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Purpurnen Flüsse, Die   

Purpurnen Flüsse, Die
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Original: Les revieres pourpres   (Frankreich, 2001)
Laufzeit: 102 Minuten (PAL)
Studio: BMG
Regie: Mathieu Kassovitz
Darsteller: Jean Reno, Vincent Cassel, Nadia Fares, Dominique Sanda, u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch,Englisch,NL,TR, u.v.a.
Extras: Making of, Anatomieszene-Special, Trailer
Preis: ca. 25 €
Wertung: 3+/2/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Jemand wollte, dass er leidet!"

Der französische Regisseur Matthieu Kassovitz erregte schon mit seiner krassen Milieu-Studie über Pariser Vorstadt Ghettos “Hass” großes Aufsehen. Die meisten Kinogänger werden ihn allerdings eher als Love-Interest von “Amelie” Poulain kennen. Der düstere Bestseller-Thriller aus der Feder von Jean-Christophe Grangé (auch für das Drehbuch verantwortlich!) vereint zum ersten Mal die französischen Superstars Jean Reno und Vincent Cassel als Ermittler auf der Suche nach einem Serienkiller. Polizeilegende Pierre Niemans (Reno) kommt aus Paris in ein entlegenes französisches Bergkaff. Dort wurde in einer Bergwand eine grausam verstümmelte Leiche eines Studenten der örtlichen Traditionsuniversität gefunden. Sein örtlicher Kollege Max Kerkerian (Cassel) schlägt sich derweil mit einer Grabschädung an dem Grab eines kleinen Mädchens herum. Schon bald kreuzen sich die Spuren der beiden Ermittler und führen direkt zur Universität. In dichter und stimmiger Atmosphäre versucht Kassovitz über 100 Minuten mit dem Zuschauer ein düster-makaberes Geheimnis zu lüften. In den ersten zwei Dritteln gelingt dem Franzosen dieses Vorhaben. Das letzte Drittel und besonders die Auflösung des Films ruinieren die im nachhinein recht offensichtliche Geschichte hinter den kruden Morden. Trotzdem bleibt der düstere Eurothriller allemal sehenswert.

BILD

Purpurnen Flüsse, Die

BMG präsentiert “Die purpurnen Flüsse” im korrekten Bildformat von 2.35:1. Das anamorphe Bild ist jedoch ein wenig enttäuschend: Insgesamt sieht der Film sehr matschig und oft unscharf aus. Außerdem hat sich auch ein leichtes Zeilenflimmern an Kanten eingeschlichen. Desweiteren zeigt sich die schwache Kompression in schnellen Kamerafahrten und schnellen Schwenks durch offensichtliches ruckeln. Dies lässt sich bei dem Hubschrauberflug zu Beginn des Films sehr deutlich beobachten. Auch die Farben (trotz des teilweise gewollten Looks!) wirken oft etwas matt und ausgelutscht. Der Schwarzlevel ist etwas inkonsistent und schwankt auch zwischen sehr dunklen und milchigen Passagen. Die Vorlage ist weitesgehend frei von Dropouts und Dreckspuren. Ab und an gibt es jedoch mal kleine Spratzer auf dem Bildschirm zu entdecken. Obwohl der Transfer trotz dieser Mängel ganz Okay ist, hätte für einen aktuellen Film mehr Sorgfalt walten müssen.

TON

Purpurnen Flüsse, Die

Die Soundkulisse der “Purpurnen Flüsse” bügelt die Schwächen im Bildtransfer wenigstens ein wenig aus. Sanft rieselt und knirscht der Schnee aus allen Boxen. Soundtrack und Dialoge stehen im guten Verhältnis und lassen keine störenden Überlappungen aufkommen. Im Wechsel zwischen aggressiven Actionpassagen und eher ruhigen Momenten lotet der Soundtrack gut die tiefbassigen wie die feinen Momente aus. Auch die Räumlichkeit wird in einzelnen Szenen gut genutzt. Toll wirkt der Kampf von Kerkerian gegen die Skinhead-Punks. Soundtrack, Geräusche, die Videospieleinblendungen und die Anfeuerungen wuschen dem Zuhörer im Kreis um die Ohren. Ordentliche Leistung.

EXTRAS

Bei den Extras wurde leider auf den Audiokommentar von Regisseur Kassovitz und seinen beiden Hauptdarstellern verzichtet. Dafür gibt es ein ausführliches “Making of” (50 Minuten) das wirklich gut die Entstehung des Films und auf die Änderungen zu dem Roman eingeht. Hierbei kommen alle Beteiligten zu Wort. Ein weiteres Videosegment beschäftigt sich speziell mit den expliziten Pathologieszenen. In ca. 20 Minuten werden hier alle Aspekte der Inszenierung von den Beteiligten durchgesprochen. Toll. Beide Segmente liegen in Französisch mit optionalen (und sehr holperigen!!!) deutschen Untertiteln vor. Desweiteren gibt es noch den Trailer und einige Bio-/Filmographien. Auch ohne Audiokommentar sind die Extras immer noch eine solide Packung.

FAZIT

Auch wenn das Finale durch Logik- und Storylöcher enttäuscht ist “Die purpurnen Flüsse” gelunge Thriller-Unterhaltung aus Euroland. Trotz des fehlenden Audiokommentars der französischen Fassung sind die Extras umfassend gelungen. Nichtkenner des Films sollten vielleicht erstmal den Weg in die Videothek wagen, bevor sie hier zugreifen.



Kay Pinno


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