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Star Trek 5 - Am Rande des Universums   

Star Trek 5 - Am Rande des Universums
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Original: Star Trek 5 - The Final Frontier   (USA, 1989)
Laufzeit: 102 Minuten (PAL)
Studio: Paramount
Regie: William Shatner
Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelly, James Doohan, Walter Koenig u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, NL, Tr u.m.
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Dokus u.v.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2+/ 2 / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"Bist du ein Gott ?!"

Mit dieser oder einer ähnlich angelegten Frage muss sich wohl William Shatner in einer TV-Drehpause beschäftigt haben, als dem seicht pummeligen Leinwandhelden gerade mal niemand in den Arsch gekrochen ist. Bekräftigt von seinem unbändigen Glauben tatsächlich ein Leinwandgott oder wenigstens mit dessen Fähigkeiten bestückt zu sein, machte sich Shatner schließlich schnurstracks auf in Richtung Paramount. “Also wenn der spitzohrige Leonard schon Regie führen darf, will ich dass auf jeden Fall auch. Ich bin ja schließlich an Bord der Enterprise auch sein Chef und nicht umgekehrt.” So oder so ähnlich müssen sich die Ereignisse vor der Entstehung des fünften Star Trek Vehikels zugetragen haben. Denn nicht nur auf dem Regiestuhl nahm Shatner Platz sondern er kümmerte sich auch noch um die Story und das Drehbuch (auch wenn aus Alibi-Gründen ein Zusatzschreiber den Screenplay-Credit bekam). Der einzige Schauspieler in Hollywood, der noch ein größeres Ego als Shatner aufweist, dürfte wohl Tom Cruise sein. Doch im Gegensatz zu diesem Würstchen hat der gute Käptn Kirk eine echte Cruise-Control: ein Team aus fähigen Schauspielern, die er respektiert und sehr gut als Ensemble einsetzt. Aus diesem Grund ist das Wiedersehen von “Star Trek 5” eine echte Überraschung geworden. Zuletzt im Kino anno 1989 erlebt, blieb der Film als wirklich langweiliger Trash im Gedächtnis hängen. Doch über zwei Drittel von Shatners Star Trek Folge sind tatsächlich äußerst gut geraten und vielleicht sogar einer der Höhepunkte der gesamten Serie. Woran der Film aber letztlich scheitert ist sein wirklich grauenvolles letztes Drittel (einschließlich Effekten, die aus der Originalserie stammen könnten), dass wohl besonders aus Budget- und Zeit-Gründen nicht so realisiert werden konnte, wie es eigentlich sollte. Folglich hat das eigentlich schon eher mäßige Abenteuer des Films überhaupt kein Ende und der Zuschauer weiß schließlich nicht, was da eigentlich wirklich los wahr. Und das ist schade, denn alles was sich bis dahin aufgebaut hatte, war wirklich klasse. Kirk und seine Crew werden mit einer noch nicht ganz einsatzbereiten Enterprise zum Planeten des galaktischen Friedens beordert. Dort hat eine Gruppe Aufständischer die drei Botschafter von Föderation, Klingonen und Romulanern gefangen genommen. Als Kirk einen beherzten Rettungsversuch startet, ahnt er nicht, dass die Geiselnehmer in Wahrheit ein ganz anderes Ziel verfolgen. Zudem naht auch noch ein Klingonen-Schiff, dessen Kommandant nicht wirklich gut gelaunt ist. Mit sehr viel gutem Humor und einigen wirklich ergreifenden Szenen gesegnet hätte “Star Trek V” wirklich das Zeug gehabt ein echter Hit zu werden. Das unverzeihlich miese Finale rammt den Film aber mit aller Wucht in den Boden. Wer damit allerdings rechnet, bekommt einen weitaus besseren Fiilm zu sehen, als einem so mancher Trekki weiß machen will.

BILD

Star Trek 5 - Am Rande des Universums

Im Gegensatz zur Erstausgabe von “Star Trek V” wurde für die Special Edition ein neuer anamorpher Widescreen-Transfer (2.35:1) angefertigt, der wesentlich besser ausschaut als auf der alten Version. Das Bild wurde weitestgehend aufgeräumt. Trotzdem sind teilweise noch sehr winzige Spratzer des analogen Masters zu erkennen. Dies wirkt aber niemals störend und dürfte wohl auch nur bei sehr genauem Hinschauen auffallen. Trotzdem ist teilweise auch ein sehr seichtes Hintergrundrauschen aufgrund der Vorlage festzustellen. Schärfe und Kontrast sind sehr gut, aber an wenigen Stellen lässt sich an Konturen ein seichtes Zeilenflimmern ausmachen. Die Farben sind äußerst kräftig aber niemals unnatürlich überbetont. Der Schwarzlevel ist sehr tief und nimmt an zwei Stellen ein wenig Details weg. Die Kompression ist gelungen und verhindert die Bildung von digitalen Artefakten oder Blockrauschen. Ein guter Transfer.

TON

Star Trek 5 - Am Rande des Universums

Diesmal dürfen die deutschen Star Trek Fans aufatmen: “Star Trek V” ist die erste Special Edition Neuauflage in der auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 vorhanden ist. Und hat sich das Warten gelohnt? Jawohl, denn der Sound ist sehr dynamisch und komplett aufgeräumt. Obwohl eigentlich nicht so viele Raumschlachten im Film geschlagen werden, wird das Surroundpotential auch gut für atmosphärische Momente eingesetzt. In den Kampfszenen mit den Aufständischen verteilen sich Stimmen und Schießerei hübsch über die Effektkanäle. Der Subwoofer kommt dabei aber nicht übermäßig zum Einsatz. Auch die erhabene Musik von Jerry Goldsmith wirkt in 5.1 noch pompöser als gewöhnlich. Die Abmischung verhindert dabei störende Überlappungen. Die Dialoge sind fest im Center verankert und immer klar verständlich. Insgesamt eine gute Leistung.

EXTRAS

Auf der ersten Filmdisc befindet sich neben dem für Star Trek Special Editions obligatorischem wie ausführlichem Text-Kommentar der Experten Michael und Denise Okuda ein Audiokommentar mit Regisseur/Autor/Schauspieler William Shatner und seiner Tochter Liz Shatner, die auch schon ein Buch über die Entstehung von “Star Trek V” geschrieben hat. Gemeinsam lässt das Familien-Team die Hosen aber nicht zu weit herunter und serviert einen moderat interessanten Kommentar. Während Shatner Senior nicht müde wird zu betonen, dass ihm bei diesem Projekt zu wenig Zeit und Geld zur Verfügung gestellt wurde, schafft es seine Tochter wenigstens ein paar interessante Dinge aus Kirk-Daddy herauszukitzeln. Mit Anekdoten über die Schwierigkeit gleichzeitig Regie zu führen und vor der Kamera zu stehen kann Old Shatner schließlich doch noch ein paar Dinge zu seinen Regie-Entscheidungen anführen. Dieser Track ist keine Offenbarung, aber ein solider wenngleich leicht verklärter Blick auf die gestresste Produktion.

Auf der zweiten Scheibe befindet sich wieder einmal kein kompaktes Making-of, sondern ein Kessel bunter Videofeatures. Unter dem Kapitel “Das Star Trek Universum” befinden sich fünf Videos, die sich mit einzelnen Elementen um den Film herum beschäftigen. Als erstes gibt es eine 20-minütige Lobhudelei auf den “Star Trek”-Production-Designer Herman Zimmermann. Hier gibt es einen umfassenden Überblick über das wichtige Schaffen des Mannes, der für den Look von Star Trek verantwortlich ist. Sehr hübsch ist das 15-minütige Original-Interview mit William Shatner im Yosemite-National Park während der Produktion. Hier schwärmt El Capitan nicht nur von der Regie-Arbeit sondern gleitet langsam in seine persönliche Philosophie über den Film ab. Wirklich klasse. In dem 13-minütigen Abschnitt “Kosmische Gedanken” dürfen wieder einmal die Wissenschaftler zu Wort kommen. Hier äußern sich verschiedene Spezialisten über die Beschaffenheit und Funktion des Universums. Auch dieses Kapitel ist wieder ein lehrreicher Ausflug in das echte Weltall. Ein extrem unterhaltsamer Hingucker ist das Kapitel “Ein klingonisches Paar” (13 Minuten). Hier erzählen die Schauspieler Todd Bryant und Spice Williams ihre Erfahrungen als Klingonen in “Star Trek V”. Völlig ungeschminkt und von ganzen Herzem plaudern die beiden Mimen großartig aus dem Nähkästchen. Hier zeigt sich wirklich der Spaß, den man bei Star Trek haben kann. “Eine grüne Zukunft?” beschäftigt sich schließlich noch zehn Minuten lang mit dem natürlichen Wunder des Yosemite-National Park. Im Abschnitt Produktion sammeln sich fünf Videofeatures, die gemeinsam eine Art Making-of ergeben. Den größten Abschnitt (30 Minuten) nimmt “Die Reise” ein. Hauptsächlich kommen hier nur die Produzenten und William Shatner zu Wort. Angereichert mit einigem Behind-The-Scenes Material ergibt sich aber ein gutes Bild der Produktion. Trotzdem scheint man hier die Wogen geglättet zu haben. Weder zu den negativen Reaktionen zum Film noch über die Spannungen zwischen Shatner und Harve Bennett, der sich in einer besonderen Nachricht an die Fans als ekelhaft billige Krämerseele verkauft, wird Bezug genommen. Trotzdem gibt es hier etwas großartiges zu finden: die letzten verblieben Aufnahmen des “Rock-Man” machen sehr deutlich, warum man sich gegen diese Aufnahmen entschieden hat. Drollig ist auch noch die 14-minütige Pressekonferenz zum Abschluss der Dreharbeiten von “Star Trek V”. Der schamlose PR-Gag, getarnt als Veranstaltung für die einheimische Presse, sagt aber auch rein gar nichts über den Film oder irgendetwas aus. Dies sollte eine reine Werbeveranstaltung sein, damit man mit dem Film in die Schlagzeilen kommt. Weia! Neu für eine Star Trek Special Edition sind auch die vier “Entfallenen Szenen”, von denen nur eine wirklich interessantes Material bietet. Die längere Version von Spocks Schmerz, die schon im Audiokommentar erwähnt wird, ist hier vorhanden. Desweiteren sind natürlich auch wieder Trailer, Bildergalerien und Storyboards vorhanden.

FAZIT

Abgesehen von dem völlig verunglückten Finale und der nicht aufgelösten Geschichte ist “Star Trek V” eine erfreulichere Angelegenheit als viele Zuschauer in Erinnerung haben werden. Mit einer guten Portion selbstreferentiellen Humors und einigen starken Charaktermomenten hat der Film eigentlich alles, was man von Star Trek erwarten kann - minus guter Effekte. Woher dieser Mangel allerdings kommt erklärt das ausführliche Bonusmaterial, dass sogar die verschollenen Aufnahmen des legendären “Rock-Man” zeigt. Für Trekkis ein Pflichtkauf, aber auch für den regulären DVD-Konsumenten empfohlen.



Kay Pinno


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