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Deadwood Season 3   

Deadwood Season 3
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Original: Deadwood   (USA, 2006)
Laufzeit: 585 Minuten (PAL) / 12 Folgen
Studio: Paramount / HBO
Regie: Mark Tinker, Ed Bianchi u.m.
Darsteller: Timothy Olyphant, Ian McShane, Powers Boothe, Brian Cox u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Englisch DS Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, NL, Dä, Nor, Swe
Extras: -
Preis: ca. 40 €
Wertung: 1 / 2 / 6 (Bild/Ton/Extras)


"Unsere kleine Stadt"

Mit der dritten und finalen Staffel von “Deadwood” wird wirklich klar, worum es in der erfolgreichen HBO-Westernserie eigentlich geht. “Deadwood” will keine Geschichte erzählen, sondern eine Charakterstudie des Westerns sein, wie es sie zuvor noch nicht gegeben hat. Allen voran natürlich mit der zentralen wie zwielichtigen Figur von Saloonbesitzer Al(bert) Swearengen (Ian McShane), der Deadwood als seinen persönlichen Spielplatz betrachtet. In den ersten beiden Staffeln durften Zuschauern fasziniert betrachten, wie sich das dreckige Goldgräberlager Deadwood aus dem eigenen Sumpf aus Gewalt, Prostitution, Alkohol und Drogen erhob, um langsam zu einer kleinen Frontier-Stadt zu werden. Besonders in der zweiten Staffeln hatte man sich aber schon mit den zahlreichen Subplots deutlich vergaloppiert, nur um in der letzten Episode dann doch noch eine Trumpfkarte auszuspielen. Die Ankunft des skrupellosen Geschäftsmanns George Hearst (ein hervorragender Gerald McRaney) bedeutet für Swearengen einen unvermeidlichen (Klein)Krieg, der nun die komplette dritte Staffel ausfüllt. Trotz aller Plänkeleien um die Zukunft der Goldgräberstadt hängen die Schicksale der einem ans Herz gewachsenen Charaktere irgendwie in der Luft. Zwar scheint alles auf einen bleihaltigen Höhepunkt am Ende der zwölf letzten Folgen hinauszulaufen, aber die Serienmacher schlagen letztlich allen ein Schnippchen. Auch das Auftauchen “verschwundener” Figuren wie dem regionalen Repräsentanten aus Yankton oder dem “Nigger General” und seinem Kompagnon bleiben nur Ausschmückungen, die eine lebendige wie organische TV-Western-Welt vorgaukeln sollen, aber für die Erzählung eigentlich überflüssig sind. Völlig ins Abseits der Bedeutungslosigkeit werden auch die Figuren des irren Cy Tolliver (Powers Boothe) und seiner Ex-Hure Joanie Stubbs (Kim Dickens) geschossen. Dass Stubbs schließlich noch eine deutlich lesbische Beziehung mit der seltsamen “Calamity” Jane (Robin Weigert) anfängt, wirkt da nur noch peinlich einfallslos. Auch der als Joker in dieser Staffel neu eingeführte Brian Cox bleibt in seiner Rolle als Chef einer Theatertruppe und altem Kumpel von Al Swearengen bis zum Schluss nur stimmungsvolles Beiwerk. Somit bleibt auch “Deadwood” nur ein facettenreiches Terrarium für Westernfans, die sehen wollen, wie der Westen nicht gewonnen wurde!

BILD

Deadwood Season 3

Das anamorphe Widescreentransfer (1.78:1) liefert wie bei den vorangegangenen Staffeln ein sehr kontrastreiches Bild, das jedes dreckige Detail erstaunlich gut reproduziert. Das dreckige Leben in der Goldgräberstadt bleibt spürbar schmutzig. Die Vorlage für die TV-Serie ist einwandfrei und enthält nicht die geringsten Aussetzer. Die realistische Farbgebung der Serie wird ebenfalls sauber reproduziert. Von den düster dunkelbraunen Interieurs bis zu den matt überscheinenden Außenaufnahmen bleiben die Farben kräftig ohne die Konturen zu überscheinen. Schärfe und Kontrast fallen sehr gut aus. Die Kompression ist fehlerfrei und liefert ein stabiles Bild ohne Artefakte oder Ruckler. Sehr Gut.

TON

Deadwood Season 3

Leider kommt nur der englische Ton mit einer vollen DD5.1-Abmischung daher. Auf Deutsch muss man mit einer normalen Surroundabmischung vorlieb nehmen. Das ist schade, denn gerade die subtile Atmosphäre in den Saloons und auf den dicht bevölkerten Straßen von Deadwood lassen eine Menge Stimmung in den Surroundkanälen des 5.1-Mix aufkommen. Die Dialoge sitzen fest im Center und sind gut verständlich, sofern die Akteure nicht stark nuscheln. Die deutsche Synchronisation fällt wie bei den vorangegangenen Staffeln stark ab, da sich ein Großteil der Atmosphäre über die fast Shakespeare-artige Sprache der Protagonisten ergibt. Hier sollte in jedem Fall auf die englische Tonspur zurückgegriffen werden.

EXTRAS

Wie immer spart Paramount bei der Auswertung von TV-Serien die Extras aus. Einzig lobenswert ist das Weglassen der nervenden Zwischentafeln für die einzelnen Folgen in den Menüs, bei denen in den vorangegangen Staffeln der Inhalt immer bereits vorab verraten wurde.

FAZIT

Zwar ist die dritte und finale Staffel “Deadwood” deutlich stringenter als die Vorgänger, aber fällt zum Schluss leider doch stark ab. Viel zu deutlich fällt auf, dass sich die Macher in ihren Figuren und Subplots verhaspelt haben, um ein wirklich gutes Finale für die Serie zu liefern. Das ist schade, denn Atmosphäre und Akteure bleiben auf hohem Niveau. Technisch sind die vier Scheiben einwandfrei - allerdings auch frei von Bonusmaterial.



Kay Pinno


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