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Teknolust   

Teknolust
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Original: Teknolust   (BRD / GB / USA, 2002)
Laufzeit: 80 Minuten (PAL)
Studio: Sunfilm
Regie: Lynn Hershman-Leeson
Darsteller: Tilda Swinton, Jeremy Davis, James Urbaniak, John O’Keefe u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 1 / 2 / 3+ (Bild/Ton/Extras)


"Künstlicher Erguss!"

Cyberwesen leben nicht vom Brot allein, denn die drei Klone, welche eine Biogenetikerin angefertigt hat, benötigen männlichen Samen, um zu überleben. Bei den drei Abbildern der Wissenschaftlerin handelt es sich um Mischformen aus Software und Biomasse. Sie leben in einem abgesperrten Raum, aus dem jede Nacht nur eine in die reale Welt zieht, um das wichtige Lebenselixier zu besorgen. Ruby, die älteste, übernimmt diesen Job. Die Männer, welche sie mit Hilfe alter Filmphrasen verführt, stellen jedoch auffällige Veränderungen fest. Sie sind impotent und zwischen ihren Augen entsteht ein Barcode. Als sich die Fälle häufen, glaubt das FBI hinter einem Anschlag mit Biowaffen her zu sein, so dass die Luft für die drei Klone sowie die Biogenetikerin dünner wird. “Teknolust” ist ein artifizieller Liebesfilm geworden, bei dem die Regisseurin sich bemüht, im steril wirkenden Cyberambiente Emotionen zu wecken. Die drei Klone leben in einer bunten Welt aus den Farben grün, rot und blau, ihre Kleider leuchten in denselben Farben. Zunächst deutet nichts auf emotionale Entwicklungen hin, denn der Akt der Samenbeschaffung durch die ironischer Weise in rot gekleidete Klonfrau ist ein rein technischer Vorgang, der zudem mit Hilfe auswendig gelernter Filmphrasen zum Erfolg gebracht wird. Langsam beeinflusst die reale Welt jedoch die künstlichen Geschöpfe. Sie brechen aus ihrem Kokon aus und entwickeln sich zu Wesen, die auch durch Emotionen gelenkt werden. Die Motivation der Bio-Genetikerin, die Klone zu erschaffen, ist durch ihre tragische Vergangenheit geprägt. Regisseurin Lynn Hershmann-Leeson hat es sich jedoch in den Kopf gesetzt, auf die reine Entwicklung der Figuren zu vertrauen, ohne gefühlvolle Akzente in die Inszenierung hinein zu bringen. Das Ambiente wirkt steril, weil “Teknolust” Kunst sein will. Irritierende Elemente wie der flüsternde Doktor sollen amüsant sein, fügen sich jedoch nicht in das restliche Design der Geschichte ein. Zu allem Überfluss schafft es die Regisseurin nicht einmal, alle Handlungselemente per Inszenierung zu verdeutlichen. Der Audiokommentar schließt einige Lücken, welche der Film nicht hinterlassen sollte.

BILD

Teknolust

Man müsste schon sehr viel falsch machen, um einen auf HD-Video gedrehten Film, schlecht aussehen zu lassen. Dementsprechend ist das Bild vom feinsten. Gestochen scharf präsentiert es sich bis in die kleinsten Details kristallklar. Die Farbwiedergabe ist brillant. Vor allem die bunten Szenen erstrahlen in einem wunderbaren Glanz. Rauschmuster gibt es nicht.

TON

Teknolust

In Sachen Ton spielen sich beide 5.1-Spuren eher im Frontstage-Bereich ab. Hier verteilen sich Geräusche und Dialoge gut auf Boxen. Alles ist klar verständlich und rauschfrei. Die Musik sorgt meistenteils für die räumliche Atmosphäre. Das macht sie solide.




EXTRAS

Als Bonus sind ein Audiokommentar der Regisseurin Lynn Hershmann-Leeson und ein Trailer enthalten. Der Audiokommentar gehört zu den besseren Vertretern und ist in seinen guten Passagen deutlich interessanter als der Film. Zum einen wälzt Hershmann-Leeson ein paar Gedanken, die sie sich im Rahmen des Films gemacht hat, zum anderen füllt sie ein paar Lücken, welche die Inszenierung leider nicht verständlich gemacht hat. So wurde mir zumindest während der Ansicht des Films nicht klar, dass die alten Filme, welche einer der Klone als Inspirationsquelle für die Verführungen nutzt, durch die Biogenetikerin ins Netz eingespeist werden, damit die beiden anderen Klone die Samenjägerin im Schlaf damit infiltrieren. Nachdem man die Erläuterung im Audiokommentar gehört hat, versteht man zwar auch, welche Szenen das erzählen sollten, aber ohne Kommentar ist das nur sehr schwer verständlich. In anderen Passagen kommentiert Hershmann-Leeson narrativ, was gerade zu sehen ist, so dass der Audiokommentar gute und schwache Teile besitzt.

FAZIT

“Teknolust” ist ein rein artifizielles Kunstprodukt geworden, das im Bemühen, anders als Hollywood zu sein, daran scheitert, einen alternativen Weg emotionaler Erzählung zu finden. Die hübsche Optik verhindert zwar, dass das Werk komplett langweilig ist, rettet den Film jedoch nicht. Technisch ist die DVD vor allem hinsichtlich der Bildqualität ausgezeichnet.



Stefan Dabrock


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