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Schwer Verliebt   

Schwer Verliebt
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Original: Shallow Hal   (USA, 2001)
Laufzeit: 108 Minuten (PAL)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: Bobby & Peter Farelly
Darsteller: Jack Black, Gwyneth Paltrow, Jason Alexander, Tony Robbins, u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Making of, zus. Szenen, u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2 / 2 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Du hast ja Hände wie Bananenstauden!"

Da staunt der Superchauvinist Hal (Jack Black) nicht schlecht als er im Fahrstuhl seiner Firma auf den großgewachsenen Selbsthilfe-Guru Tony Robbins trifft und der Lift auch noch stecken bleibt. Im Gespräch mit dem Menschenkenner erzählt Hal von seinen Problemen mit den Frauen. Nur auf die richtig geilen Bräute hat er es abgesehen doch von denen kassiert er immer nur einen Korb. Robbins erkennt das gute Herz hinter der verschrobenen Denkweise von Hal und will ihm einen Gefallen tun. Er manipuliert die Sinne des Ladykillers, dass er fortan innere Schönheit als äußere Schönheit wahrnimmt. Fortan fühlt sich Hal wie Hans im Glück, denn bei den Frauen, die er plötzlich als Schönheiten sieht, kommt er richtig gut an. Als er auch noch auf die gewitzte Rosemary trifft, hat der liebestolle Kater endlich seinen Platz gefunden. Nur sein Kumpel Mauricio macht sich Sorgen um seinen besten Freund, der anscheinend nur noch mit höchst unattraktiven Frauen ausgeht. Da kann nur noch Tony Robbins persönlich helfen. Die Farelly-Brüder (Verrückt nach Mary, Kingpin) sind nicht gerade bekannt dafür subtile Komödien zu drehen. Sicherlich ist “Schwer verliebt” ihre bisher zahmste Arbeit. Doch leider wird das sensible Thema des Schönheitsideal hier hauptsächlich dazu benutzt, ein paar fette Dickenwitze abzuziehen. Auch bleiben die “falschen Schönheiten” sehr viel länger Onscreen als ihre unattraktiven Originale. Dank einer guten Schauspielerriege und dem wirklich verschrobenen Humor der Farellys glückt dem “oberflächlichen Hal” (so der übersetzte Originaltitel) noch der Sprung ins kalte Wasser ohne eine vollkommene Bauchlandung hinzulegen. Mit der Unterstützung des wie immer guten Soundtracks bei den Farellys bleibt die Unterhaltungskurve in jedem Fall oben.

BILD

Schwer Verliebt

Ganz im Gegensatz zu Hal ist das anamorphe Bild der DVD alles andere als oberflächlich. Die Vorlage ist wie bei einem neuen Film nicht anders zu erwarten makellos. Die Schärfe liegt in allen Bildgroßen im oberen Bereich und hat einen gut gewählten Kontrast, der mit einem angenehmen Schwarzlevel harmoniert. Nur durch die absichtlich umrahmende Beleuchtung von Rosemary kann es Gelegentlich zu Halo-Effekten von starkem Kontrastunterschied kommen. Die Farben des Films sind durchgängig kräftig und wirken absichtlich ein wenig künstlich. Trotz vereinzelter Rauschmuster lässt sich die Kompression eigentlich nichts zu schulden kommen. Ein sehr guter Transfer.

TON

Schwer Verliebt

Der Ton von “Schwer Verliebt” wurde auch nicht auf Diät gesetzt. Die englische und deutsche Tonspur sorgen mit einer soliden Abmischung für ein ordentliches Klangbild ohne große Überraschungen. Schließlich handelt es sich hier ja auch um eine Komödie. Große Surroundeffekte werden da nicht abgefeuert. Richtig gut zur Geltung kommen aber die zahlreichen Songs und der Soundtrack des Films, der bei den Farelly-Brüdern immer eine große Rolle spielt. Alle Dialoge sind gut verständlich und fest im Centerkanal verankert. Störende Überlappungen konnten nicht festgestellt werden. Solide.

EXTRAS

Die Kaufversion der schwergewichtigen Komödie wurde zusätzlich mit ein paar Extras beladen, die man getrost als überflüssige Ballaststoffe ansehen könnte. Der Audiokommentar mit den Farrely-Brüdern ist eine herbe Enttäuschung. Die meiste Zeit verbringen die Spaßmacher damit, ihre Freunde, Verwandten und Bekannten, die im Film mitgespielt haben vorzustellen. Gääääähhhhnn!!! Zwar gibt es ganz wenige interessante Informationen zwischendurch zu erheischen, aber im Grunde kann man sich diesen Track echt klemmen. In die gleiche Kategorie fallen auch das HBO-Special und das Comedy-Central-Special über den Film. Hier erzählen die Beteiligten einfach nur den Film nach, was im Anschluss mit langen Ausschnitten belegt wird. Das auf einer DVD ein und dieselbe unötige PR-Veranstaltung zweimal abgefeiert wird, ist schon eine Frechheit. Zwei weitere kleine Features befassen sich wenigstens richtig mit den aufwendigen Special Make-Ups (ca. 10 Minuten) und der Pool-Szene (ca. 3 Minuten). Hier gibt es einen echten (allerdings nur kurzen) Blick hinter die Kulissen. Interessant sind auch die elf geschnittenen Szenen, die allerdings nur in non-anamorphen Widescreen vorliegen. Besonders schade ist das Fehlen einer Szene, in der Hal seinem Freund Mauricio klar macht warum er Rosemary wirklich liebt und ihm dabei zusätzlich kräftig aufs Maul haut. Das Musikvideo “Wall in your Heart” und der Kinotrailer sind die letzten Fettburner auf der Scheibe.

FAZIT

Die bisher zahmste Komödie der anarchischen Farelly Brüder macht auf DVD eine gute Figur. Nur bei den Extras fühlt sich der Konsument wie die Hauptfigur Hal. Die sehen nämlich nur auf den ersten Blick besser aus!



Kay Pinno


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