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Tube   

Tube
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Original: Tube   (Korea, 2003)
Laufzeit: 116 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: Baek Woon-Hak
Darsteller: Seok-hun Kim, Sang-min Park, Du-na Bae, Oh-jung Kwon u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch
Untertitel: -
Extras: Making of, Trailer
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2+/ 2 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"John Mek-Lane"

In Sachen kreuzdämlicher Actionfilme stehen die Asiaten den Amerikaner eigentlich in nichts nach. Seit dem Advent von digitalen Effekten lehnen sich die fleißigen Filmemacher aus Fernost auch gerne weiter aus dem Fenster als ihnen und den Zuschauern lieb sein könnte. Trotzdem haben sie ihren amerikanischen Kollegen dabei doch ein wichtiges Element voraus: den Mut zur Kompromisslosigkeit! Wenn sie einen überdrehten Actionfilm machen, dann aber auch ohne moralische Handbremse oder politisch korrekte Airbags. “Expect the Unexpected” ist in “Tube” das Motto der Achterbahnfahrt in einer von Terroristen besetzten U-Bahn. Der Ex-Superbulle Jay (Seok Hun Kim) arbeit nach seinem Rauswurf aus der Spezialeinheit als U-Bahn-Polizist und gerät nicht bloß zufällig in den Strudel der terroristischen Aktivitäten im öffentlichen Nahverkehr. Mit “T”, dem Anführer der Bösewichte, hat er nämlich noch eine alte Rechnung zu begleichen. Als völlig verquirlte Mischung aus “Die Hard”, “Speed”, “The Rock” und “Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3” lässt der Film neben dem zentralen Konflikt zwischen Jay und “T” ganz im Stile gelungener Katastrophenfilme eine Reihe illustrer Charaktere durch das Szenario poltern, die den Plot zwar wenig vorantreiben aber irgendwie eine Menge Spaß machen. Da wäre zunächst das Team im U-Bahn Kontrollzentrum, die für einige schweißtreibend spannende Momente sorgen. Ein großmäuliger und ständig grimassiernder Kleingauner kriegt während des gesamten Films immer eins auf die Fresse und eine mysteröse Taschendiebin Kay mit einem Geigenkasten auf dem Rücken wird der vermeintliche Love-Interest für Jay. Ach ja, und der cholerische wie sentimentale Boss von Jay wäre schon fast einen eigenen Film wert. Mit immer neuen Wendungen kann “Tube” seine Zuschauer ständig überraschen. Vorhersehbar ist in diesem Streifen wirklich kaum etwas. Dies gilt auch für die fast immer spontan startende Action, die völlig logigfrei für mach’ knalligen Moment und Lacher sorgt. Zusätzlich versehen mit einigen wirklich großartigen Kitschmomenten, die großartig inszeniert sind und völlig ihre Berechtigung im Film haben, ist “Tube” ein echter Partyfilm, der das Prädikat “Manga in Motion” wirklich verdient hat. Auch die deutsche Synchronisation des Films ist nicht so schlecht gelungen, wie man es sonst von asiatischen Titeln in Deutschland gewohnt ist. Für einige (unfreiwillige) Lacher reicht’s trotzdem noch.

BILD

Tube

Das anamorphe Bild (2.35:1) der Scheibe ist sehr gut gelungen, was erstaunlich ist, da gerade Videomaster aus Asien gerne mal richtig mies aussehen. Nicht so bei “Tube”. Die Vorlage des Films ist in exzellentem Zustand und hat so gut wie keine Dreckspuren oder Bildpunkte. Nur ganz vereinzelt lassen sich winzige Pünktchen ausmachen, die aber bloß besonders pingeligen Zeitgenossen auffallen dürften. Schärfe und Kontrast sind sehr gut gelungen und zeigen sich auch von der schwummerigen U-Bahn Beleuchtung unbeeindruckt. Trotzdem gibt es einige wenige Szenen in denen die Schärfe etwas nachlässt. Die Farben sind kräftig aber nicht überbetont und geben die reduzierte Farbpalette des weiß-grau-metallenen U-Bahn Settings sehr gut wieder. Der Schwarzlevel ist sehr aber trotzdem detailreich. Bildelemente werden in den dunklen Szenen nicht verschluckt. Die Kompression sorgt für ein ruhiges Bild und hält auch den Hintergrund rauschfrei. Ein fast sehr guter Transfer.

TON

Tube

Leider hat Splendid nur den deutschen Ton in DD5.1 auf die Scheibe gepackt. Der originale koreanische Ton ist nicht vorhanden. Dafür versucht der deutsche Ton gleich doppelt so gut aufzutrumpfen, indem er die Surroundkanäle von Beginn an agressiv ausnutzt. Die laute Atmosphäre an den Bahnsteigen und die herandonnernden Züge sowie das ewige Rattern der Wagons und das Quietschen auf den Geleisen sorgen schon für eine fast unangenehm realistische Soundkulisse. So haben sich die Sounddesigner wohl auch dazu entschlossen, die Schüsse aus Pistolen und Gewehren eher realistisch anhören zu lassen. Im Vergleich zur restlichen Kulisse hören sich die Shoot-Outs etwas befremdlich und auch sehr undynamsich an. Trotzdem werden auch bei den Ballereien die Schüsse schon über die gesamte Soundstage verteilt. Bei den Explosionen im Film bekommt der Tiefbass aber einiges an Arbeit zu tun. Die Dialoge sind dafür sehr überdeutlich im Center in den Vordergrund gezogen und lassen die Tonspur etwas künstlich klingen. Ton-Überlappungen gibt es deshalb aber keine. Ein solider Track, der durch seine gute Surroundfähigkeit auffällt.

EXTRAS

Ein 15-minütiges Making-of, das anscheinend für das koreanische Fernsehen gedreht wurde, gibt einen kurzen Einblick hinter die Kulissen. Die Interviews haben reinen PR-Charakter und sagen einfach nur das “Tube” ein “kraftvoller Actionfilm” ist, den so noch niemand gesehen hat blablabla bla ZzzzzzzzzZZzzzzzzzz! Trotzdem gibt es einige hübsche Behind-The Scenes Aufnahmen zu sehen. Von der Stuntarbeit bis zum Bau der U-Bahn Abteile im Studio ist der nonverbale Anteil am Making-of doch sehenswert. Eine hübsche Dreingabe ist jedoch das Musikvideo zu einem der koreanischen Lieder des Films, das aber hauptsächlich auch aus Filmausschnitten besteht. Trotzdem schön. Auch ein deutscher Trailer für “Tube” lässt sich bei den Extras finden.

FAZIT

Wieder kommt ein respektloses Funfilmchen ganz unerwartet aus dem schönen Korea. Mit “Tube” bekommen Actionliebhaber knapp zwei Stunden sinnfreien Spaß serviert, der jeden Videoabend zu einem krönenden Abschluss bringen könnte. Größtes Manko der deutschen DVD: der fehlende koreansiche Originalton. Trotzdem solltet ihr schnell mit der U-Bahn zur nächsten Videothek brausen, um die Scheibe mal auszuleihen.



Kay Pinno


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