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Welcome to the Jungle   

Welcome to the Jungle
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Original: The Rundown   (USA, 2003)
Laufzeit: 100 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Peter Berg
Darsteller: The Rock, Seann William Scott, Christopher Walken, Rosario Dawson u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Making of u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2-/ 1-/ 1- (Bild/Ton/Extras)


"Rock and Roll!"

Profi-Wrestler Dwayne Johnson besser bekannt als “The Rock” ist einfach ein echt sympathischer Actionheld, der gleichzeitig tappsig wie knallhart sein kann. Als amerikanisch-samoanische Mischung aus Steven Seagal und Arnold Schwarzenegger ist er zu Beginn des dritten Jahrtausends der heiße Actionstar neben Vin Diesel. Wieviel Screen-Charisma er im Kino ‘rüberbringt, bewies er schon in dem recht amüsanten “Scorpion King”. In “Welcome to the Jungle” wird der Action-Staffelstab deshalb tatsächlich von Schwarzenegger persönlich an The Rock weitergegeben. Als Handlanger eines Mafiaboss steckt Beck (The Rock) ein wenig in der Klemme. Er soll dessen missratenen Sohn Travis (Seann William Scott) aus einem südamerikanischen Goldgräber-Höllenloch wieder nach L.A. holen. Der zunächst simple Auftrag kompliziert sich, als der örtliche Minen-Diktator Hatcher (Christopher Walken) herausfindet, dass Travis ein historisches und äußerst wertvolles Artefakt der Ureinwohner im Dschungel gefunden hat. Es beginnt eine großangelegte Hetzjagd auf Beck und Travis, die auch die gegen Hatcher kämpfenden Rebellen im Dschungel aufscheucht. Als klassischer On-the-Run Film geht “Welcome to the Jungle” einfach nur nach vorne. Die kaum vorhandene Story dient einzig als Ausrede für eine Aneinanderreihung von knallig inszenierter Action und einigen netten Gags. Dabei gibt es wirklich extrem gute Aua-Stunts (z.B. einen der längsten und heftigsten Stürze, die es je im Film gab) zu sehen, bei denen sich leider die Stuntmen tatsächlich einige schwere Verletzungen zugezogen haben. Als Team sind The Rock und Seann William Scott eher nicht zu gebrauchen, aber wenn Scott mal kräftig auf die Fresse bekommt, freut das den Zuschauer trotzdem. Christopher Walken darf sein Spiel als äußerst gestörter Bösewicht in seiner gewohnt schrägen Art voll auskosten und hebt den Film dadurch deutlich an. Ein Warnhinweis sei noch gegeben: wer den Film nicht kennt, sollte sich auf keinen Fall den Trailer anschauen. Der zeigt nämlich ein “Best of” des Films nachdem es keine Überraschungen mehr gibt. Die DVD von Columbia Tristar enthält zudem die ungeschnittene Fassung, die über 2 Minuten an bösen Aua-Momenten mehr enthält als die deutsche Kinofassung.

BILD

Welcome to the Jungle

Die Vorlage des anamorphen Widescreentransfers (2.35:1) ist in sehr gutem Zustand. Verunreihnigungen oder Spratzer sind auf dem Material nicht vorhanden. Der auffälligste und vielleicht einzige Mangel des Transfers ist der offensichtlich zu stark gewählte Kontrast. Alle Konturen und Schatten sind viel zu dunkel und heben sich harsch vom restlichen Bild ab. Die Schärfe dagegen ist sehr gut und zeigt selbst kleine Details in den Gesichtern der Schauspieler. Die Farben sind kräftig, aber wirken durch den starken Kontrast etwas unnatürlich und irritierend. Der Schwarzlevel ist sehr tief und verschluckt durch den zu hohen Kontrast aber reichlich Details an dunklen Stellen. Die Kompression arbeitet tadellos und verhindert die Bildung von Artefakten und Ruckelschwenks. Ein Hintergrundrauschen konnte nicht festgestellt werden. Noch gut.

TON

Welcome to the Jungle

In einem Film mit The Rock sollte der Soundtrack schön ebenbürtig mit dem Namen des Hauptdarstellers sein. Im Falle von “Welcome to the Jungle” trifft dies auch voll und ganz zu. Der DD5.1 Track ist aggressiv und dynamisch im gesamten Surroundbereich aktiv. Besonders die Kämpfe sind nicht nur Knochen- sondern echte Ohrenbrecher. Die Kämpfgeräusche donnern laut und direktional, dass der Zuschauer selbst Angst um die eigene Wohnzimmer-Einrichtung haben müsste. Der Tiefbass gibt zusätzlich ordentlichen Zunder und verwandelt Treffer in physische Erfahrungen für das Publikum. Dialoge und Musik fassen sich gut und ohne zu dominieren in das gesamte Klangbild ein. Sehr gut.

EXTRAS

Für einen mäßig erfolgreichen B-Actionfilm bekommt “Welcome to the Jungle” eine ordentliche Packung an Extras mitgeliefert. Den Film begleiten gleich zwei Audiokommentare. Auf dem ersten Track unterhalten sich Regisseur Peter Berg und The Rock mit großem Spaß über den Film. Ihre Mischung aus Bullshit, Behind the Scenes Informationen und einfacher Unterhaltung über den Film ist ein echter Spaß, der vor allem The Rock als echt lässigen Typen outet. Eines der Highlights dabei ist sicherlich die Diskussion um die Affen-Szenen im Film, die in dem Extra “Hinter den Kulissen - unzensiert” (ca. 6 Minuten) noch einmal absolut auf die Spitze getrieben werden. Hier wird auf ein vermeintliches Liebesverhältnis zwischen der Affen-Dame und The Rock angespielt. Ein echter Brüller. Auf dem zweiten Track geben die Produzenten Marc Abraham und Kevin Misher noch einen tieferen Einblick in die Produktion des Films mit zahlreichen Anekdoten, die wirklich Spaß machen. In “Rumble in the Jungle - Action pur” (ca. 10 Minuten) erfährt der Zuschauer aus erster Hand alles über die aufwendigen Stunts im Film. Mit wirklich gelungenen Behind-the-Scenes Aufnahmen und mit einem augenzwinkernden Humor ist diese Featurette eine angenehme Abwechslung von den üblichen Lobpreisungen. Gleiches gilt auch für die Videos “Dreharbeiten auf Hawai” (ca. 5 Minuten), “Lust auf Gefahr - Special Effects” (ca. 8 Minuten) und “Welcome to Helldorado - Produktionsdesign” (ca. 4 Minuten), die jeweils einen soliden wie amüsanten Blick hinter die Kulissen werfen. “Christopher Walken verkörpert Hatcher” ist einfach nur eine große Danksagung an den Schauspieler, den alle irgendwie cool und verrückt finden. Bei den geschnittenen Szenen (Standard-Widescreen) befindet sich nur eine Szene, die wirklich in den Film gehört hätte. Sie zeigt den finalen Kampf zwischen Seann William Scott und dem “Nasenmann” von Hatcher, der zum Schluss mit dem Artefakt abhauen will. In dem über dreiminütigem Kampf hauen sich beide Teilnehmer wirklich den Grips aus den Ohren - ein echter Verlust für den Film. Neben dem Trailer zu “Welcome to the Jungle” sind auch noch einige weitere Trailer zu anderen Columbia-Filmen enthalten.

FAZIT

Als gedankenloser Partyfilm macht “Welcome to the Jungle” eine echt gute Figur. Die ungeschnitte Fassung auf DVD peppt den Actionkracher nochmal etwas auf und liefert zudem eine ordentlich spaßige Packung an Extras. Leider ist die Bildqualität durch einen zu starken Kontrast beeinträchtigt. Wer damit leben kann ist mit dieser Scheibe sicherlich gut bedient.



Kay Pinno


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