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REVIEWS



Sahara   

Sahara
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Original: Sahara   (USA, 2005)
Laufzeit: 119 Minuten (PAL)
Studio: Universum
Regie: Breck Eisner
Darsteller: Matthew McConaughey, Steve Zahn, Penelope Cruz, Lambert Wilson, William H. Macy u.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: 2 Kommentare, Doku., geschn. Szenen u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3+/ 1-/ 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Gestrandet!"

Die Romanfigur des archäologischen Abenteurers Dirk Pitt dürfte europäischen Lesern gerade noch bekannt sein. Filmgeeks sicherlich zunächst einmal nicht, obwohl der smarte Ex-Navy-Mann schon einen prominenten Auftritt zu Beginn der 80-er Jahre hatte. “Hebt die Titanic” hieß das eher dröge Spektakel, das aber schließlich auch die weiteren Dirk Pitt Romane aus der Feder von Clive Cussler populär machte. Dennoch war Cussler so enttäuscht von dem Ergebnis, dass es 20 Jahre dauerte, bis er für “Sahara” und zwei weitere Romane sein O.K. für eine Verfilmung von Dirk Pitts anderen Abenteuern gab. Das Ergebnis des neuerlichen Filmadaptionsversuch kann sich aber sehen lassen. Unter der Regie von Breck Eisner (Sohn von Disney-Mogul Michael Eisner) ist ein äußerst unterhaltsames Stück Abenteuerkino entstanden, das sich auch als solches versteht. Zwar wird hier nicht gleich in “Indiana Jones”-Dimensionen die filmische Realität gedehnt, aber dennoch haftet dem Film ein erfreulicher Wille zum Eskapismus an. Gewonnen hat der Film sicherlich durch sein dynamisches Hauptdarsteller Duo, die ihre Figuren ordentlich ausleben: Matthew McConaughey gibt als Dirk Pitt wie üblich die coole Sau vom Dienst, während der hauptberufliche Comedy-Sidekick Steve Zahn als sein Kumpel Al wieder einmal sämtliche Szenen für sich stiehlt. Zusammen sind die beiden auf der Suche nach einem metallenen Panzerschiff aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, das auf mysteriöse Weise verschwunden ist und - nach Dirk Pitts Theorie - irgendwo in Afrika gelandet sein muss. Ein bedeutsamer Hinweis bringt die beiden Schatzsucher in das Bürgerkriegs geschüttelte afrikanische Mali. Auf ihrer Reise dorthin werden sie von der WHO-Ärztin Eva Rojas (Penelope Cruz) begleitet, die in Mali den Ausbruch einer seltsamen Seuche untersuchen will. Das findet der örtlich Militär-Diktator Kazim (Lennie Jones) gar nicht lustig und schickt den Eindringlingen erstmal seine Killertrupps auf den Hals. Geschickt schafft es Eisner, die beiden Erzählstränge - die Suche nach dem Schiff und der Ursache der Seuche - immer wieder zusammenlaufen zu lassen, um den Zuschauer gleichzeitig mit einer Reihe gut inszenierter Actionsequenzen immer wieder aus der Puste zu bringen. Die gute Strukturierung bringt den Film nur im reichlich vorhersehbaren Finale ein wenig zu Fall. Dafür liefert “Sahara” aber die doppelte Portion Humors und Action nach, die im vergleichbar müderem Film “Das Vermächtnis der Tempelritter” einfach fehlte. Einfach tolles Popcornkino, das trotz reichlich wüster Eskapaden nicht versandet.

BILD

Sahara

Das anamorphe Widescreenbild (2.35:1) ist eine Enttäuschung auf hohem Niveau. Obwohl die Vorlage in sehr gutem Zustand ist und keine Dreckspuren oder Spratzer aufweist, wirkt das Bild dauerhaft leicht verrauscht. Die Kompression zeigt deutliche Schwächen, was sich in einigen Szenen mit deutlichem Zeilen- und Konturenflimmern sowie Hintergrundrauschen bemerkbar macht. Die Schärfe ist relativ gut, aber einige Szenen sehen deutlich weicher aber glücklicherweise nicht verwaschen aus. Die Farben sind dafür sehr kräftig, was sich besonders bei den starken Sonnenuntergangsaufnahmen zeigt. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber trotzdem detailreich. Für einen neuen Film ist die Kompression hier eindeutig zu schwach ausgefallen.

TON

Sahara

Im Gegensatz zum Film kann der DD5.1 Sound in Deutsch und Englisch gut punkten. Schon die historische Eröffnungssequenz lässt den Kanonendonner mit ordentlich Tiefbass durch die gesamte Soundstage knallen. Diese aggressive Surroundaktivität halten die Audiotracks über die gesamte Distanz des Films mit Bravour. Krachendes Gewehrfeuer wie subtile Partyatmosphäre werden gleichermaßen gut dargestellt. Dazu donnert die Musik ebenfalls aus allen Kanälen, ohne dabei aber wichtige Soundtrack-Elemente zu überlagern. Die Dialoge sitzen fest und gut verständlich im Centerkanal, wenngleich die deutsche Tonspur ein wenig in den Vordergrund gemischt wurde und sich von der restlichen Kulisse etwas abhebt.

EXTRAS

Den Film begleiten gleich zwei Audiokommentare mit Regisseur Breck Eisner. Auf dem ersten Track widmet er sich zunächst hauptsächlich den technischen Aspekten des Films ohne groß auf die Storyentwicklung oder die Figuren einzugehen. Hier kann der Zuhörer erfahren wo und wie der Film gedreht wurde und welche Spezialeffekte zum Einsatz kommen. Der zweite Track mit Eisner ist weitaus lockerer, da er hier mit seinem Hauptdarsteller Matthew McConaughey zusammen vor dem Mikrofon sitzt. Gemeinsam plauschen die beiden wie zwei alte Kumpel über die besondere Erfahrung, in der afrikanischen Wüste gedreht zu haben, und über die Zusammenarbeit mit den anderen Schauspielkollegen. Dazu gibt’s reichlich viele Setanekdoten und spaßige Erzählungen von beiden Sprechern zu hören. Eine Diskussion über die Romanfigur von Dirk Pitt bleibt hier leider auch aus. Das “Making of” (20 Min.) ist ein wirklich solider Einblick in die Entstehung verschiedener Szenen und einzelner Details des Films wie z.B. die Kostüme und die Pre-Viz-Storyboards. Auch hier werden nur die rein technische Aspekte der Produktion angesprochen. “Hinter den Kulissen” (10 Min.) ist eine Ansammlung von amüsanten Behind-The-Scenes Outtakes, bei der man die Crew und die Schauspieler in Regen- und Sonnenzeiten einmal “ungeschminkt” erleben darf. Sehr nett. Die “Cast & Crew Featurette” (15 Min.) dreht sich eigentlich nur um die Besetzung der Schauspieler in ihre spezifischen Rollen. Hier darf Matthew McConaughey, der auch als Produzent für den Film mitverantwortlich ist, mal aus dem Nähkästchen plaudern, dass er selbst ein großer Dirk Pitt Fan ist und die Rolle schon seit Jahren verfolgte. Zudem wird hier wenigstens ein bisschen auf die Storykonzeption und die Romanvorlage eingegangen. Die vier geschnittenen Szenen (optional mit Kommentar von Eisner und McConaughey) sind zurecht der Schere zum Opfer gefallen und beinhalten nur noch eine historische Referenz und einen äußerst langen Kuss. Ein Trailer für den Film ist allerdings nicht vorhanden.

FAZIT

Einen lustigen Nachmittag kann man mit dem Popcorn-Spektakel “Sahara” sicherlich verleben. Die DVD von Universum bietet zudem ein paar sehr solide Extras, die auch die etwas schwächere Bildqualität ein wenig ausgleichen können.



Kay Pinno


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