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Sabata kehrt zurück   

Sabata kehrt zurück
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Original: È tornato Sabata ...   (Italien, 1971)
Laufzeit: 100 Minuten (PAL)
Studio: MGM
Regie: Gianfranco Parolini als Frank Kramer
Darsteller: Lee van Cleaf, Rainer Schöne, Giampiero Albertini, Ignazio Spalla u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-Mono Deutsch, Englisch, Fr u.a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Extras: -
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2-/ 3-/ 6 (Bild/Ton/Extras)


"Steuer frei!"

Sabata ist, wie der Filmtitel dem gewitzten Leser bereits verrät, zurück. Diesmal tummelt sich Lee van Cleef als überlegener Italowesternheld in einer kleinen Stadt, die durch das absurde Steuersystem eines Iren namens McIntock dominiert wird. Auf alle Anschaffungen und Dienstleistungen erhebt der Ire einen Aufschlag, um angeblich Institutionen zum Wohl der Allgemeinheit zu bauen. Eine Art Krankenhaus und ähnliches soll entstehen. Sabata ist hingegen nicht bereit, die Steuern zu zahlen, so dass ein Konflikt mit der Organisation McIntocks vorprogrammiert ist. Dabei kommt Sabata dahinter, dass das Steuersystem mit seinen Versprechungen nicht ganz koscher ist. Spätestens mit dem zweiten Westernabenteuer um Sabata – weitere echte Sabata-Filme gibt es leider auch nicht – wird klar dass Regisseur Frank Kramer aka. Gianfranco Parolini auch politische Untertöne mit eingewoben hat. In beiden Italowestern tritt eine korrupte sowie degeneriert erscheinende Obrigkeit auf, die sich angeblich dem Wohl des eigenen Volks verschrieben hat. Stets stecken dahinter jedoch Macht- und Profitinteressen, die einen grundsätzlichen Zweifel am modernen Staatswesen wecken, da das Verhalten der Menschen geradezu durch das System begünstigt wird. Diesen Verhältnissen stellt Kramer seinen Helden Sabata entgegen, dessen gesundes Misstrauen die Fäulnis aufdeckt. Dabei ist auch Sabata nicht uneigennützig, aber er macht keinen Hehl daraus, so dass ihm eine überlegene moralische Kompetenz zukommt. Noch stärker als im ersten Teil rückt Kramer die geradezu surrealen Momente in den Vordergrund. Wann immer sich Sabata weigert, Steuern zu zahlen, steht plötzlich ein Mensch mit Umhängepauke hinter ihm, um buchstäblich für die Steuern zu trommeln. In Verbindung mit den trickreichen Schachzügen des Titelhelden sowie den ausgefeilten Schießereien ergibt sich ein intelligentes Italowesternvergnügen, das wieder einmal das Duell zur hohen Kunst der Auseinandersetzung erhebt.

BILD

Sabata kehrt zurück

Für „Sabata kehrt zurück“ gelten ebenfalls die Ausführungen, die zu „Sabata“ gemacht wurden. Die Bildschärfe ist sehr gut. Die einzelnen Bildelemente heben sich gut voneinander ab. Auch Dreckspuren oder Bildpunkte tauchen nur sehr selten auf. In den Tagszenen ist ein immerwährendes Hintergrundrauschen zu sehen, zu dem sich bisweilen stehende Rauschmuster und eine leichte Blockbildung gesellen. Darunter leidet die Schärfe in den Totalen ein wenig. Das spielt sich jedoch nie in den Vordergrund, da die Farbwiedergabe ausgezeichnet ist. Die erdigbraune Palette des Westernstädtchens kommt sehr gut zur Geltung. Der Kontrast sorgt dafür, dass auch in dunklen Szenen, die wesentlichen Details zu erkennen sind.

TON

Sabata kehrt zurück

Der 2.0-Mono-Ton hält das, was er verspricht. Die englische Spur ist wie üblich etwas dumpfer, als die deutsche Synchronisation, wirkt jedoch weniger künstlich, während die deutsche Spur bisweilen zum Übersteuern neigt. Insgesamt ist der Ton solide.








EXTRAS

Extras sind auch auf der Fortsetzung nicht enthalten.

FAZIT

Die Sabata-Filme bieten nicht nur vergnügliche und teilweise surreal inszenierte Italowesternunterhaltung, sondern sie sähen auch ein tiefgründiges Misstrauen gegenüber Obrigkeiten und erhalten dadurch eine politische Dimension. Technisch ist die DVD gut geraten. Leider gibt es kein Bonus-Material.



Stefan Dabrock


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