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Rollerball (2002)   

Rollerball (2002)
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Original: Rollerball   (USA, 2002)
Laufzeit: 94 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar / Helkon
Regie: John McTiernan
Darsteller: Chris Klein, LL Cool J, Jean Reno, Rebecca Romijn-Stamos u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch,Englisch,Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, Interviews u.m.
Preis: ca .25 €
Wertung: 1 / 2+/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Nimm das Geld und lächle einfach in die Kameras!"

Mit diesem Gedanken im Hirn haben sich wohl auch die Macher und Mimen dieses höchst überflüssigen Remakes von “Rollerball” ans Werk gemacht. Abgesehen von Tim Burtons (oder von seinen PR-Fuzzis stammenden) Unwort des Jahres “Re-Imagining” in Bezug auf Remakes (Ja,ja “Planet der Affen”. Muhahaha...schnief) dürfte “Rollerball” wohl der bisher fieseste Tiefschlag der Remake-Mania in Hollywood sein. Nicht nur dass sich das gesellschaftskritische Niveau des Films noch weit unter dem von “Running Man” (TV=böse; TV-Gucker=dumm+manipulierbar) befindet - Ohhh nein - er schafft es nicht einmal das wichtige Spiel für den Zuschauer verständlich zu machen. Und das trotz einer simplen Computergrafik-Erklärung für den letzten Hirni. Die Action-Choreographie - abgesehen von dem wirklich netten Auftakt in den Straßen von San Francisco - ist so gut wie nicht erkennbar. Völlig wahrlos sieht der Zuschauer irgendwelche Typen in Wrestlingmasken durch den 8-förmigen Parcour stoppeln. “O.K.”, mag da ja manch ein Schlaumeier argumentieren. “Es geht doch genau darum, dass Rollerball nur viel Gewalt in ein sinnloses Spiel verpackt” *Gong* Falsch, aber danke fürs mitspielen. Aber selbst wenn man dieser Theorie glauben schenken mag: Wo zum Teufel ist denn die verdammte Gewalt und Martialität des Spiels, die von Medienmogul Petrovich (Jean Reno) ausgebeutet wird? Es gibt zwei unschöne Motorradunfälle und ein paar Rollerblader, die sich umschubsen. Boah, Knallhart! Aber im Ernst: Wenn ein Studio einen Film über ein fieses Thema wie provozierte ECHTE Gewalt als Entertainment-Industrie machen möchte, darf nicht erst der Moralkodex der “political correctness” für den Final Cut herangezogen werden. Aber nicht nur daran kränkelt “Rollerball”. Die Geschichte von Extremsportler Jonathan Cross (Chris Klein) hinkt einfach. Niemand weiß warum dieser Milchbubi ein Star in der Arena ist und - viel wichtiger - warum der Zuschauer oder überhaupt jemand auf seiner Seite sein soll. Seine Teamkameraden sind für ihn bis auf seinen Kumpel Marcus Ridley (LL Cool J) und Sex-Interest Aurora (tatsächlich super sexy Rebecca Romijn-Stamos) nur Staffage. Und der seichte Verschwörungplot ist so durchsichtig wie die Gedanken der Filmproduzenten: “Mit dieser Scheiße können wir einen Haufen Geld machen!”... DENKSTE!!!!!

BILD

Rollerball (2002)

Wo es dem Film selbst an Qualitäten mangelt versucht wenigstens das Bild ein paar Punkte beim DVD-Konsumenten gut zu machen. Die Vorlage ist auf Grund des jungen Alters in perfekten Zustand und enthüllt keine weiteren Peinlichkeiten. Glasklar und scharf kommen Silhouetten, Gesichter und Texturen von Menschen und Umgebung auf die Mattscheibe. Schwarzlevel und Kontraste sind gut ausbalanciert. Die Farben der knallbunten Kostüme als auch der dreckigen Umgebung außerhalb der Arena werden stark aber nicht überbetont wiedergegeben. Die Kompression ist makellos. Weder Bildrauschen noch andere Artefakte haben sich in den Transfer eingeschlichen. Besser dürfte ein analoges Bild im Digitalformat kaum werden.

TON

Rollerball (2002)

Seltsamerweise bleibt der 5.1 Ton hinter den Erwartungen ein wenig zurück. Zwar bietet “Rollerball” einen ziemlich agressiven Track, der von der erste Minute an Gas gibt, aber sowohl die Surroundeffekte als auch die Abmischung ist ein wenig wankelmütig. So gibt es einige schöne direktionale 360-Grad Effekte in der anfänglichen Verfolgungsjagd zu hören, aber im Spiel dienen die Surrounds hauptsächlich als (gute!) atmosphärische Kulisse. Der Einsatz der zahlreichen Rocktracks ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Mal drängt sich die Musik kraftvoll in den Vordergrund während in anderen Actionmomenten die Lautstärke und Klangqualität ein wenig abgemindert wurde (z.B. beim Autorennen zwischen Cross und Ridley). In letzteren Fällen wurde aber auch nicht die Soundspur verstärkt, sondern bleibt ebenfalls eher im Hintergrund. Es scheint ganz so als habe sich der Tontechniker nicht entscheiden können, welches Element er zum Einsatz bringen sollte. So bleibt auch der Subwoofereinsatz recht unterschiedlich. Wenn der Tiefbass aber mal anspringt, rummst es ganz schön kräftig. Die Dialoge im Center bleiben dafür immer klar und deutlich. Insgesamt hätte bei diesem Ton ein wenig mehr drin sein müssen. Trotzdem gut.

EXTRAS

Trotz des Absturz an der Kinokasse hat sich Helkon dazu entschlossen einige nette Extras auf die Scheibe zu pressen. Der Film wird von einem Audiokommentar der drei Hauptakteure Chris Klein, Rebecca Romijn-Stamos und LL Cool J begleitet. Cool J.s Kommentar scheint separat von den anderen beiden Akteuren aufgenommen worden zu sein und ist eine absolut nervende Beleidigung für jeden Zuhörer. Seine geistigen Höhenflüge beschränken sich hauptsächlich auf “That’s cool baby!” oder “That’s my man Chris. We’re so cool in that car”. Das ist schon echte Arbeitsverweigerung. Dafür haben Chris Klein und Miss Rebecca weitaus mehr Spaß über ihre “Rollerball”-Erfahrung zu plaudern. Charmant, witzig und tatsächlich ohne Blatt vor den Mund zu nehmen geben die beiden wirklich alles um sich und den Zuhörer zu unterhalten. Auch wenn nicht zuviel technische Details angesprochen werden ist der Track besser als man es für diesen Film erwarten würden. Abgesehen natürlich von den auch noch unpassend eingeschnittenen Kommentaren Cool Js. Bei der 20-minütigen Doku “Making of Rollerball: The Stunts” handelt es sich glücklicherweise nicht um die übliche Werbepackung, die gerne als Extra auf DVDs verramscht wird. Angefüllt mit einigen netten Behind-the-Scenes Aufnahmen gibt es interessante Interviews mit Besetzung und Crew sowie einige Effektdemonstrationen. Noch erstaunlicher sind aber drei separate Interview Segmente, die aus der deutschen Pressetour für den Film zu stammen scheinen. Chris Klein, Rebecca Romijn-Stamos und Jean Reno plaudern hier locker aus der Hüfte und verbreiten auch diesmal keinen Werbe-Sermon. Für Hörer des Audiokommentars gibt es hier aber auch nicht viel Neues zu hören. Alle Extras sind außerdem auf Englisch mit ausblendbaren deutschen Untertiteln. Zur Vervollständigung gibt es auch noch das Rob Zombie Video zu “Never gonna Stop” und die Trailer des Films in Deutsch und Englisch. Leider fehlt hier der kurze aber geniale Teasertrailer des Films, der als Sound-Demo in jeder Surroundanlage sicher Verwendung gefunden hätte.

FAZIT

Trotz eines flachen Films bleibt die DVD ordentlich. Die Qualität von Bild und Ton sind überdurchschnittlich und werden durch die Extras auch noch etwas aufgewertet. Trotzdem sollte der Film auf jeden Fall vor dem Kauf erstmal im Verleih gesichtet werden, um eine böse Überraschung zu vermeiden.



Kay Pinno


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