch den 5.1-Upmix, der noch einmal ein Plus an Dynamik bringt. Vor allem die Musik kommt hier besser zur Geltung.




EXTRAS

Als Bonus-Material fällt neben den üblichen Trailern und der Bildergalerie, die einige schöne Motive beinhaltet, ein Interview mit Dieter Eppler auf. Auch wenn dies nicht besonders lang ist, macht es Spass dem Darsteller bei seinen Erzählungen über die Dreharbeiten zu folgen.

FAZIT

Harald Reinls Nibelungen-Verfilmung ist feinstes Abenteuerkino, das immer noch frisch erscheint und in jedem Fall einen Blick wert ist. Polybands DVD weist jedoch einige schwer verdaubare Schwächen auf.



Stefan Dabrock


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