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Twin Peaks - Der Pilotfilm   

Twin Peaks - Der Pilotfilm
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Original: Twin Peaks - The Pilot   (USA, 1990)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Paramount
Regie: David Lynch
Darsteller: Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie u.v.a.
Format: 1.33:1 Vollbild (4:3)
Ton: DD 2.0 Deutsch, Englisch, It, Spa
Untertitel: Deutsch, Englisch, NL, It u.m.
Extras: Hintergrundnotizen
Preis: Nur in der TV-Serien
Wertung: 3+/ 2- / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Eine Tote in Plastik"

Als David Lynchs Serie »Twin Peaks« im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, zog sie nicht nur die Menschen in den Bann, sondern an ihr arbeitete sich auch ein absurder Konkurrenzkampf zweier Privatsender ab. So verriet SAT 1 vorzeitig die Antwort auf die alles entscheidende Frage »Wer tötete Laura Palmer?« Damit bewies der Privatsender nicht nur, dass er lächerlich unsouverän war, sondern auch, dass er das Prinzip der Serie nicht verstanden hatte. Viel stärker als die Lösung dieses Rätsel, das in seiner Gestalt für Logiker letztlich ohnehin unbefriedigend war, war es die beängstigende Atmosphäre der porträtierten Kleinstadt, welche die Serie ausmachte. Der Pilotfilm, der nur in Deutschland und England zusammen mit der ersten Staffel im Box-Set erschienen ist, legt den Grundstein für die Faszination der weiteren Folgen. Zu Beginn findet ein alter Mann auf dem Weg zum Fischen eine in Plastik eingewickelte Tote. Als sich die Nachricht vom Mordopfer Laura Palmer herumspricht, steht die komplette Kleinstadt unter Schock. Mitschüler, Lehrer und die Familie können nicht fassen, was sie gehört haben. Da sich der Fall recht schnell als etwas verzwickter entpuppt, schickt das FBI den Agenten Dale Cooper nach Twin Peaks. Der geht neben den üblichen Pflichtaufgaben eher unkonventionell an die Ermittlung heran und scheut sich auch nicht, seinen Träumen große Bedeutung zu beizumessen. Zusammen mit dem örtlichen Sheriff Harry S. Truman durchforstet er das immer komplizierter werdende Geflecht der Bewohner, die alle nicht das sind, was sie auf den ersten Blick scheinen. Während die Serie im weiteren Verlauf recht schnell in absurde Szenerien sowie komplexe psychologische Bilderwelten fällt, bleibt der Pilotfilm vergleichsweise gradlinig. Das liegt hauptsächlich daran, dass Lynch, der hier auch als Regisseur aktiv war, erst einmal die einzelnen, wichtigen Figuren vorstellen muss, ohne bereits zuviel über sie zu verraten. Die wirklich skurrilen und erschreckenden Enthüllungen spart er sich logischerweise für die Entwicklung der Serie auf. Der Zuschauer soll erst einmal an die Charaktere gewöhnt werden, ohne dass er gleich verschreckt würde. Letztlich spiegelt sich darin ein Prinzip wieder, das einen erst in Sicherheit wiegt, um einem später um so stärker den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Dennoch gelingt es Lynch bereits die typische Atmosphäre einzufangen, die einen an der Wahrheit der Oberfläche zweifeln lässt.

BILD

Twin Peaks - Der Pilotfilm

Da die Serie nun doch schon 12 Jahre auf dem Buckel hat, kann man kaum ein Bild in bester Top-Qualität erwarten. Dank der Übertragung des Originalfernsehmaterials kommt der Zuschauer in jedem Fall in dem Genuss einer ordentlichen Vorlage, die nur selten Dreckspuren oder Bildfehler aufweist. Die Farben entsprechen dem etwas ausgewaschenen Look, den die Serie besitzt. Ohne Rauschmuster kommt die vorliegende Edition leider nicht aus. Vor allem in Gesichtern oder großen Flächen griselt es manchmal doch recht merklich. Außerdem gibt es ein leichtes Hintergrundrauschen. Alles zusammen geht ein wenig zu Lasten der Schärfe, die aber letztlich doch recht gut ausfällt. Der Kontrast der DVD weist vor allem in Nachtaufnahmen oder bezüglich schwarzer Bildteile Schwächen auf. Nimmt man alles Aspekte zusammen landet die Bildqualität des Pilotfilms in einem guten befriedigenden Bereich.

TON

Twin Peaks - Der Pilotfilm

Der Pilotfilm wurde in einer DD 2.0-Abmischung auf dieser DVD veröffentlicht. Doe späteren Folgen besitzen sogar einen DD 5.1-Ton. Da »Twin Peaks« nicht gerade ein El Dorado für Suroundeffekte ist braucht man von seiner Anlage und dem Ton auch keine Wunder erwarten. Sowohl die englische Originalspur als auch der deutsche Ton weisen ein permanentes leichtes Grundrauschen auf, das sich aber fast immer in die übrigen Atmosphäregeräusche einpasst. Ansonsten sind die Dialoge klar und verständlich, die Musik überzeugt durch ihre Dynamik. Während in der englischen Fassung die Hintergrundgeräusche klar zuzuordnen sind, wie beispielsweise das Plätschern des Regens, so wird in der deutschen Fassung daraus leider nur ein undefinierbarer Brei. So schneidet der Originalton erkennbar besser in der Differenziertheit ab.

EXTRAS

Der Pilotfilm selbst besitzt außer Notizen zu jedem einzelnen Kapitel, die einige interessante Informationen über die Entstehung des Projektes sowie die Drehorte enthalten, kein Bonus-Material. Das ist zwar schade lässt sich aber nicht ändern.

FAZIT

Twin Peaks – Pilotfilm und erste Staffel (Special Edition)

Endlich ist eine der Kultserien der 90er Jahre auch in Deutschland auf DVD erschienen. Zunächst findet ihr eine Besprechung des Pilotfilmes der Serie, der mit in der Box veröffentlicht wurde. Die Note zu den Extras bezieht sich erst einmal nur auf das direkt zum Pilotfilm gehörende Bonusmaterial. Nach Sichtung der restlichen Folgen samt Extras, über die natürlich in permanenten Updates auf unserer Seite berichtet wird, folgt neben den Einzelbewertungen der Folgen auch noch ein Gesamturteil.



Stefan Dabrock


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