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Unverbesserliche, Der   

Unverbesserliche, Der
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Original: L’Incorrigible   (Frankreich, 1975)
Laufzeit: 95 Minuten (PAL)
Studio: Anolis / e-m-s
Regie: Philippe de Broca
Darsteller: Jean Paul Belmondo, Geneviève Bujold, Julien Giuomar, Charles Gérard u.v.a.
Format: 1.66:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD-2.0 Deutsch, Französisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Bildergalerie
Preis: ca. 13 €
Wertung: 3+/ 3 / 5 (Bild/Ton/Extras)


"Nackt und beknackt!"

Als unverbesserlicher Trickbetrüger Victor Vautier ist Belmondo in einer absoluten Paraderolle zu sehen. Unverblümt wechselt er im Minutentakt Kostüme und Persönlichkeiten, damit er sich als Überlebenskünstler über Wasser halten kann. Mit ehrlicher Arbeit kann er genausowenig anfangen wie sein schräger Onkel Camille (Julien Giuomar dürften einigen noch als Louis de Funes Gegenspieler aus “Brust oder Keule” bekannt sein). Der wohnt nicht nur wie Peter Lustig in einem seltsamen Wohnwagen vor der Stadt, sondern hat auch noch den Spleen, die Kathedrale von Mont Saint Michel vor den Meeresfluten mittels eines Damms zu retten. Als Victor durch seine Bewährungshelferin Charlotte (Geneviève Bujold) in die Nähe eines großen Kunstwerks von El Greco gelangen kann, sehen die charmanten Gauner ihre Chance. Während Victor die liebreizende Charlotte ablenkt, will Onkel Camille das unschätzbare Tryptichon stehlen, um damit das französische Kultusministerium zu erpressen. In atemlosen Tempo hastet Belmondo durch diese fluffige Komödie, die sich für keinen absurden Einfall zu schade ist. Spätestens wenn Bebel im aufgedrehten Frauefummel durch die Straßen von Paris stöckelt ist klar, dass dieser Film keine Gefangenen macht. Auch wenn die Auflösung der amüsanten Gaunergeschichte etwas enttäuschend ist, bleiben die Figuren ihrer Philosophie letztlich treu. So viel Mut und Konsequenz ist bei aktuellen Kinoproduktionen kaum noch denkbar. Lobenswert ist auch die Synchronarbeit von Rainer Brandt, der Belmondo mit seinem Geplapper den richtigen Pfiff in der deutschen Fassung verpasst.

BILD

Unverbesserliche, Der

Dem anamorphen Transfer (1.66:1) sieht man das Alter des Films an. Zwar wurde die Vorlage so weit es geht bereinigt, so dass Bildpunkte und Dreckspuren auf ein erfreuliches Minimum reduziert wurden, doch ein seichtes Grundrauschen ist immer noch vorhanden. Dies wirkt sich auf die Gesamtschärfe des Bildes etwas negativ aus. Insgesamt wirken die Konturen ein wenig verwaschen, was besonders in Wideshots deutlich auffällt. Dennoch hält sich das Bild auf zufriedenstellendem Niveau. Die Farben sind solide und sehr natürlich. Der Schwarzlevel ist sehr tief und schrappt gerade noch so an der Undurchsichtigkeit vorbei. Die Kompression arbeitet sauber und liefert einen kontinuierlich stablien Filmgenuss ohne störende Pixeleien. Auch bei diesem Belmondo-Film ist der Transfer für das Alter des Films als ordentlich zu betrachten.

TON

Unverbesserliche, Der

Tonal tut sich in der Belmondo Edition nur wenig: Der deutsche und französische Monoton wurde in DD2.0 auf die Scheibe gespielt. Beide Spuren sind sehr sauber und so gut wie rauschfrei. Der Ton bleibt natürlich auf die Frontstage beschränkt. Die Dialoge sind stark und klar verständlich. Auch hier strahlt die Musik sogar noch eine gewisse Dynamik aus. Die französische Tonspur ist leider mit festen deutschen Untertiteln versehen, die auch nicht nachträglich ausgeblendet werden können. Der französische Ton ist räumlich etwas dynmischer und wirkt insgesamt natürlicher als die deutsche Tonspur.

EXTRAS

Als einziges Bonusmaterial ist eine Bildergalerie und der französische Kinotrailer zu “Der Unverbesserliche” auf der Scheibe vorhanden.

FAZIT

Als wahnwitzig überdrehte Komödie funktioniert “Der Unverbesserliche” auch heute noch sehr gut. Belmondo spielt sich und den Film in die oberste Spaßliga, auch wenn einem der Frauenverschleiß inzwischen sehr französisch und 70-er Jahre-mäßig vorkommen mag. An der DVD gibt’s eigentlich nichts auszusetzen, weshalb die Scheibe uneingeschränkt empfohlen werden kann.



Kay Pinno


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