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Vampires: Los Muertos   

Vampires: Los Muertos
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Original: Vampires: Los Muertos   (USA, 2002)
Laufzeit: 90 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Tommy Lee Wallace
Darsteller: Jon Bon Jovi, Christian de la Fuente, Arly Jover, Darius McCrary u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, It, Spa
Extras: Kommentar, Trailer
Preis: ca. 25 €
Wertung: 1 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Bad Medicine!"

Produzenten sind schon irgendwie Blutsauger. Warum sollten sie sonst solch seltsame Sequels zu Vampirfilmen produzieren. Nicht etwa das “Vampires: Los Muertos” ein so völliger Griff ins Klo ist wie “From Dusk ‘Til Dawn 2: Texas Blood Money”. Ganz im Gegenteil sogar: die Besetzung allen voran Struwelbürste Bon Jovi versucht sich gezielt Comic-mäßig zu inszenieren und die stimmungsvolle Kameraarbeit lässt den Film echt gut aussehen. Leider bekommt der Film durch sein geringes Budget den Pflock ins Herz gerammt. Carpenter-Protegé Tommy Wallace (“Es”-Miniserie) schafft zwar ein stimmungsvolles gothisches Mexico zu verewigen, aber als Drehbuchautor hatte er wohl keine Lust sich eine neue Geschichte auszudenken. So jagd auch in “Vampires: Los Muertos” ein Meistervampir nach dem Kreuz von Berzier, um ein altes Ritual abzuhalten, das die Spitzzähne unempfindlich gegen das Sonnenlicht machen soll. Auf der Fährte der blutdürstigen Gang ist diesmal Derek Bliss (Bon Jovi), der vergeblich versucht eine Jäger-Gang zusammenstellen. Alle möglichen Kandidaten sind bei seinem Eintreffen eines höchst unnatürlichen Todes gestorben. Übrig bleiben nur ein junger Pater, eine gebissene Schönheit und der mexikanische Straßenjunge Sancho. Gemeinsam machen sie die Meistervampirin in der Nähe eines kleinen Dorfes ausfinding, das schon ausgiebig von den Vampiren heimgesucht wurde. Es kommt zum langgezogenen Showdown. Für einen schnellen Wiederaufguß von “John Carpenter’s Vampires” bietet “Vampires: Los Muertos” wesentlich mehr Stil und Blut als man erwarten könnte. Die 16-er Freigabe sollte keinen Horrorfan schrecken, denn der Film scheint trotzdem unzensiert (und mit reichlich Blut!) durch die FSK gegangen zu sein. Trotzdem macht der Film im entscheidenden letzten Drittel schlapp. Das Finale bleibt wie beim Original eine Enttäuschung und hier wirds auch noch recht langatmig. Da kann auch das stimmungsvolle Setting von Mexico nicht mehr viel retten. Sicherlich ist “Vampires: Los Muertos” einen Blick wert, aber bei Sonnenlicht betrachtet zerbröckelt der Film ebenso wie seine Monster zu Staub.

BILD

Vampires: Los Muertos

Das anamorphe Widescreenbild (2.35:1) ist als ziemlich perfekt zu betrachten. Die Vorlage ist fehlerfrei und bietet eine kristallklare Schärfe. Die Kontraste zwischen den sehr hellen Momenten im warmen wie wüsten Mexico und den dunklen Innenaufnahmen ist gut ausbalanciert. Überhellungen an Konturen oder zu dunkle Bereiche gibt es nicht. Der Schwarzlevel ist durchgängig tief und fördert den durch die gute Kompression vermittelten stabilen Bildeindruck. Die Farben sind gut saturiert und haben keinen grellen Überhang ins Unnatürliche. Wirklich sehr, sehr gut.


TON

Vampires: Los Muertos

Hinter der Qualität des Bildes braucht sich auch der aggressive Dolby Digital 5.1 Mix nicht zu verstecken. Die Soundstage verteilt sich dynamisch über alle Surroundkanäle und lässt auch dem wunderbaren Western-Score von Brian Tyler viel Spielraum. Mit viel Bass und ordentlicher Lautstärke gibt es einige nette direktionale Vampirmomente wie in der Diner-Szene zu erleben. Wenn Obervampirin Una zwischen ihren Opfern hin und her huscht ist das räumlich spürbar. Der Mix selbst ist ausgezeichnet und verhindert lästige Überlappungen. Ein moderner DD-Track der seinen Anforderungen gut stand hält.


EXTRAS

Neben dem Trailer gibt es einen Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Tommy Lee Wallace zu hören. Recht flockig und ohne falsche Hemmungen spricht er über die Problematik, ein Low-Budget Sequel zu einem Low-Budget Film zu erstellen. Auch wenn Wallace oftmals das Geschehen auf dem Bildschirm wiederholt, spricht er dabei über seine Ideen und Konzepte zu Szenen und Figuren. Dies ist besonders interessant, da er sich dabei auch auf die wegen des Budgets nicht verwirklichten Momente bezieht. Für einen Film wie “Vampies: Los Muertos” ist dies ein sehr erstaunliches und informatives Extra.

FAZIT

Vampirfetischisten, Bon Jovi Liebhaber und Carpenter Fans sollte “Vampires: Los Muertos” mal einen Blick wert sein. Trotz 16-er Freigabe recht blutig geraten kann der Film zwar nicht überzeugen, aber bietet doch einen netten Unterhaltungswert. Die DVD bietet zudem noch einen guten Audiokommentar und eine spitzen Bildqualität. Ansonsten ausleihen.



Kay Pinno


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