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Shelter Island   

Shelter Island
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Original: Shelter Island   (USA, 2003)
Laufzeit: 82 Minuten (PAL)
Studio: Sunfilm
Regie: Geoff Schaaf
Darsteller: Ally Sheedy, Stephen Baldwin, Patsy Kensit, Chris Penn u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 + DS Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bio- und Filmographien
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 2 / 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Ein Sturm kommt selten allein!"

Mit einem einsamen Haus, das auf einer Insel gelegen ist, über die ein Sturm zieht, hat man die Zutaten für einen soliden Thriller beisammen. Bevor sich “Shelter Island” jedoch auf das Eiland zurückzieht wird die ehemalige Profi-Golferin Lou auf den Straßen Manhattans von einem Unbekannten angefallen und verprügelt. Daraufhin fährt sie gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Alex nach Shelter Island, um ein paar Tage auszuspannen und sich zu erholen. Am ersten Abend braut sich bereits ein heftiger Sturm zusammen, vor dem sie der örtliche Polizist in beängstigend aufdringlicher Weise warnt. Nachdem die beiden den verkannten Frauenheld endlich abgeschüttelt haben, machen sie es sich im Haus gemütlich, bis plötzlich ein Fremder auftaucht. Er gibt an, dass er Schiffbruch erlitten habe. Die Frauen kümmern sich um den hilflosen Mann, der schon bald ein aufdringlich-anzügliches Spiel beginnt, auf das sich Lou zunächst einlässt. “Shelter Island” versinkt auf den wesentlichen Ebenen in einer Mittelmäßigkeit, die knapp unter einem soliden Film liegt. Stephen Baldwin als mysteriöser Fremder versucht zwar tapfer gegen das harmlose Drehbuch anzuspielen, indem er eine lauernde Energie andeutet, die jederzeit in tödliche Gewalt umschlagen könnte, hat aber keine Chance.
Die klaustrophobische Situation während des Sturmes bleibt unterentwickelt. Nach wenigen Minuten des begonnenen Spiels gehen alle Parteien schlafen, so dass von einer direkten Bedrohung keine Rede mehr sein kann. Der Thrill soll auf die reine Anwesenheit des Fremden ausgelagert werden. Ohne Spannungsfördernde Aktionen seitens des mysteriösen Mannes ist das jedoch ein sinnloses Unterfangen. Geoff Schaaf möchte Thrill ohne Thrill erzeugen. Ähnlich ergeht es den erotischen Andeutungen. Da gibt es die anzüglichen Fragen des Fremden, eine kleine Balgerei zwischen ihm und Lou sowie ein paar Szenen, in denen Alex nackt herumlaufen darf. Über das Abbild kommt “Shelter Island” dabei nicht hinaus. Die Erotik als Machtmittel oder eine andere Auseinandersetzung mit diesem Thema scheint seitens der Macher nicht beabsichtigt gewesen zu sein. Das bleibt genauso schal, wie ein TV-Spielfilm-Cover.

BILD

Shelter Island

Die Bildqualität der DVD bietet nicht ganz die Qualität, welche ein so aktueller Film haben könnte. Während Dreckspuren und Bildpunkte kaum vorhanden sind, fällt auf, dass zwar eine Schärfe im Bildzentrum vorhanden ist, es aber an einer Detailschärfe ein bisschen mangelt. Da wirken die Konturen des Öfteren verwaschen. Ein weiterer Nachteil ist das Zeilenflimmern, das sich bei einigen Schwenks einstellt. Der Kontrast sorgt zwar für einen ordentlichen Schwarz-Level, aber einzelne Details werden in dunklen Szenen verschluckt. Auf Hintergrundflächen zeigt sich ein leichtes Rauschen, das jedoch nie übermäßig stark wird.


TON

Shelter Island

Keine große Surroundwirkung, aber vor allem in den Szenen, die während des Sturms im Haus spielen, sorgen Musikgeräusche für einen wohligen Raumklang. Darüber hinaus spielt sich das meiste Geschehen eher in den vorderen Boxen ab. Dennoch wirken die 5.1-Spuren organischer in der Filmrealität verankert, als dies bei den 2.0-Spuren der Fall ist. Die Abmischung zwischen Musik und Dialog ist gelungen, so dass jedes gesprochene Wort verständlich ist.

EXTRAS

Das Bonus-Material besteht nur aus dem Trailer und Textafel Bio- und Filmographien zu Ally Sheedy, Patsy Kensit und Stephen Baldwin.

FAZIT

“Shelter Island” ist ein missglückter Thriller, der sein gewähltes Thema der klaustrophobischen Bedrohungssituation nicht entwickelt. Technisch ist die Scheibe aber Ok.



Stefan Dabrock


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