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Wrong Turn   

Wrong Turn
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Original: Wrong Turn   (USA, 2003)
Laufzeit: 81 Minuten (PAL)
Studio: mcone
Regie: Rob Schmidt
Darsteller: Eliza Dushku, Desmond Harrington, Emmanuelle Chririqui, Jeremy Sisto u.v.a.
Format: 1.85:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD 5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Kommentar, Making of u.m
Preis: ca. 15 €
Wertung: 1 / 1 / 4 (Bild/Ton/Extras)


"Shortcut!"

Das Setting ist so klassisch wie es sich effektiv für einen Horror-Stoff nutzen lässt: Eine einsame Schotterstraße am Rande der amerikanischen Zivilisation, die durch ein dicht bewachsenes Waldgebiet führt. Hierhin verschlägt es einen jungen Mann, der eigentlich über den technisch perfekt ausgebauten Highway fahren wollte, um zu seinem dringenden Termin zu kommen. Ein schwerer Unfall sorgt jedoch für einen länger andauernden Stau, so dass er auf die schlecht ausgebaute Schotterstraße ausweicht. Dort rammt er in einem unachtsamen Augenblick ein Auto, das mit einer Reifenpanne liegen geblieben war. Mit seinem jetzt ebenfalls beschädigten Wagen kann der junge Mann auch nicht mehr weiter fahren. Gemeinsam mit einem Teil seiner frisch gewonnenen Leidensgenossen – ein Pärchen und eine Frau - macht er sich auf die Suche nach Hilfe, während ein zweites Pärchen lieber beim Auto bleibt, um sich zu vergnügen. Schon bald erscheint aus der Wildnis ein lebensbedrohendes Geheimnis, das die Gestrandeten mit Sorge auf ihre Gesundheit lieber nicht entdeckt hätten. Nur wenige Kilometer neben dem Zivilisationsmerkmal Highway lauert eine diffuse Gefahr, die Jagd auf alle Eindringlinge macht. Rob Schmidt inszeniert den Wald als unübersichtlichen Dschungel, in dem die unerfahrenen “Städter” verloren sind, solange sie die Wildnis nicht jenseits touristischer Reize annehmen. Erst durch das erneute Entdecken der eigenen Wildheit eröffnet sich eine Chance, lebend davon zu kommen. Während “Wrong Turn” sowohl etwas über die selektive Sicherheit der Zivilisation erzählt, als auch den letzten Kern des kämpferischen Urmenschen hofiert, kann Schmidt auf ein Drehbuch zurückgreifen, das keine Ruhepause kennt. Atemlos jagt die Gefahr die Hauptfiguren mit einer unerbittlichen Härte durch den Wald, die selbst erfahrene Kinogänger in den Sessel presst, sofern sie sich auf die Geschichte einlassen.

BILD

Wrong Turn

Bei DVDs der Firma mcone kommt man sich inzwischen wie ein Papagei vor. Irgendwie wartet man fast auf eine Scheibe, die einmal in der Qualität nicht ganz so gut ist, um auch weiterhin glaubwürdig zu klingen, aber vermutlich wird uns die Firma den ”Gefallen” nicht machen. Ist auch besser so, denn auch “Wrong Turn” weiß mit einer dreckspuren- und bildpunktfreien Vorlage zu überzeugen. Das Geschehen erstrahlt mit sehr guter Schärfe über den TV-Bildschirm- Der ausgewaschene Look, der an die Klassiker der 70er Jahre erinnern soll wurde sehr gut auf die DVD übertragen. Leicht matschige Bilder zwischendurch dürften auch eher auf das Konto der Hommage gehen, als das hier eine Schwäche in der Qualität vorliegen würde. Der satte Schwarz-Level macht die Nachtaufnahmen ebenso zu einem Genuss, wie der Kontrast dafür sorgt, dass keine Details verloren gehen. Gute Arbeit.

TON

Wrong Turn

Der Wald wird dank atmosphärischer Toneffekte und geschickt eingesetzter Musik lebendig, so könnte man die 5.1-Abmischung umschreiben. Wenn die Jagd der Gen-Truppe auf die Helden des Films erst einmal eröffnet ist, bietet die DVD eine rundum gelungene räumliche Kulisse. So müssen Horrorfilme dieser Tage abgemischt sein. Die Möglichkeiten des Surroundsounds eröffnen der Schreckenserzeugung neue Dimensionen. Zwischen der deutschen Synchronisation und der englischen Tonspur gibt es keine nennenswerten Unterschiede. Die Dialoge sind klar und gut verständlich.

EXTRAS

Auf der Rückseite der DVD wird sehr viel Bonus-Material angekündigt. Dabei handelt es sich jedoch zumeist nur um Masse statt Klasse. Am besten ist noch der Audiokommentar von Rob Schmidt (Regie), Eliza Dushku (Darstellerin) und Desmond Harrington (Darsteller), der jedoch auch nur durchschnittlich ist. Neben vielen Wiederholungen – mehr als einmal bekommt man zu hören, dass der Film im Stile der 70er-Jahre Horrorfilme wie “Texas Chainsaw Massacre” gemacht wurde – blödeln die drei über weite Strecken herum. Das ist teilweise unterhaltsam und teilweise auch völlig uninteressant. Daneben liefern sie auch noch ein paar Informationen zu den Dreharbeiten sowie zu den Testvorführungen, die sehr interessant sind. Neben dem durchwachsenen Audiokommentar bietet die DVD verschiedene, sehr kurze Beiträge über einzelne Aspekte des Films. Unter anderem sind “Frischfleisch: Die Make-Up Effekte” (4 Minuten), “Stan Winston: Herr der Monster” (4 Minuten) und noch ein paar mehr in ähnlicher Länge enthalten. Alle lösen nicht das ein, was ihr Titel verspricht. Vielmehr handelt es sich um das Promotionsmaterial, das nach einer Filmproduktion immer für das Fernsehen angefertigt wird. Dieses hat man kurzerhand in viele Einzelteile zerlegt, Überschriften gefunden, die thematisch passen sollen und nun befindet es sich als Bonus-Material auf der DVD. Wie üblich besteht es aus Inhaltsangaben des Films und aus Sätzen wie: “Ich liebe Horror Filme”. Einen Informationsnährwert gibt es nicht. Das gleiche gilt für die Interviews mit Darstellern und Crewmitgliedern. Jeder sagt etwa einen Satz, den man sich in seiner Banalität auch selbst hätte ausdenken können, ohne den Film gesehen zu haben. Das “Behind the Scenes”-Material ist in sofern durchaus sehenswert, als die zentrale Szene auf der Flucht vor den Bergbewohnern einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen ist. Um sie zu realisieren hat man einen künstlichen Wald in einem Filmstudio aufgebaut. Zwei Szenen des Films sind in verlängerten Versionen enthalten. Das ist zwar nicht weltbewegend aber ganz nett. Nervend allerdings, das die eine verlängerte Szene durch ein endlose Reihe von verschiedenen Takes der Szene eingeleitet wird. Man sieht also mehrfach hintereinander dasselbe, was doch wenig interessant ist. Darüber hinaus bietet die DVD die üblichen Extras wie Trailer, Fotogalerie und Biographien.

FAZIT

Der sehr gute Film – eine harte und spannende Hommage an das Horror-Kino der 70er Jahre – wurde in sehr guter Qualität auf die DVD übertragen. Wegen des Bonus-Materials sollte sich aber niemand die DVD zulegen, der Film muss überzeugen.



Stefan Dabrock


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