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3 Engel für Charlie - Volle Power SE   

3 Engel für Charlie - Volle Power SE
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Original: Charlies Angels - Full Throttle   (USA, 2003)
Laufzeit: 103 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Mc G
Darsteller: Cameron Diaz, Lucy Liu, Drew Barrymore, Bernie Mac, Crispin Glover u.v.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Tr
Extras: 2 Kommentare, verschiedene Dokus u.v.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2 / 1- / 2+ (Bild/Ton/Extras)


"No Angels!"

Mit der filmischen Umsetzung der 70-er Jahre Serie “Drei Engel für Charlie” gelang Clip-Regisseur McG im Jahr 2000 eine erstaunliche Spaßgranate, die sich selbst nicht allzu ernst nahm. Mit einer federfüßigen Leichtigkeit übernahmen Cameron Diaz, Drew Barrymore und Lucy Liu die Rollen der Engel, die sie mit einem augenzwinkernden Charme auf das eigene Sexy-Tough-Girl Image anlegten. Das poppig bunte Spektakel versprühte über 98 Minuten einfach eine süße Sorglosigkeit, die mit überdrehten Actionsequenzen kandiert wurde. Zudem dürften Bill Murray und Crispin Glover ebenfalls ihr Können zum Besten geben. Doch was ist mit der überdrehten Fortsetzung bloß passiert? “Drei Engel für Charlie - Volle Power” will ohne Rücksicht auf Verluste die Action- und Blödsinnsschraube voll durchdrehen lassen. Mehr ist eben nicht immer mehr - besonders wenn das Original schon mehr als überdreht war. So mutieren die zahlreichen Selbstzitate von “Volle Power” zu einer unfreiwilligen Selbstparodie der Parodie. Zudem spult der Film seine Actionsequenzen derart unabhängig voneinander ab, dass dem Zuschauer ziemlich schnell egal wird, wonach die Engel eigentlich suchen. Auch Bill Murrays Ersatzmann Bernie Mac kann in der Rolle von Bosley einfach nicht überzeugen. Zwar darf der Thin Man (Crispin Glover) wieder mitspielen, aber auch er wird letzlich nur zum Effekt verheizt. Die leicht verworrene Story ist auch schnell erzählt: die Engel suchen nach zwei gestohlenen Daten-Ringen, auf denen sich eine detaillierte Liste des Zeugenschutz-Programms befindet. Dabei stoßen sie auf ein Komplott, dass direkt gegen Charlie und seine Engel gerichtet ist. Das größte Problem von “Volle Power” liegt sicherlich in der extrem gewollten Leichtfüßigkeit seiner Aktricen. Hat man den Mädchen im ersten Teil ihre scherzhafte Jugendlichkeit und Kameradschaft voll abgekauft, wirkt die lockere Beziehung der Engel in “Volle Power” gnadenlos gestellt und irgendwie nervig. Auf der DVD befindet sich die unzensierte Fassung von “3 Engel für Charlie - Volle Power”, die gegenüber der Kinofassung einige härtere Details besonders im Finale bietet.

BILD

3 Engel für Charlie - Volle Power SE

Das anamorphe Widescreenbild (2.35:1) von “Volle Power” ist ein sehr merkwürdiger Fall. Obwohl die Vorlage dank des digitalen Masters in perfektem Zustand ist, wirkt das Bild oft überkontrastiert und leicht grieselig. Zwar hatte der Film im Kino schon einen recht knallbunten Look, aber hier wirken die Farben extrem grell und unnatürlich (z.B. die blauen Nonnen-Kutten der Engel). Die Schärfe ist allerdings sehr gut geraten und wird nur durch den oben erwähnten grieseligen Look an manchen Stellen etwas beeinträchtigt. Der Schwarzlevel ist sehr tief und schluckt in bestimmten Bereichen auch kleinere Details. Die Kompression hält das Bild stabil und verhindert digitale Artefaktbildung. Blockrauschen oder Pixeleien konnten nicht festgestellt werden.

TON

3 Engel für Charlie - Volle Power SE

Für reichlich Dynamik ist im Soundtrack dieses Actionspektakels gesorgt. Schon die Eröffnungssequenz in der Mongolei ist ein gute Surround-Demo. Wenn Sven Ole Thorsen mit seinen zwei Maschinengewehren loslegt prasseln Schüsse und Patronen auf allen Effektkanälen. Spätestens beim Panzer-Einsatz am Staudamm bekommt der Subwoofer richtig was zu tun. Hier wird wirklich ein Maximum aus dem Dolby Digital 5.1 Track herausgeholt. Trotzdem lässt sich in einigen Szenen eine gewisse Frontlastigkeit feststellen. Die Dialoge sind fest und verständlich im Center verankert. Die gut eingespielten Soundtrackpassagen können begeistern - da spielt die Musik ebenfalls mit auf den Effektkanälen. Die gute Abmischung sorgt dafür, das störende Überlappungen nicht vorkommen und wichtige Details nicht verschluckt werden. Trotz der bemühten deutschen Synchronisation ist der englische Soundtrack klar zu bevorzugen. Die Sprüche kommen hier einfach viel besser.

EXTRAS

Trotz eines nur moderaten Einspielergebnis bekamen die Engel auf DVD wieder die Special Edition Behandlung. Diesmal bekommt der Käufer gleich zwei Audiokommentare spendiert. Auf dem ersten Track darf Regisseur Mc G mit einem “Telestrator” herumspielen. Dies bedeutet nichts anderes als dass er mit einem elektronischen Stift im Filmbild herummalen kann, um bestimmte Dinge hervorzuheben. Inhaltlich beschränkt sich Mc G eher auf technische Details aber hat auch noch einige Anekdoten parat. Insgesamt eher ein mittelmäßiger Track, bei dem man sich am meisten darüber wundert, wo die Effektespezialisten überall digital nachgeholfen haben. Auf dem zweiten Track spricht das Autoren-Team über die Arbeit an einem großen Studiofilm und über zahlreiche verworfene Konzepte. Hier bekommt der Zuhörer einen Einblick in verschiedene Ideen und Konzepte, die es teilweise glücklicherweise nicht mehr auf die Leinwand geschafft haben. Auch über die amüsante Zusammenarbeit mit Studio-Executives wird hier mehr als augenzwinkernd berichtet. Diesen Track sollte man sich auf jeden Fall einmal zu Gemüte führen. Die “Engel Visionen” bringen wieder einmal das beliebte Follow-the-white-Rabbit Feature auf die DVD. Dieser besondere Abspielmodus verschafft dem Zuschauer während des Films Zugang zu verschiedenen “Making of” und Informationen, die man nicht separat anwählen kann. Besonders die zahlreichen Infotafeln sorgen hier für einen Hintergrund-Overkill. Vier Video-Features (Gesamtlänge ca. 28 Minuten) beschäftigen sich gezielt mit drei Sequenzen des Films (Pussycat-Dolls, Lagerhaus-Kampf und Motocross-Rennen), während das letzte Video sehr ausführlich auf die Fahrzeuge im Film eingeht. In weiteren vier Features wird auf das Design, die Kostüme und die Actionsequenz am Hansen-Damm eingegangen. Richtig gut ist allerdings das Video “Größer, schneller, besser - Volle Power”. Hier berichtet Executive Producer Patrick Crowley über den schweren Job, eine kleine Armee von Filmleuten zu dirigieren und koordinieren. Wahrlich echte Schwerstarbeit. Neben einer Auflistung der Gastauftritte von Prominenten im Film gibt es noch die “Volle Powerl-Jukebox”. Hier dreht sich alles um die Musik des Films. Die einzelnen Stücke werden von Mc G jeweils vorgestellt und begründet, was sie im Film verloren haben. Anschließend kann die passende Filmszene betrachtet werden. Mit dem Pink-Musikvideo “Feel Good Time”, Filmographien und verschiedenen Trailern enden die Specials. Vermisst werden hier lediglich ein paar geschnittene Szenen und Goofs.

FAZIT

Auch wenn “3 Engel für Charlie - Volle Power” nicht an den gnadenlosen Spaß seines Vorgängers anknüpfen kann, ist die DVD-Umsetzung gelungen. Die unzensierte Version des Films ist eine hübsche Dreingabe und die zahlreichen Extras sind ebenfalls nicht zu verachten. Für einen lustigen Party-Abend reicht die Scheibe auf jeden Fall.



Kay Pinno


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