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Sin - Der Tod hat kein Gewissen   

Sin - Der Tod hat kein Gewissen
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Original: Sin   (USA, 2003)
Laufzeit: 103 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Michael Stevens
Darsteller: Ving Rhames, Gary Oldman, Alicia Coppola, Bill Sage, Chris Spencer u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Englisch DS Deutsch, Fr
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, Tr, Ar
Extras: Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2 / 5- (Bild/Ton/Extras)


"Ein Mann sieht schwarz!"

Einen Film zu haben, der seinem Titel auch gerecht wird, ist schon eine Seltenheit. Doch “Sin” ist tatsächlich ein echter Sündenfall. Trotz einer sehr guten Darsteller-Riege in einer klassischen Rachegeschichte, einem eigentlich recht cleveren Drehbuch und zwei wirklich bösen Gegenspielern bleibt der Film letztlich auf der Strecke. Zurück bleibt das seltsame Gefühl, etwas geniales gesehen zu haben, was in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist. Dies liegt vor allem an der fantastischen Figur von Ving Rhames. Als Ex-Cop Eddie Burns ist er sicher der fieseste Anti-Held seit Snake Plissken. Abgekehrt von seinem alten Leben versucht er auf dem Land eine Farm zu bewirtschaften. Doch seine Vergangenheit holt ihn schnell wieder ein. Als seine Schwester mit Drogen vollgepumpt und vergewaltigt aufgefunden wird, begibt sich Eddie auf einen Rachefeldzug, der ihn für immer verändern wird. Trotz seines unbrauchbar-gelähmten linken Arms räumt er als apokalyptische Westernfigur einschließlich Hut und langem Mantel mit den Verbrechern auf. Doch auch der kranke Drahtzieher (Gary Oldman) hinter dem Komplott ist kein eindimensionaler Gegner. In einer sehr gelungenen Szene eröffnen sich die beiden Kontrahenten, was ihnen das Leben angetan hat. Hier werden beide zu Schachfiguren in einer griechischen Tragödie, die für alle Beteiligten schlimm enden muss. Vollgepackt mit einigen großartigen Szenerien kann “Sin” wirklich für eine lange Zeit begeistern. Besonders die unterschiedliche Auflösung einer wichtigen Schlüsselszene wurde sehr schön ausgenutzt und sorgt für die einzige Überraschung im ganzen Film. Ob man sich über das gestreckte Finale ärgern muss, lässt sich schwer sagen. Nachdem der Film eigentlich schon zu Ende sein müsste, baut Regisseur Michael Stevens noch eine überflüssige Verfolgungsjagd ein, die allerdings zu einem zweiten wirklich netten Finale in der Wüste führt. Auch wenn “Sin” absolut vorhersehbar abläuft, lassen einen die ungwöhnlich ausgefallen Figuren nicht abschalten. Besonders von der fast mystischen Todesfigur Eddie Burns möchte man gerne noch weitere Filme sehen.

BILD

Sin - Der Tod hat kein Gewissen

Auch bei dieser neuen Produktion gibt es am Bild nichts größeres auszusetzen. Die Vorlage ist absolut sauber und trägt keine Spuren von seiner analogen Herkunft. Schärfe und Kontrast sind gut, obwohl einige Szenen etwas grobkörniger wirken und dadurch etwas unausgewogen sind. Die Farben sind sehr kräftig, was durch die teils sehr starke Farbausleuchtung und Filtereffekte des Films unterstützt wird. Somit bekommt der Film eine leicht künstliche Atmosphäre. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber bietet genügend Detailreichtum in den dunkleren Szenen. Die Kompression hält das Bild stabil und verhindert die Bildung von digitalen Artefakten. Das seichte Grundrauschen des Bildes kann sie aber nicht beheben. Gut.

TON

Sin - Der Tod hat kein Gewissen

Der Dolby Digital Ton konzentriert sich bei “Sin” sehr stark auf die Musik, da der Film von den Toneffekten nicht sehr oft beansprucht wird. Dafür wird die Musik hier tatsächlich teilweise als direktionaler Soundeffekt eingesetzt. So wandern bei einigen Stücken die Rhythmusinstrumente in den Surroundkanälen hin und her. Eine Komponente, die im Film wirklich gut funktioniert. Ansonsten sitzen die Dialoge solide und verständlich im Center. Weiteren Surroundeinsatz gibt es nur mal beim säuselnden Wüstenwind oder einem prasselnden Flächenbrand. Da bleibt auch der Subwoofer nicht untätig, der sonst eher zur Unterstützung der Musik genutzt wird. Ein ordentlicher Track.

EXTRAS

Das ist wirklich eine Sünde: Nur einen Trailer gibt’s als Extramaterial zu sehen.

FAZIT

Sicherlich ist “Sin” kein Meisterwerk des Rachefilms geworden. Aber er ist eben verdammt dicht dran. Allein für die Hauptfigur von Ving Rhames lohnt sich der Abstecher in die düstere Unterwelt von “Sin”. Die DVD bietet solide Qualität und einen Trailer. Leih-Tipp.



Kay Pinno


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