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Traffic - Die Macht des Kartells SE   

Traffic - Die Macht des Kartells SE
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Original: Traffic   (USA, 2001)
Laufzeit: 141 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: Steven Soderbergh
Darsteller: Michael Douglas, Don Cheadle, Benicio del Toro, Dennis Quaid u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Interviews, Geschnittene Szenen u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 3+/ 3- (Bild/Ton/Extras)


"Wo sind deine verdammten Drogen ?!"

Robert Hudson Wakefield (Michael Douglas) ist nicht sehr glücklich. Als frisch ernannter Chef der Anti-Drogenkommission der Vereinigten Staaten von Amerika muss er feststellen, dass seine Teenager-Tochter fleißig Crack und anderes Zeugs einwirft. Nicht minder überrascht ist auch Helena Ayala (Catherine Zeta-Jones) als ihr Mann wegen Drogenschmuggels von der DEA eingebuchtet wird. Schlimmer noch: Schuldeneintreiber der mexikanischen Drogenmafia sind hinter ihr ihrem Kind und drei Millionen Dollar hinterher. Ob der Geschäftspartner ihres Mannes Arnie Metzger (Dennis Quaid) helfen kann? Mit Sicherheit kann den beiden mexikanischen Bullen Javier (Oscar für Benicio del Toro) und Manolo niemand mehr helfen. Im Korruptions- und Drogensumpf von Tijuana geraten die zwei dreckigen Cops zwischen die Fronten zweier Drogenkartelle. Besonders unangenehm wird dabei die Bekanntschaft mit dem ebenfalls korrupten General Salazar (ein haarloser Thomas Milian!). Fragmentarisch verwebt Regisseur Steven Soderbergh die verschiedenen Erzählstränge zu einer Kollage von verschiedenen Stationen des Drogenkriegs. Auch wenn er sich dabei einiger typischer Genre-Elemente bedient und leider auch auf schlechten Stereotypen herumreitet, bleibt sein Ansatz ein Guter. Statt sich auf eine Ebene zu konzentrieren, will er wie eine facettenreiche Discokugel den Raum des Drogenkriegs beleuchten. Das Ergebnis ist zwar genauso faszinierend und wie glamorös, aber lässt letzlich doch zuviele Aspekte im Dunkeln. Die sicherlich gelungenste Episode bleibt der mexikanische Teil, der in seiner schmutzigen Umsetzung noch am ehesten an den viel mit “Traffic” verglichenen Klassiker “French Connection” herankommt.

BILD

Traffic - Die Macht des Kartells SE

Den Transfer von “Traffic” zu beurteilen ist ein wenig schwierig. Die unterschiedlichen Filmformate, die zur Erstellung benutzt wurden, lassen die Bildqualität ein wenig schwanken, was allerdings auf den Film selbst zurückzuführen ist. Dadurch sollte man sich nicht irritieren lassen. Die Qualität ist unter dieser Berücksichtigung hervorragend geraten. Die Vorlage ist absolut sauber und enthüllt nur die grieseligen Passagen, die durch den Film vorgegeben sind. Originäre Filmdefekte oder Dreckspuren sind nicht vorhanden. Die drei unterschiedlichen visuellen Stile werden ordentlich wiedergegeben. Die grieseligen in Sepiatönen gehalten Aufnahmen in Mexico bis zu den in blauen Tönen gehalten Aufnahmen von Cincinnati vermitteln den durch die Shaky-Cam vermittelte Doku-Atmosphäre. Auch die unterschiedliche Präsentation der Bildschärfe entspricht der Vorlage und ist deshalb gewollt unterschiedlich ausgefallen. Eine technische Ursache gibt es dafür nicht. Die Kompression ist sauber und produziert keine Artefakte. Ein sehr guter Transfer.

TON

Traffic - Die Macht des Kartells SE

“Traffic” bieten den klassischen Fall eines auf Dialoge konzentrierten Film. Der 5.1 Dolby Digital-Ton in Deutsch und Englisch konzentriert sich fast ausschließlich auf die Dialogspur. Selbst die auf die Frontstage reduzierten atmosphärischen Effekte sind sehr reduziert. Einzig die gelungene Musik darf sich flächendeckend in den anderen Surroundkanälen ausbreiten. Dadurch bekommen einzelne Szenerien einen fast esotherischen Background. Weder gezielte noch atmosphärische Surroundeffekte lassen sich in diesen Tracks finden. Ein eigenwilliger aber limitierter Soundtrack, der auch keinen nennenswerten Unterschied zum beigefügten DTS-Track (nur Deutsch!) aufweist.


EXTRAS

Alle Extras dieser Special Edition lassen sich auf der zweiten Scheibe finden. Leider ist dieses Zusatzmaterial bei weitem nicht so ausführlich, wie das der US-Disc von Criterion. Neben dem Trailer, Filmo- und Biographien gibt es eine Interview-Gallerie mit knappen Statements von 14 Beteiligten des Films (darunter Soderbergh, Zeta-Jones, Douglas, Del Toro, Quaid u.m.). Leider haben die Interview nur wenig informativen Charakter. Es wird sehr viel Inhalt des ilms wiederholt. Mit Laufzeiten zwischen 1 und 3 Minuten darf man auch nicht viel erwarten. Eine “B-Roll Montage” zeigt ca. 12 Minuten unkommentierte Aufnahmen von den Dreharbeiten. Die Aufnahmen konzentrieren sich dabei aber weniger auf echte “Behind the Scenes”-Momente als mehr um die Aufnahmen von Szenen. Auch eher langatmig. Das beste Feature sind die insgesamt 24 gelöschten Szenen plus einen Gag mit einem Grenzbeamten. Die Szenen sind in anamorphen Widescreen und bester Qualität enthalten. Sie bringen noch einige höchst interessante Zusatzinformationen mit, die teilweise auch dem fertigen Film nicht schlecht getan hätten. Zudem gibt es einige nette schauspielerische Leistungen wie eine hysterisch nervige Salma Hayek zu bewundern. Alles in allem bleibt das Zusatzmaterial aber trotzdem hinter den Erwartungen an eine Zweitauswertung als Special Edition zurück.

FAZIT

Auch wenn er den Oscar-Rummel sicherlich nicht verdient hat, ist “Traffic” ein Film, den man gesehen haben sollte. Als neue Special Edition aus dem Hause Splendid kann die DVD diesem Etikett aber kaum gerecht werden. Wer schon die alte Scheibe besitzt, braucht deshalb kaum mit dieser DVD seine Sammlung aufzuwerten. Für Neukäufer ist diese Scheibe allerdings empfehlenswert, sofern keine R1-Abspielmöglichkeit für die US-SCheibe von Criterion besteht.



Kay Pinno


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