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Volcano High   

Volcano High
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Original: Whasango   (Korea, 2001)
Laufzeit: 121 Minuten (PAL)
Studio: e-m-s
Regie: Tae-Gyun Kim
Darsteller: Hyuk Jang, Min-a Shin, Su-ro Kim, Sang-woo Kwon u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1+DS Deutsch, Koreanisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Making of, Interviews, Storyboards u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 3-/ 2+/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Neo Eastern Highschool!"

Das asiatische Kino ist in der Lage, die mit Abstand überraschendsten Filme zu produzieren, selbst wenn es sich bei einschlägigen Vorbildern bedient. “Volcano High” versetzt die klassische Geschichte eines Eastern an den Ort einer merkwürdigen Highschool zu einer nicht näher definierten Zeit. Zwischen diversen Lehrer- und Schülerfraktionen tobt ein Machtkampf um eine geheimnisumwitterte Schriftrolle, welche dem Besitzer unschätzbare Kräfte verleiht. In vielen Duellen und Ränkespielen stehen sich die Gruppen immer wieder gegenüber. In dieser Situation erscheint Kim auf der Bildfläche, ein mit bemerkenswerten Fähigkeiten ausgestatteter Schüler, der bereits von 9 Schulen geflogen ist. “Volcano High” spielt die absurde Grundsituation eines Kampfes zwischen Schülern und Lehrern nach dem Easternvorbild genüsslich bis ins Detail aus. Er ist auf diese Weise zu gleichen Teilen Parodie sowie Hommage ans Genre. Gleichzeitig liefert er einen bissigen Kommentar zur Erziehungsanstalt Schule, in der es einer Bande degenerierter Lehrer hauptsächlich um Macht geht, anstelle einer sinnvollen Schülerbetreuung. Die Gegenbewegung auf Seiten der Schüler lässt vor diesem Hintergrund natürlich nicht lange auf sich warten. Das Ganze serviert Regisseur Tae-gyun Kim als geschmackvollen FX-Cocktail. In furiosen Kämpfen stehen sich die Opponenten gegenüber, wobei auch Matrix-Effekte nicht zu kurz kommen. Das steigert sich bis zum grandios-überdrehten Finale, in dem sich die Kämpfer auch des einsetzenden Regens bedienen, um einander den Garaus zu machen. Es sollte ebenfalls nicht unerwähnt bleiben, dass “Volcano High” eine wunderbare Bambuswald-Sequenz besitzt. Ein Umstand, der einen jeden asiatischen Action-Film adelt.

BILD

Volcano High

Bei der Bewertung der Bildqualität von “Volcano High” muss man sehr vorsichtig sein, da der Film in seiner Bildgestaltung nicht nach einem üblichen Strickmuster funktioniert. Mir war es möglich, das Werk im Kino begutachten zu können, so dass ein Vergleich mit der seitens der Produktion intendierten Fassung möglich ist. Es wäre zum Beispiel völlig verfehlt, der DVD vorzuwerfen, sie würde ausgewaschene Farben und einen stark übersteuerten Kontrast besitzen. Diese Eigenschaften sind weitgehend so gewollt. wie sie auf der DVD enthalten sind. Lediglich beim Kontrast fällt die Helligkeit weißer Flächen etwas stärker aus, als es im Original vorhanden ist. Das bleibt ein Störfaktor. Auch das gut sichtbare Rauschen geht zu einem großen Teil auf das Konto der DVD. Die Konturen wirken leicht verwaschen. Ansonsten fallen keine Mängel auf, die Vorlage der DVD ist von Dreckspuren weitgehend frei.

TON

Volcano High

Die Tonspuren auf der DVD werden von einem leichten Hintergrundrauschen begleitet, das in Szenen mit lauten Geräuschen oder Musik zwar übertönt wird, aber sonst durchaus spürbar bleibt. Von diesem Manko abgesehen liefern die 5.1-Spuren eine ordentliche Leistung. In den Kämpfen, über Musikeinsätze oder Atmosphäregeräusche wie Regen kommen auch die hinteren Lautsprecher zum Einsatz, so dass eine gelungen Surround-Atmosphäre zu hören ist. Erfreulicherweise wirkt die deutsche Synchronisation weniger Künstlich, als allgemein üblich.

EXTRAS

Die längsten Features unter dem Bonus-Material sind einmal die Behind the Scenes (26 Minuten) und die Einblicke in die Synchronarbeit (17 Minuten). Erstere Sektion bietet unkommentierte Filmaufnahmen vom Set, wobei die tatsächlichen Filmszenen gegenüber solchen, die das drumherum zeigen würden deutlich im Vordergrund stehen. Wird dann doch einmal gezeigt wie die am Film Beteiligten untereinander kommunizieren, dann vermisst man Untertitel sehr, sofern man des Koreanischen nicht mächtig ist. Und das dürfte wohl für die meisten deutschen Konsumenten gelten. Die zweite Sektion bietet mitgefilmtes Material aus dem Synchronstudio. Es ist ein Sprecher zu sehen, wie er sich abmüht, gute Arbeit zu leisten. Auch wenn man zunächst einen interessanten Einblick in die Arbeit gewinnt, bietet der unkommentierte Film dann weitgehend einen sich wiederholenden Eindruck. Zu den lohenswerten Teilen der Bonus-DVD gehört das Making Of (12 Minuten) und das CG Making Of (mit Kommentar) (22 Minuten). Das Making Of vermittelt über die obligatorische Inhaltsangabe bereits einen ersten Eindruck über die technischen Aspekte des Films sowie dem Ansinnen des Regisseurs. Besonders schön ist der Vergleich zwischen dem ursprünglich gedrehten Filmmaterial und dem optischen Look, nachdem es am Computer bearbeitet wurde. Konsequent haben die Macher die Farben blasser werden lassen und dem Film einen metallischen Look verliehen. Das CG Making Of ist das beste Bonus-Material der DVD. Anhand der vielen Szenen, die computergestützte Spezialeffekte benötigten, erläutern Regisseur und der Leiter des Special-Efects-Team, wie diese Teile des Films entstanden sind. Dabei legen sie in bewundernswerter Offenheit dar, dass die Arbeiten an “Volcano High” für alle Beteiligten völliges Neuland waren, so dass viel Lehrgeld gezahlt werden musste. Hier findet keine Lobhudelei auf die eigene Arbeit statt, sondern eine kritische Bewertung des Ergebnisses. Immer interessant sind auch die Storyboard-Film-Vergleiche, hier mit Split-Screen gelöst und 14 Minuten lang. Darüber hinaus enthält die DVD noch Interviews (11 Minuten) mit dem Regisseur, dem Special-Efects-Leiter sowie zweien der Darsteller, die jedoch nur selten über die Making Ofs hinausgehen, zwei Trailer, ein Musikvideo und eine Bildergalerie.

FAZIT

Der actionreiche Fantasyfilm gehört zu der Sorte, die man ohne Bedenken sofort kaufen muss. Leider müssen auf technischer Seite Abstriche hinsichtlich der Bildqualität gemacht werden. Das zum Teil gute Bonus-Material macht dies aber wieder wett.



Stefan Dabrock


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