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Resident Evil SE   

Resident Evil SE
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Original: Resident Evil   (GB, BRD, Fr, 2002)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: Universum
Regie: Paul W.S. Anderson
Darsteller: Milla Jovovic, Michelle Rodriguez, Eric Mabius, Colin Salmon, Heike Makatsch u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-ES Deutsch, Englisch DD-EX Deutsch, Engl
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Setaufnahmen u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 1-/ 2- (Bild/Ton/Extras)


"Try Harder!"

Mit diesem flotten Spruch auf dem T-Shirt lief Regisseur Anderson während der Dreharbeiten zu “Resident Evil” am Set herum. Hätte er sich mal selbst an diesen Gedanken gehalten. Denn trotz seiner Genre Erfahrung (“Mortal Kombat”, “Event Horizon”) hat er es nicht geschafft, den Wurzeln des Spiels treu zu bleiben. Auch wenn er in Interviews immer wieder beteuert, dass er ja unbedingt einen R-rated Film machen wollte. Der eigentliche Spielspaß von Resident Evil lag nämlich nicht nur in der allgemein düsteren Atmosphäre sondern auch in der Möglichkeit, onscreen zahlreiche Zombies und Mutanten zu zerschroten. Davon bekommt man im Film so gut wie gar nichts zu sehen. Peinlich schwenkt die Kamera in jedem entscheidenden Moment weg, um dem Zuschauer die entsetzten Gesichter der tapsigen Schauspieler zu zeigen. Unter der fiktiven Stadt Raccoon-City (in diesem Fall Berlin. He,he,he) befindet sich ein riesiges unterirdisches Forschungslabor der Umbrella-Corporation namens “The Hive”. Die stellen jedoch nicht nur billigen Hustensaft sondern auch fiese biologische Kampfstoffe her. Als einer dieser Viren freigesetzt wird, wird auch die unterirdische Basis abgeschottet. Ein militärischer Eingreiftrupp stößt bei der sofortigen Untersuchung des Unfalls auf die verwirrte Alice (Milla Jovovic). Sie hat ihr Gedächtnis verloren und wird von der Gruppe mit in den “Hive” genommen. Dort wartet schon das untote Personal auf Futter. Von dem geradezu hanebüchenen Plot abgesehen hätte der Film tatsächlich echtes Potential für einen B-Klassiker gehabt. Die Produktion sieht richtig gut aus und kann auch mit ein bis zwei hübschen Effekten aufwarten. Die beliebten Zombie-Hunde zum Beispiel sehen absolut hervorragend aus. Dafür tauchen sie auch nur einmal ganz kurz auf und werden von der blonden Kreisch-Else names Jovovich ins Jenseits befördert (Offscreen natürlich!). Man merkt einfach zu überdeutlich, dass die Produktion bewusst vor den blutigen Szenen ausgewichen ist. Dass dies besonders bei einem actionorientierten Horrorfilm nicht viel Sinn machen kann, sollte selbst dem dümmsten Produktionswichtel auffallen. Dabei machen es andere Genre-Filme so gut vor, wie gekonnt subtile Splattereffekte eingesetzt werden können. Wenn “Resident Evil” die Kompromisslosigkeit von Granaten wie “Final Destination 2” an den Tag gelegt hätte, wäre daraus sicherlich ein brauchbares Produkt geworden. Den Hut ziehen muss man allerdings vor dem hübsch apokalyptischen Ende des Films, dass sogar tatsächlich dem Inhalt der Spielserie entspricht. Bleibt zu hoffen, dass die Fortsetzung “Resident Evil: Nemesis” mehr Biss hat.

BILD

Resident Evil SE

Das Bild von “Resident Evil” ist eine echte Wucht. Die Vorlage ist aufgrund des jungen Alters perfekt. Analoge Defekte sind nicht vorhanden und das anamorphe Widescreenbild (1.85:1) ist wirklich klasklar. Schärfe und Kontrast sind absolut hervorragend und können selbst in Wideshots kleine Details enthüllen. Die Farben sind satt und kräftig und bringen den leicht künstlich wirkenden Look des Films auf den Punkt. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber verbirgt keine Details oder andere Bildinhalte. Die Kompression arbeitet sauber und verhindert Artefaktbildung oder Bildruckeln. Wie man es von einem neuen Film erwarten sollte, zeigt sich dieser Transfer von seiner besten Seite. Da gibt es einfach nichts zu meckern. Sehr gut.

TON

Resident Evil SE

Geklotzt und nicht gekleckert wurde auch in Sachen Ton. Im DTS-ES und Dolby Digital-EX Format befinden sich sowohl der deutsche als auch der englische Ton auf der Scheibe. Ein großer Unterschied zwischen den Formaten konnte nicht festgestellt werden, da beide von der ersten Sekunde an sehr agressiv zu Werke gehen. Hier wird die volle Soundstage des Heimtheaters ausgenutzt. Mit vielen direktionalen Effekten, mächtigem Basseinsatz und kräftigem Soundtrack (Musik von Marilyn Manson) dürfte jede Couch zur Kirmesattraktion werden. Negativ fiel eigentlich nur auf, dass die Abmischung leider etwas zu Gunsten der krachenden Musik ausfällt. An einigen Stellen geraten dabei die Soundeffekte und besonders die Dialoge sehr ins Hintertreffen. Wer allerdings mal seinen Freuden das eigene Heimtheater mal vorführen möchte, hat mit “Resident Evil” sicherlich die richtige Scheibe im Laufwerk.

EXTRAS

Die 2-Disc Special Edition von “Resident Evil” kann mit einigen netten Extras aufwarten. Auf der ersten DVD mit dem Film befindet sich der laufende Audiokommentar mit Regisseur Paul Anderson, Aktricen Milla Jovovic und Michelle Rodriguez sowie einem der Produzenten. Leider kommen Anderson und sein Kollege im Track kaum zu Wort, da besonders Frau Jovovic dauernd extrem nervig dazwischen plärrt und leider nicht von Michelle Rodriguez eins aufs Maul bekommt. Da ist echte Rivalität angesagt. Leider braucht selbst der geneigteste Zuhörer dafür Nerven wie Drahtseile, um sich das wirre Durcheinander anzuhören. Viel spannende Infor gibt es dadurch insgesamt nicht zu hören. Wer allerdings Frau Jovovic noch nie richtig leiden konnte, wird sie nach diesem Hörgenuss richtig hassen können. Aua. Mit dem Feature “Extended Evil” kann man während des Films einzelne Behind-The-Scenes Aufnahmen und Interviews anschauen. Hier gibt es kurz und knapp recht interessante Dinge zu schauen, die ohne viel Geschwafel auf den punkt gebracht sind.

Auf der Bonus-DVD befindet sich ein halbstündiges “Making of”, dass sich gut von den üblichen EPK-Klamotten abhebt. Mit vielen Interviews und Behind-the Scenes Aufnahmen werden viele Produktionsmomente erklärt, aber natürlich auch ein wenig etwas Inhalt wiederholt. Recht interessant ist das 15-minütige Feature “Vom Game zum Film”. Hier erzählen der Regisseur, die Schauspieler und Spielexperten ihre Erfahrung mit “Resident Evil” und wie das Konzept auf den Film übertragen wurde. Im 10-minütigen “Die Filmmusik” sprechen Paul Anderson und Marilyn Manson über ihre Musikeinflüsse und die Entstehung des Soundtracks. Nach einer Einführung von Anderson kann man sich unter “Storyboards” einen Storyboard-zum-Film-Vergleich anschauen, der verschiedene Szenen im Direktvergleich auf dem Bildschirm zeigt. Insgesamt 15 Minuten an unverschnittenem und unkommentiertem Behind-the-Scenes Material gibt es in der “Hinter den Kulissen”-Sektion zu finden. Hier gibt es echte Filmarbeit zu bewundern. Klasse. Das alternative Filmende von “Resident Evil” ist wenig spektakulär und war auch nur als Ersatz gedacht, falls es zu teuer gewesen wäre, das korrekte Ende des Films zu realisieren. Eine Fotogalerie und der Trailer befinden sich auch noch auf der Scheibe.

FAZIT

Leider ist “Resident Evil” nicht der Untoten-Klassiker geworden, der er tatsächlich hätte sein können. Wenigstens das apokalyptische Finale lässt auf eine bessere Fortsetzung hoffen. Die 2- Disc Special Edition von Universum Film lässt allerdings kaum Wünsche offen. Nur sollte Milla Jovovic der Aufenthalt bei Audiokommentaren echt verboten werden.



Kay Pinno


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