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Requiem   

Requiem
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Original: Requiem   (Frankreich, 2002)
Laufzeit: 89 Minuten (PAL)
Studio: Kinowelt
Regie: Herve Renoh
Darsteller: Patrick Dell’Isola, Moussa Maaskri, Jean-Louis Loca, Jo Prestia u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch
Untertitel: -
Extras: Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3-/ 1 / 5- (Bild/Ton/Extras)


"Für Verbrecher ist auch ein Kloster ein Gefängnis!"

Vor 13 Jahren ist der Überfall auf eine Juweliersfamilie schief gegangen. Seitdem sitzen die Bandenmitglieder im Gefängnis, außer einem. Der hatte in einem Streit mit seinen Gangsterkollegen eine Kugel abbekommen und war auf dem Transport ins Krankenhaus gestorben, wachte aber wieder auf. Nach diesem Erlebnis hat ihn der weitere Lebensweg ins Kloster geführt. 13 Jahre später wird er immer noch von Alpträumen gequält. Gleichzeitig sorgt der seltsame Goliath, der unbekannte Auftraggeber des Juwelierfamilien-Überfalls, für die Befreiung seiner ehemaligen Angestellten, deren Flucht natürlich in eben dem Kloster endet, wo ihr wieder auferstandener Kollege als Mönch lebt. Zunächst erkennen sie ihn jedoch nicht. Statt dessen konzentrieren sie sich auf die Festsetzung der wenigen Christenmänner und einer Wanderin. Das Ziel heißt, irgendwie die begonnene Flucht fortzusetzen, wobei sich die unterschiedlichen Charaktere der Gangster offenbaren. Mancher ist offen sadistisch, während andere Gewalt nur anwenden wollen, wenn es nötig ist. “Requiem” versucht aus der Konfrontation fromme Christen – böse Gangster, die auf engem Raum “eingesperrt” sind, Spannung zu ziehen. Das gelingt dem Regisseur in einzelnen Szenen auch recht leidlich, über weite Strecken vermag der Film aber nicht zu überzeugen. Das liegt an der dramaturgischen Schwäche, dass den ganzen Film über nicht ein einziges Mal klar wird, was für ein Ziel die Verbrecher verfolgen könnten. Die Flucht als Selbstzweck drängt sich etwas unangenehm in den Vordergrund. Das wäre möglicherweise sogar ein interessantes Thema, dem man sich widmen könnte, aber die Gangster sind nicht in der Lage ihre Situation zu erkennen, so dass es auch niemals zu einer Auseinandersetzung mit der eigenen Beschränktheit kommt. Wenn man böse ist, kann man sie durchaus als ein Mischung aus sadistischen Deppen und eher harmlosen Deppen beschreiben. Beide Charakterfiguren taugen leider nicht einmal zu anständigen Bösewichten, die man als Zuschauer hassen könnte, sondern nur zu Unverständnis über den Drehbuchschreiber. Der lässt ein weiteres Thema schamlos außer Acht. Beim Überfallversuch vor 13 Jahren war der später als Mönch tätige Gangster eindeutig verstorben. Hier offenbart sich eine religiöse, spirituelle Tiefe, die der Film bestenfalls ansatzweise weiter verfolgt. Das ist bedauerlich.

BILD

Requiem

Da “Requiem” ein sehr neuer Film ist, macht die Vorlage kaum irgendwelche Schwierigkeiten. Wie schon bei anderen französischen Filmen aus dem Hause Kinowelt liegen diese eher auf Seiten der Kompression. Das Bild ist sehr gerne in Bewegung. Da kommt es der DVD nicht gerade zu gute, dass viele Szenen nebelig oder dunkel sind. In solchen Momenten schlagen die Schwächen voll durch. Das Problem bleibt den ganzen Film über erhalten. So sollte es eigentlich nicht sein. In einigen Sequenzen ist der Kontrast zusätzlich ein bisschen zu hart gewählt, so dass die Mäntel der Gangster nur noch als schwarze Flächen ohne Struktur zu erkennen sind. Dr Schwarz-Level ist demgegenüber gelungen.

TON

Requiem

Der deutsche 5.1-Track sorgt auf wunderbare Weise für räumlichen Klang. Ob das nun verschiedene Effektgeräusche sind, wenn die Gangster zu Fuß durch einen Wald fliehen, sich der wuchtige Soundtrack in den Boxen breit macht oder die dynamischen Schießereien zu Geltung gebracht werden, stets hart man das Gefühl mittendrin zu sein. Wirklich unverständlich ist allerdings, warum der französische Originalton nicht auf der DVD enthalten ist. Vielleicht hat es Kinowelt ja nicht gewusst, aber es gibt sowohl in Deutschland lebende Franzosen, als auch sogar Deutsche, die französisch können. Nur weil solche Menschen nicht bei Kinowelt arbeiten, heißt das nicht, das sie nicht existieren.

EXTRAS

Das Bonus-Material besteht aus einem Trailer.

FAZIT

Der eher schwächere Film wurde zusätzlich mit einer in punkto Bildqualität schwachen technischen DVD-Edition gesegnet. Das braucht niemand.



Stefan Dabrock


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