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Transporter, The   

Transporter, The
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Original: Le Transporteur   (Frankreich, 2002)
Laufzeit: 88 Minuten (PAL)
Studio: Universum
Regie: Louis Leterrier
Darsteller: Jason Statham, Shu Qi, François Berléand, Ric Young u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1-/ 2 / 5+ (Bild/Ton/Extras)


"Explosive Konkurrenz für Fed-Ex!"

Es gibt in seinem Transportgewerbe eine eherne Regel: Schau niemals in das Paket. Wenn sich der Transporter, spezialisiert auf besondere Aufträge, bei denen keine Fragen gestellt werden, an diese Regel gehalten hätte, dann gäbe es den Film nicht. Aber zu unserem Glück hat der coole Chauffeur im schwarzen Anzug einmal seine Regel gebrochen und eine hübsche, lebende Asiatin vorgefunden. Von nun an nimmt das Verhängnis seinen Lauf. Zwar liefert der Mann das Paket ab, als wäre nichts gewesen, aber sein Auftraggeber bemerkt, dass das nicht stimmt und versucht den Transporter in die Luft zu sprengen. Das will sich unser Held natürlich nicht gefallen lassen und gerät mitten in eine unangenehme Geschichte um kriminelle Machenschaften, die Verfolgungsjagden, Explosionen, Kung-Fu-Kämpfe und eine attraktive Frau bereithält. Bei “Der Transporter” kommt man in keiner Weise in die Verlegenheit, auch nur irgendetwas interpretieren zu müssen. Der Film, den Luc Besson produziert hat, und bei dem Cory Yuen die Action-Regie führte, ist pures Mainstreamkino mit den bekannten Zutaten. Warum sollen wir uns übertriebene Explosionen, Angeberverfolgungsjagden, eine vorhersehbare Liebesgeschichte, Actionszenen jenseits von Gut und Böse und überbordende Kung-Fu-Kämpfe ansehen? Eben weil es einfach saugeil ist. “Der Transporter” schwelgt über 88 knackige Minuten in temporeichen Szenen voll innovativer Kampfszenen, die niemals langweilig wirken. Ein ganz besonderes Plus ist der französische Polizist, dessen liebenswert kauzige Art mit durchschauendem Weitblick zu den Höhepunkten zählt. Fans des asiatischen Kinos dürfen sich zudem über den ersten Auftritt der Taiwanesin Shu Qi in einem westlichen Film freuen. Die Rolle von Madame ist zwar etwas dünn, aber mit ihrem naiven Charme durchaus liebenswert. Ein paar wunderbare Szenen zwischen ihr und Statham hält der Film bereit, wenn sie versuchen dem Polizisten eine Komödie vorzuspielen.

BILD

Transporter, The

“Der Transporter” besticht durch das helle mediterrane Licht Südfrankreichs, das allen Außenszenen einen leicht goldenen Anstrich gibt. Dank guter Vorlage reproduziert die DVD diesen Eindruck ohne Qualitätsverlust. Dreckspuren und Bildpunkte sucht man vergeblich. Gestochen scharf erstrahlen die Bildarrangements. Nur hier und da kann man eine kaum merkliche Blockbildung entdecken. Ansonsten gibt es keine Rauschmuster. In einigen Szenen gibt es allerdings Konturenflimmern zu beklagen. Das geht aber nicht zu lasten der Detailschärfe, die auch in etwas dunkleren Sequenzen die einzelnen Elemente des Raumes gut wiedergibt. Der Schwarz-Level ist ordentlich und der Kontrast so gewählt, dass die Nachtaufnahmen in ihrem gestylten Glanz erstrahlen.

TON

Transporter, The

Zwischen dem deutschen 5.1-Ton und der englischen 5.1-Spur gibt es keinen nennenswerten Unterschied. Beide sorgen mit ihrer Abmischung dafür, dass die Dialoge niemals in Effektgeräuschen untergehen. Der Film präsentiert gerade in den vielen Actionsequenzen eine weitgehend gelungene Surroundatmosphäre. Das gilt zum Beispiel für die Szene, in der das Haus des Transporters eingeebnet wird. Nach dem Einschlag der Rakete fallen die Brocken rechts und links herunter, als säße man in einem einstürzenden Haus. Während es dergestalt gelingt, die Lautsprecher gut zu nutzen, bleiben die Explosionen selbst und auch einige der Schussgeräusche mau. Hier wäre es durchaus angebracht gewesen, eine dynamischere Abmischung vorzunehmen. So jedenfalls bleibt man als Zuschauer doch ein wenig reserviert. Als letztes bleibt noch zu erwähnen, dass Shu Qi im Deutschen mies synchronisiert wurde. Auf künstliche Weise wird wieder einmal versucht, den Akzent zu übertragen. Leider gibt es in Deutschland offensichtlich Niemanden, der das beherrscht.

EXTRAS

Auf der normalen Kauf-DVD sind ein Making Of (20 Minuten) und der Trailer enthalten. Bei dem Making Of handelt es sich um den Beitrag von S & L, den man auch im Fernsehen vor dem Filmstart sehen konnte. Zu 99 Prozent besteht das Material aus Promotion-Interviews, die keinen anderen Zweck erfüllen, als den Film zu bewerben. In zwei kleinen Einsprengseln gibt es allerdings interessante Informationen zu einer der zentralen Action-Sequenzen. Daneben erscheint der Film auch in einer Deluxe-Variante. Hier sind zusätzlich noch ein paar Deleted Scenes, ein Musikclip, Interviews, Storyboards und TV-Spots enthalten, die unverständlicherweise nicht auf der abgespeckten Kauf-Version enthalten sind. Daneben gibt es eine zweite DVD, die eine Demo-Version des Playstation 2-Spiels “Destruction Derby Arenas” enthält.

FAZIT

In der Produktionsschmiede Luc Bessons ist erneut ein hoch unterhaltsamer Action-Film gedreht worden. Das Bonus-Material fällt auf der normalen Kauf-DVD leider sehr mager aus.



Stefan Dabrock


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