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Starsky & Hutch - Der Film   

Starsky & Hutch - Der Film
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Original: Starsky & Hutch   (USA, 2004)
Laufzeit: 96 Minuten (PAL)
Studio: Buena Vista
Regie: Todd Phillips
Darsteller: Ben Stiller, Owen Wilson, Vince Vaughn, Snoop Dogg, Juliette Lewis u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, It, Spa, Tr
Extras: Kommentar, Making of, Deleted Scenes u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 2 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"70-er Flashback!"

Die 70-er Jahre waren die Blütezeit für amerikanische Polizei-Fernsehserien, die den damals in Deutschland eher steif ermittelnden Fernsehfahndern den Rang abliefen. Die US-Cops hatten einfach ein besseres Flair und vermittelten wenigstens den deutschen Zuschauern einen Hauch von großer, weiter Welt. Dabei nahmen “Starsky & Hutch” als dynamisches Duo mit einem heißen Gefährt eine ähnlich wegweisende Rolle ein, wie Crockett und Tubbs bei “Miami Vice” in den späten 80-ern. David Starskys rot-weißer Grand Ford Torino wurde nicht nur ein Markenzeichen der Serie sondern auch ein echter Verkaufsschlager. Im Zuge der Plünderungen von klassischen TV-Stoffen für eine Kinoadaption mussten jetzt auch die Bay City Cops dran glauben. Doch Regisseur Todd Phillips schafft es genau wie in “Old School”, die Geschichte und seine Figuren nicht dem krass ausgespielten Klamauk zu opfern. In die Rollen von David Starsky und Ken Hutchinsen schlüpfen Ben Stiller und Owen Wilsen, die schon in “Zoolander” ein äußerst skurriles Pärchen abgaben. Während Stiller allerdings dank aufgebrezelter Lockenfrisur den perfekten Starsky abliefert spielt Owen Wilson, wie in fast jeder seiner Rollen, einfach nur sich selbst. Aber selbst dies nutzt Regisseur Phillips, um eine komische Szene über die Verwandlungsunfähigkeit von Wilson alias Hutch in den Film zu bringen. Im Undercover-Einsatz mit Starsky hat er keine Ahnung, wie er seine falsche Rolle zu spielen hat. Dafür darf in den Nebenrollen richtig aufgedreht werden: Snoop Dog spielt als Polizei-Informant Huggy Bear eine derart übertriebene 70-er Jahre Imitation eines schwarzen Gangster-Paten, die den Begriff Coolness neu definiert. Zudem dürfen auch Vince Vaughn als jüdischer Drogendealer und Will Ferrel in der Rolle eines Knastbruders mit absonderlichen Vorlieben glänzen. Auch Blacksploitation-Star Fred Williamsen darf als Captain Dobey zeigen, dass er immer noch das richtige Feuer hat. Fans der originalen Serie werden zudem viele Motive aus einzelnen Folgen wiedererkennen, da sich Kameramann Barry Peterson auch sehr am visuellen Filmstil der 70-er Jahre orientiert hat. Ebenfalls mit einem knackigen Soundtrack versehen ist “Starsky & Hutch” ein wirklich gelungener Trip in die 70-er Jahre, der allen Beteiligten wohl ziemlich gut gefallen hat. Todd Phillips sitzt schließlich schon an der nächsten Serienverfilmung aus dieser Zeit: Jim Carrey darf sich bald den Trainingsanzug des “Sechs Millionen Dollar Mann” überziehen.

BILD

Starsky & Hutch - Der Film

Der anamorphe Transfer (2.35:1) des Films sieht glücklicherweise nicht so aus als wenn er aus den 70-ern stammen würde. Die Vorlage ist in perfektem Zustand und zeigt keine Dreckspuren oder Spratzer auf dem Material. Schärfe und Kontrast sind sehr gut, wenngleich einige helle Szenen zum Überscheinen von Konturen neigen. Die Farben sind sehr kräftig und schrappen leicht an der Grenze zum künstlich unnatürlichem Look, der aber ganz passend zum glamourös gewälten Retro-Style des Films passt. Der Schwarzlevel ist sehr tief, aber trotzdem detailreich. Wichtige Bildinhalte werden nicht verschluckt. Die Kompression arbeitet sauber und lässt keine digitalen Artefakte oder Hintergrundrauschen auftreten. Sehr gut.

TON

Starsky & Hutch - Der Film

Sowohl der deutsche als auch der englische Ton sind als Dolby Digital 5.1 Spur vorhanden. Obwohl der Originalton unschlagbar ist, haben sich die deutschen Synchronsprecher richtig reingehängt und servieren ebenfalls eine ordentliche Spaßpartie. Die Abmischung der Tracks ist ordentlich und wird hauptsächlich durch die dominant eingesetzte Musik getragen, die auf allen Surroundkanälen ertönt. Die Dialoge sind ebenfalls deutlich laut in den Vordergrund gemischt. Die restliche Soundkulisse wirkt dadurch ein wenig zurückgesetzt und mehr auf die Frontstage reduziert. Trotzdem kommen die wenigen Schießereien recht dynamisch und räumlich ortbar herüber. Wirklich ambiente Momente sind allerdings kaum merklich, da der Hintergrund entweder durch die Musik oder die Dialoge übertönt wird. Besonders bei der Musik und den Autoverfolgungsjagden bekommt der Tiefbass aber ein ordentliches Workout. Gut.

EXTRAS

Das sicherlich wichtigste Extra auf der Scheibe ist der Audiokommentar von Regisseur Todd Phillips, der versucht eine Balance zwischen den zahlreichen Anekdoten vom Dreh und dem schwierigen Schicksal eines Komödienregisseurs zwischen Improvisation und Drehbuch sowie Komödie und Krimihandlung zu erläutern. Phillips hat leider eine sehr ruhige wie etwas schnodderige Art zu erzählen, die einem das Gefühl gibt, selbst eine halbe Tonne Valium geschluckt zu haben. Das Zuhören wird noch schwieriger, weil er zusätzlich einige Pausen macht und auch gerne mal das Geschehen auf dem Bildschirm festhält. Wer aber aufmerksam dranbleibt, bekommt zwischendurch immer wieder interessante Stückchen über das Leben in den 70-ern sowie Anekdoten, Anspielungen und Veränderungen zur Serie mit. Ein eher durchschnittlicher Kommentar, der ein wenig Geduld und Ausdauer voraussetzt. Das knapp 10-minütige “Last Look Special” ist ein herrliches Anti-Making-of. Hier zieht in einzelnen Interviews jeder über jeden her. Dieses Special zeigt einmal ungeschminkt, wie so eine PR-Veranstaltung eigentlich wirklich aussehen sollte. Eine echt großartige Idee, ein klassisches Making of zu parodieren. Der drei-minütige Clip “Fashion Fa Shizzle” zeigt Snoop Dogg alias Huggy Bear in seinen verschiedenen, überdrehten Outfits aus dem Film. Die “Deleted Scenes” gibt es nur als 6-minütigen Zusammenschnitt ohne Direktanwahl der Szenen. Hier gibt’s aber auch nichts, was dem Film wirklich gefehlt hätte. Vornehmlich gibt es zwei Szenen, die den Running Gag mit dem Cop Minetti (Chris Penn) noch etwas auswalzen. Das 5-minütige Gagreel ist auch nicht besonders lustig, da glücklicherweise die richtig lustigen Sachen schon im Film verbraten wurden. Ein Trailer und ein Easter Egg können ebenfalls angeschaut werden.

FAZIT

“Starsky und Hutch” ist entgegen aller Befürchtungen eine überdurchschnittliche Komödie geworden, die sich zwar auch schnell abnutzt, aber trotzdem den Spaß und Enthusiasmus der Macher für die Materie erkennen lässt. Die DVD von Buena Vista bietet hier das komplette Rundum-Sorglos Paket, bei dem bedenkenlos zugegriffen werden kann.



Kay Pinno


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