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Thelma & Louise SE   

Thelma & Louise SE
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Original: Thelma & Louise   (USA, 1991)
Laufzeit: 124 Minuten (PAL)
Studio: Twentieth Century Fox / MGM
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Susan Sarandon, Geena Davis , Harvey Keitel, Michael Madsen, Brad Pitt, u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: 2 Kommentare, Deleted Scenes, u.v.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 3+/ 2-/ 1 (Bild/Ton/Extras)


"Soetwas mögen die Weiber."

Mit einem Film über Freundschaft, Liebe, Schicksal und die letzte Reise ließ Ridley Scott die Gemüter mit “Thelma & Louise” Anfang der 90-er höher schlagen. Der Grund war eigentlich simpel: seine Hauptfiguren sind Frauen, die Dinge taten, die bei männlichen Akteuren als typisch chauvinistisch eingestuft worden wären. Von leidlich unterdrückten Hausfrauen/Kellnerinnen verwandeln sich Thelma (Geena Davis) und Louise (Susan Sarandon) auf einem Wochenend-Trip in verzweifelt wilde Outlaws. Den Anstoß für diesen Ausbruch gibt der Mord an einem üblen Redneck, der versucht Thelma auf dem Parkplatz einer Kneipe zu vergewaltigen. Zu dem eigentlichen Akt kommt es aber nicht mehr, da Louise schon einen Revolver am Hals des fiesen Kerls hat. Nur aufgrund einer vulgären Äußerung erschießt Louise den Kerl trotzdem im Affekt. Auf der Flucht vor der Polizei und ihrer trostlosen Vergangenheit geraten die Frauen immer tiefer in den Schlammassel. Trotz ihrer prekären Situation fühlen sich Thelma und Louise zum ersten Mal in ihrem Leben frei und genießen diesen kurzen Moment. Als weibliche Variation von “Butch Cassidy and the Sundance Kid” funktioniert “Thelma & Louise” sehr gut. Ohne sich wirklich die Konsequenzen ihres Trips vor Augen zu halten ist auch ihr Glück zum scheitern verurteilt. Den einzigen Fehler den Regisseur Scott begeht, ist tatsächlich die Rache am chauvinistischen Kino. Wie stereotype Abziehbilder einer sexistischen Männerwelt kommen hier mit Ausnahme von Harvey Keitels Charakter alle Kerle in die Arschloch-Abteilung. Selbst der zuckersüße Brad Pitt ist letztendlich nur ein fieser Abzocker. In solch einer eindimensionalen Welt kann man Thelma und Louise nur die Daumen drücken. Somit bleibt “Thelma & Louise” eben dichter an “Natural Born Killers” als der Zuschauer ahnen würde. Ob das Handeln dieser zutiefst frustierten Frauen als positiv zu bewerten ist, hängt jedoch wie bei “NBK” vom Auge des Betrachters ab.

BILD

Thelma & Louise SE

Obwohl “Thelma und Louise” eine neue anamorphe Abtastung im 2.35:1 Format bekommen hat, ist das Ergebnis nur mittelmäßig. Dies könnte an einer simplen Hochrechnung des NTSC-Transfers liegen. Schärfe und Kontrast sind besonders in Wideshots nicht optimal. Wirklich heftig ist jedoch in einigen Szenen ein heftiges Zeilenflimmern, das besonders in Kameraschwenks auffällig wird. Die Farbwiedergabe ist ordentlich und hat auch bei der breiten Farbpalette des Films keine Schwierigkeiten. Die Filmvorlage selbst ist gut aufgeräumt und nur wenige kleine Bilddefekte ließen sich ausmachen. Diese sind jedoch nie auffällig oder störend. Aufgrund der vollgepackten Scheibe (ursprünglich sollte der Film als 2-er Disc Set erscheinen!) hat auch die Kompression ein wenig zu kämpfen. Oftmals ist der Hintergrund ein wenig bewegter als er sein sollte. Alles in allem bietet “Thelma & Louise” immer noch einen ordentlichen Transfer, der aber etwas weniger Rauschfilter und etwas mehr Schärfe hätte vertragen können.

TON

Thelma & Louise SE

Der deutsche und englische Ton liegen entgegen der Verpackungsaufschrift (dort wird der englische Track nur in Stereo angegeben) beide im Dolby Digital 5.1 Format vor. Da der Film eigentlich kaum großen Anlass für Surroundeffekte bietet, spielt hier der tolle Soundtrack von Hans Zimmer die Hauptrolle. Trotz einer guten deutschen Synchronisation ist der englischen Sprachfassung eher der Vorzug zu gewähren, da hier viel mit Südakzent gesprochen wird. Das sollte sich wirklich niemand entgehen lassen. Es gibt ja schließlich auch deutsche Untertitel. Zu Mäkeln gibt es eigentlich nichts: Die Dialoge sind aufgeräumt und gut verständlich. Die Abmischung zwischen Soundtrack, Dialogen und spärlichen Effekten ist auch gelungen. Der Subwoofer bleibt aber eben bis auf ein, zwei kleine Momente eher kalt. Solide und ohne große Überraschungen.



EXTRAS

Bei den Extras hat sich MGM/Fox noch einmal richtig ins Zeug gelegt. Obwohl “Thelma & Louise” schon einmal als Special Edition veröffentlicht wurde, hat sich das Studio mit dieser Neuauflage übertroffen. Zu hören gibt es diesmal zwei Audiokommentare: Nr.1 spricht Ridley Scott (dieser war schon auf der alten DVD vorhanden), Nr.2 wird von den Hauptdarstellerinnen Susan Sarandon und Geena Davis gemeinsam mit der Drehbuchautorin Callie Khourie gesprochen. Beide Tracks gehen sehr unterschiedlich an den Film heran. Während Scott eher auf die Produktion und die Geschichte eingeht (einschließlich eines interessanten Resümees seiner Karriere bis “Thelma und Louise”, die besonders “Blade Runner”-Fans erfreuen dürfte), schnacken die Damen doch eher über lustige Anekdoten und Erinnerungen in Zusammenhang mit dem Film ohne thematisch über Inhalte zu rätseln. So bieten beide Tracks für jeden etwas und sind recht hörenswert. Die neue Dokumentation “The last Journey” (ca. 60 Minuten) gehört zu den Spitzenprodukten an Information. Bis auf Harvey Keitel, der generell keine Interviews gibt, melden sich alle Beteiligten des Films zu Wort. Solche Dokumentationen sollten zum Standard einer Special Edition gehören. Weiterhin gibt es acht geschnittene Szenen zu bewundern und ein alternatives bzw. längeres Ende zu bewundern. Von den Cut-Scenes ist nur eine wirklich interresant (leider ist auch klar, warum sie aus dem Film entfernt wurde: Super schlechte Improvisation!): Hier erlebt der Zuschauer Harvey Keitels Charakter bei seiner eigenen Frau, mit der er über den Fall diskutiert. Mit Storyboard-Vergleich Sequenzen des Finales, einer Bildergalerie, einem Musikvideo und den originalen EPKs füllt das Extraprogramm alle Lücken.

FAZIT

Egal ob man mit “Thelma und Louise” etwas anfangen kann oder nicht: Diese DVD-Edition gehört in jede Sammlung. Der umfangreiche Blick hinter die Kulissen entschädigt mehr als voll für das mittelmäßige Bild. Jetzt kaufen!!!!



Kay Pinno


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