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REVIEWS



Woods, The   

Woods, The
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Original: The Woods   (USA, 2005)
Laufzeit: 87 Minuten (PAL)
Studio: Sony Pictures
Regie: Lucky McKee
Darsteller: Agnes Bruckner, Patricia Clarkson, Rachel Nichols, Bruce Campbell u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch, Fr, Spa DD3.0 It
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, NL, It, Spa, Tr, Arab
Extras: -
Preis: ca. 19 €
Wertung: 1-/ 1-/ 5- (Bild/Ton/Extras)


"Nachts, wenn die Lärchen schreien!"

Noch vor seiner enttäuschenden “Masters of Horror”-Episode hat Regisseur Lucky McKee (“May”) einen wirklich atmosphärischen Teen-Paranoia Film erstellt, der sich Elemente aus Dario Argentos “Suspiria”, dem ersten “Evil Dead”-Film und auch “A Chinese Ghost Story” entleiht. Nicht von ungefähr wurde eben wohl auch der Titel “The Woods” (in bezug auf Sam Raimis Vorab-“Evil Dead”-Geldmach-Vehikel “Within the Woods”) gewählt und ebenfalls Ash alias Bruce Campbell zu einem schönen Gastauftritt verholfen. Als genervter Papa muss er seine Tochter Heather (Agnes Bruckner) in ein seltsames Mädchen-Internat stecken, da die junge Dame gerne gefährlich kokelt und sich auch nicht besonders mit ihrer Mutter versteht. Doch in der in einem dichten Wald gelegenen Fakultät geschehen seltsame Dinge: des Nachts hört Heather geisterhafte Stimmen, die aus dem Wald zu kommen scheinen. Dazu hat sie immer wieder Visionen von einer verschwundenen Schülerin, die sich selbst umbringen will. Auch die weibliche Lehrerschaft angeführt von der Schulleiterin Ms. Traverse (Patricia Clarkson) macht keinen geistig stabilen Eindruck. Zudem kursiert unter den Schülerinnen eine alte Legende, in der ein paar Hexen aus dem Wald das Internat unter ihre Kontrolle gebracht haben, während die Geister ihrer Opfer im Wald angeblich auf Rache sinnen. Starker Tobak. Aber Heather wird herausfinden, dass nicht nur die Fantasie ihrer Mitschülerinnen sehr lebendig ist. Mit den exquisiten Bildern von Kameramann John R. Leonetti wird “The Woods” von der ersten Sekunde an zu einem unheimlichen Trip. Der Wald und die Fluren und Räume des Internats entwickeln förmlich ein atmendes Eigenleben. Die zahllosen deutlichen Hommagen an die oben schon erwähnten Filme sind überdeutlich, aber nicht aufdringlich. So kann der Film trotz seiner bekannten Wurzeln eine eigene Mythologie entfalten, die bis zum Schluss auch nicht restlos aufgeklärt werden muss. Letztlich bleiben einem deshalb einige starke Motive im Kopf hängen. Neben der wahrlich guten Atmosphäre überzeugt vor allem Nachwuchs-Schauspielerin Agnes Bruckner, die die verletzliche wie rachsüchtige Teenagerin absolut glaubwürdig verkörpert. Dankbarerweise verzichtet Lucky McKee diesmal auf einen verbrämten feministischen Überbau. Dennoch widmet er sich auch wieder stark dem inter-weiblichen Beziehungsgeflecht.

BILD

Woods, The

Der herrliche anamorphe Transfer (2.35:1) unterstützt die gute Kameraarbeit des Films erheblich. Die Vorlage ist absolut fehlerfrei und sauber. Schärfe und Kontrast sind sehr gut ausbalanciert und liefern ein knackscharfes Bild mit viel Detailtiefe. Einige dunkle Szenen wirken allerdings leicht überkontrastiert. Die stilisierten Farben sind äußerst kräftig und gleichzeitig düster. Der übernatürliche Touch des Films wird dadurch gut verstärkt. Der Schwarzlevel ist äußerst tief aber trotzdem sehr detailreich. In den zahlreichen dunklen Sequenzen gehen deshalb keine Details verloren. Die Kompression arbeitet ebenfalls fehlerfrei. Wieder einmal kommt von Sony ein Transfer, der die Möglichkeiten einer Standard-DVD voll ausreizt.

TON

Woods, The

Der Sound in DD5.1 ist ebenfalls ein gelungener Höhepunkt, da “The Woods” sehr stark auf der Audioebene arbeitet. Von den unheimlichen Waldstimmen bis zur gelungenen Flüsteratmosphäre im Speise- und Schlafsaal der Mädchen wird die gesamte Soundstage äußerst effektiv eingesetzt. Die Dialoge sitzen fest und gut verständlich im Centerkanal, während die Musik sich prominent auf der gesamten Soundstage verteilt. Störende Überlappen treten dabei nicht auf. Ein wirkliocher sehr gelungener und geisterhafter Track, der für richtige Gänsehaut sorgt.

EXTRAS

Außer einem Schwall an Trailern für andere Sony-Titel sind keine Extras auf der DVD zu finden.

FAZIT

Mit “The Woods” rehabilitiert sich Lucky McKee nach seiner schwachen “Masters of Horror”-Episode. Stilsicher führt er den Zuschauer in ein Horror-Internat, in dem die übliche Teen-Angst um sexuelles Erwachen und Verständnis-Isolation eine ganz neue Bedrohung erfährt. Ein außergewöhnlich solider Grusler, der mit einer tollen Hauptdarstellerin glänzt. Die DVD ist technisch top, aber bietet leider keine Extras. Dennoch ist die Scheibe eine dringende Empfehlung für alle Genre-Liebhaber.



Kay Pinno


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