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2009 - Lost Memories   

2009 - Lost Memories
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Original: 2009 - Lost Memories   (Korea, 2002)
Laufzeit: 136 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Si-Myung Lee
Darsteller: Jang Dong-Gun, Ahn Kil-Khang, Masaaki Daimon u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Koreanisch DS Deutsch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Musikvideo, Trailer u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3-/ 2 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Rebellen der Zeit"

Im Gewand des Actionfilms befasst sich “2009 – Lost Memories” mit dem kollektiven Gedächtnis einer Nation, der Geschichte. Dank den hinterhältigen Machenschaften einiger nationalistischer Japaner, hat das Inselreich den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Über eine Zeitreise konnte einer von Ihnen ein Attentat auf eine wichtige Persönlichkeit verhindern, was eine Kette historischer Veränderungen zur Folge hatte. Im Jahre 2009 ist Japan zu einer der einflussreichsten Mächte der Welt aufgestiegen, deren Territorium sich deutlich vergrößert hat. Unter anderem gibt es kein eigenständiges Korea mehr, das nur noch eine Provinz unter japanischer Verwaltung ist. Eine koreanische Rebellentruppe, die bereits seit vielen Jahren die Obrigkeit in Atem hält, will sich nicht mit der falschen Geschichte abfinden. Mit Hilfe verschiedener Überfallaktionen, deren Sinn zunächst im Dunkeln bleibt, kämpfen sie dagegen an. Ein Polizistenteam macht sich an die Aufklärung der Taten. Einer von Ihnen ist jedoch koreanischstämmig. Im Lauf der Ermittlungsarbeit kommen ihm Zweifel an der Richtigkeit seines Handelns. Zunächst ist “2009 – Lost Memories” das perfekte Beispiel eines rasanten Actionfilms, in dem Schießereien so gefilmt sind, dass sie eine ästhetisch-kinetische Wucht ausstrahlen. Diesen beeindruckenden Oberflächenreiz verbindet der Film mit der wundervoll emotionalen Geschichte eines Polizisten, der sowohl die eigene Vergangenheit und die seines als Verräter geschmähten Vaters neu bewerten muss, als auch sich in den Dienst der Vergangenheit Koreas stellt. In einer mitreißenden Parallelmontage zeigt “2009…” den koreanischstämmigen Polizisten bei einer wüsten Schießerei in einem Kampf ums Überleben, während sein japanischer Polizeikollege zusammen mit seiner Familie einem Festzug mit Feuerwerk beiwohnt. Dabei ist für den Zuschauer bereits klar, dass diese Familie vermutlich gar nicht mehr existiert, wenn es dem Helden gelingt die Geschichte erneut zu ändern. Leben und Tod liegen dicht beieinander, genauso wie es keine eindeutige moralische Lösung gibt. Denn ein gelungene Aktion seitens des Helden wird auch Unschuldige treffen, so wie die erste Änderung des Geschichtsverlaufs Unschuldige traf. Diesem emotional-moralischen Dilemma verdankt der Film einen Großteil seiner Qualität.

BILD

2009 - Lost Memories

Das Bild der DVD erreicht keine optimalen Werte. Die Schärfe liegt über gesamte Lauflänge nur im durchschnittlichen Bereich. Die Konturen sind immer ein wenig matschig. Darüber hinaus kann man keineswegs von einem rauschfreien Bild sprechen. Bei Bewegungen zieht es nach und der Hintergrund liefert stets ein mittelstarkes Grizzeln. Die Farbwiedergabe trifft demgegenüber sehr gut den Ton des Films. Auch der Kontrast fällt gut aus. Die unterschiedlichen Bildelemente heben sich prägnant voneinander ab, wenn auch in dunklen Szenen der Detailreichtum abnimmt.

TON

2009 - Lost Memories

Der koreanische 5.1-Ton liefert eine recht ordentliche, wuchtige Abmischung der einzelnen Tonelemente. Ohne Rauschen präsentiert er in den Actionszenen eine Surround-Kulisse, die wunderbar dynamisch aus den Boxen schallt. Dabei ist es vor allem der treibende Score, der auch die hinteren Lautsprecher beschäftigt. Der deutsche 5.1-Ton ist demgegenüber weniger wuchtig abgemischt. Das liegt vor allem daran, dass hier die Musik im Vergleich zu den Schussgeräuschen deutlich leiser ausfällt, als beim Originaltrack. Der 2.0-Ton besitzt eine brauchbare Stereoabmischung auf den vorderen Lautsprechern.



EXTRAS

“2009 – Lost Memories” ist bei e-m-s in einer Doppel-DVD erschienen. Auf der Bonus-Disc befinden sich unter den Titeln “Produktion” und “Making Of” zwei Hauptextras. Bei dem Making Of handelt es sch um 120 Minuten Filmaufnahmen, die am Set beziehungsweise bei Filmvorbereitungen entstanden sind. Obwohl alles nur auf koreanisch ohne Untertitel ist, bekommt man dennoch einen interessanten Einblick in den Aufbau einiger umfangreicher Sets, die den entsprechenden Sequenzen aus dem Film gegenüber gestellt werden, blickt hinter die Kulissen der wichtigsten Spezialeffekte und kann die Dreharbeiten verfolgen. Viele Szenen, wie beispielsweise eine Besprechung der Stuntleute, bleiben jedoch ohne jeden Wert. Hinter dem Titel Produktion verbergen sich in viele Einzelthemen (z.B. Spezialeffekte, Waffen, etc.) aufgeteilte Setaufnahmen beziehungsweise Bilder, die bei der Filmvorbereitung entstanden sind. Das hört sich nicht nur sehr ähnlich an, wie beim Making Of, im Wesentlichen handelt es sich auch um dieselben Aufnahmen. Damit bleiben die 60 Minuten eher Makulatur. Unter dem Punkt Highlights sind die spektakulärsten Szenen des Films zu sehen. Leider hat man bei diesen 12 Minuten auf eine Untertitelung verzichtet, die beim Hauptfilm natürlich vorhanden ist. Man fragt sich warum. Darüber hinaus bietet die DVD ein Musikvideo, den koreanischen Trailer, eine Fotogalerie und Texttafelinformationen zu den Beteiligten.

FAZIT

Wer diesen intelligenten Action-Film noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Beim Kauf der DVD darf man sich aber nicht von der Doppel-Disc-Edition täuschen lassen. Das Bonus-Material bleibt zwiespältig.



Stefan Dabrock


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