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Robin Hood - Der rote Rächer   

Robin Hood - Der rote Rächer
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Original: The Men of Sherwood Forest   (GB, 1954)
Laufzeit: 74 Minuten (PAL)
Studio: Anolis / e-m-s
Regie: Val Guest
Darsteller: Don Taylor, Eileen Moore, Reginald Beckwith, Patrick Holt u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Dokumentation, Bilder
Preis: ca. 15 €
Wertung: 3 / 3 / 4- (Bild/Ton/Extras)


"Run, Robin, Run"

“Robin Hood – Der rote Rächer” war die erste Farbfilmproduktion des legendären britischen Hammer-Studios, welche bereits mit einer ausdrucksstarken Bildsprache glänzt. Das prächtige Design wird durch Val Guests Regie tatkräftig unterstützt, die ein Musterbeispiel an Ökonomie liefert. Die bekannte Geschichte um den berühmten Rebellen Robin Hood, der es den Reichen nimmt, um es den Armen zu geben, wird auf seine politische Intrige reduziert. Richard Löwenherz befindet sich in deutscher Gefangenschaft (Anm. d. Red. eigentlich hatten ja die Franzosen den guten König als Pfand im Kerker!). Ein Lösegeld soll ihm die Freiheit bringen. Während Richards Abwesenheit schmiedet jedoch sein Bruder finstere Pläne des Umsturzes, um sich selbst auf den Thron zu hieven. Als bekannt wird, dass sich Löwenherz auf dem Weg nach England befindet, wo er an einem geheim gehaltenen Ort anlanden möchte, plant sein Bruder ein Attentat. Robin Hood kommt den Plänen auf die Schliche und versucht sie zu verhindern. Der Sheriff von Nottingham kommt in dieser Verfilmung nur in Erzählungen vor, während Lady Marian ganz fehlt. Das alles steht ganz im Dienste der Ökonomie, die aus Val Guests Film einen kinetischen Dauerlauf macht. Mit kurzen, scharfen Strichen charakterisiert Guest seine Figuren so präzise, wie er die Handlung stets vorantreibt. Die Intrige beziehungsweise das Verhindern derselben kennt keine Ruhepause, so lehrt uns der Film. Geschickt reflektiert “Robin Hood – Der rote Rächer” den gnadenlosen Zeitplan im politischen Leben. Dabei kommt der Unterhaltungswert durch rasante Kämpfe und pfiffiges Taktieren auch nicht zu kurz.

BILD

Robin Hood - Der rote Rächer

Abgesehen von einigen wenigen Bildpunkten ist die Vorlage weitgehend in Ordnung. Aus dem Rahmen fällt allerdings der schwere Bildfehler bei 0:14:53, der bis 0:14:58 anhält. Hier macht das Bild den Eindruck als sei es längs auseinander gerissen gewesen und nur notdürftig zusammengefügt, so dass sich eine Art Splitscreeneindruck breit macht, ohne das das Bild inhaltlich getrennt sei. Die Farbwiedergabe der DVD überzeugt durch ihre Pracht. Den weitgehend sehr scharfen Bildern stehen einzelne gegenüber, die über die Zeit stärker gelitten haben und etwas verwaschen wirken. Rauschmuster beeinträchtigen den Genuss ebenfalls. Kontrast und Schwarz-Level sind gelungen.

TON

Robin Hood - Der rote Rächer

Der alte Mono-Ton befindet sich nicht mehr im besten Zustand. Zwar sind die Dialoge alle gut verständlich, sie werden aber sowohl auf englisch wie auf deutsch von einem vernehmlichen Rauschen begleitet. In den Höhen neigt der Ton zudem zum leichten Schrebbeln. Alles in allem hat die Differenziertheit ein wenig gelitten. Dennoch bleiben die Schwächen für einen Film von 1954 im Rahmen.





EXTRAS

Neben der Bildergalerie, die einige schöne Motive bereithält, ist auf der DVD die Dokumentation “World of Hammer: Costumers” vorhanden. Dabei handelt es sich jedoch nur um aneinander gereihte Filmausschnitte diverser Hammer-Produktionen, die Oliver Reed mit einem Kommentar versieht, der zumeist nur erläutert, um welchen Film es sich handelt.

FAZIT

Bei dem günstigen Verkaufspreis kann man über die Schwächen problemlos hinweg sehen. Der Film selbst gehört zu den sehenswerten Exemplaren der Filmgeschichte: bunte und mitreißende Unterhaltung, die sich würdig des Robin Hood-Mythos annimmt.



Stefan Dabrock


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