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Ring   

Ring
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Original: Ringu   (Korea, 2001)
Laufzeit: 95 Minuten (PAL)
Studio: Anolis / e-m-s
Regie: Hideo Nakata
Darsteller: Nanako Matsushima, Miki Nakatani, Horoyuki Sanada u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bilder, Hörbuch
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3-/ 3 / 4 (Bild/Ton/Extras)


"Ein Fluch sie zu knechten!"

Teenager haben es in Japan nicht leicht, ja sogar recht schwer. Zumindest vermitteln diverse japanische Filme ein solches Bild und auch »The Ring« zeigt, wie schwierig das Leben sein kann – vor allem, wenn man Videos liebt. Nachdem zunächst nur Gerüchte von einem Videoband auftauchen, das einen Fluch birgt, gibt es wenig später die ersten toten Jugendlichen zu beklagen. Eine Reporterin macht sich auf, um das merkwürdige Phänomen zu erkunden. Sie findet schließlich das Tape, sieht es sich an und ein paar Minuten später klingelt das Telefon. Am anderen Ende hört die Reporterin eine Stimme, die sie darüber informiert, dass sie nur noch 7 Tage zu leben habe. Verflucht denkt sie sich und hat damit Recht. In der verbleibenden Zeit setzt die Reporterin alles daran, das Geheimnis zu lüften, um dem drohenden Tod zu entgehen. Hideo Nakata setzt in seiner Inszenierung nicht auf Krawalleffekte, die in blutströmender Manier für reichlich Opfer sorgen. Ihm genügt es, den Fluch als dräuendes Damokles-Schwert über den Hauptfiguren schweben zu lassen, um eine Atmosphäre des Schreckens zu erzeugen. Während die Reporterin immer neue Information recherchiert, spielt der Film mit der Frage, ob die Todesfälle tatsächlich eine übernatürliche Ursache haben oder ob es sich um eingebildete Ängste handelt. Der Zuschauer ist dabei stets so weit informiert, wie die Hauptfiguren, so dass der Zustand der Ungewissheit in seiner quälenden Intensität an ihn weiter gereicht wird. Die Angst der Figuren wird gleichzeitig zur eigenen Angst, die man erlebt, durch die Bilder reflektiert und aufgrund der Inszenierung wieder erschafft. Im entscheidenden Moment zieht Nakata alle Register und vermag eine solche Angst einzujagen, wie sie lange Zeit vorher im Horrorkino vermisst wurde. Wer das amerikanische Remake von Gore Verbinski gesehen hat, sollte in jedem Fall einen Blick auf Nakatas Film werfen. Denn im US-Streifen wurde die Geschichte Sinnvollerweise an die regionalen Eigenheiten angepasst. Im Ergebnis führte das zu einem anderen Hintergrund des Fluches. Am prägnantesten fällt jedoch auf, dass Verbinski ein klassisches amerikanisches Finale inszeniert, das Dramatisierungen über den Fluch hinaus benötigt, während Nakata am Ende deutlich kürzer auf den Punkt kommt.

BILD

Ring

Die Bildqualität der DVD hätte ausgezeichnet sein können, wenn sich Anolis nicht ungewohnte Patzer erlaubt hätte. Die Bildschärfe ist in Ordnung, es gibt leichtes Hintergrundrauschen, die richtigen Voraussetzungen für eine tolle DVD. Leider besitzt das Werk noch seine Überblendzeichen rechts oben in der Ecke. So etwas hat heutzutage nichts mehr auf einer DVD verloren. Darüber hinaus ist der Schwarz-Level unabhängig vom gewollt milchigen Look des Films sehr schwach. Grau wäre eher eine richtige Bezeichnung für das, was einem geboten wird.

TON

Ring

Der Ton ist, je nachdem ob man die deutsche Synchronisation wählt oder den japanischen Originalton recht unterschiedlich. Die Hintergrundgeräusche hat man für die deutsche Spur deutlich voller abgemischt. Zum Teil kann man aber auch Dinge hören, die auf der Originalspur gar nicht vorhanden waren, also durchaus ein Eingriff in die Werktreue. Das ist aber eigentlich auch gar nicht weiter schlimm, da die Synchronisation ohnehin schauderhaft künstlich wirkt. Zum einen konnte man nur recht miese Sprecher gewinnen, zum andern bekommt man den Eindruck, dass dieselbe Sprecherin mehrere Rollen mit leicht verstellter Stimme spricht. Falls das nicht der Fall ist, dann hat man ein besonders unglückliches Händchen mit ähnlichen Stimmen gehabt. Neben der Unanhörbahren Deutschen Synchronisation ist der japanische Originalton wesentlich gelungener. Die Darsteller vermögen ihre Dialoge glaubwürdig zu betonen. Alles ist verständlich und ordentlich abgemischt.

EXTRAS

Das Bonus-Material besteht aus diversen Trailern (deutsch, Original, etc.) einer Bildergalerie und dem ersten Teil einer Kurzgeschichte (“The Woman” von Sean Chang) als Hörbuch. Die Vermutung liegt nahe, das die Fortsetzung zur Kurzgeschichte auf der DVD-Veröffentlichung von “Ring 2” erfolgen wird, eine Angabe darüber liefert die DVD jedoch nicht. Bereits der erste Teil der Geschichte verrät, dass sie passend zum Film ausgewählt wurde. Hier wird Lust auf mehr gemacht.

FAZIT

Bedenkenlos kann ein Kauf der “Ring”-DVD nicht angeraten werden. Wen jedoch Überblendzeichen und kränkelnder Schwarz-Level nicht stört, der hat eine ordentliche DVD in der Hand. Von der deutschen Synchronisation sollte aber jeder Abstand nehmen.



Stefan Dabrock


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