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Wutprobe, Die   

Wutprobe, Die
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Original: Anger Management   (USA, 2002)
Laufzeit: 101 Minuten (PAL)
Studio: Columbia Tristar
Regie: Peter Segal
Darsteller: Jack Nicholson, Adam Sandler, Marisa Tomei, Luis Guzman, Woody Harrelson u.v.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch,Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, Tr, Ar
Extras: Kommentar, Deleted Scenes, Making of u.v.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 2 / 2 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Die Nervensägen!"

Dave Buznik (Adam Sandler) ist eine echte Lusche. Richtigen Ärger und Demütigungen frisst er in sich hinein als wären es Schokoladenkekse. Das geht schon seit seiner frühesten Kindheit so. Selbst als Erwachsener ordnet er sich immer unter, selbst wenn er im Recht ist. Einstecken ist wahrlich seine große Stärke. Jedenfalls bis zu jenem schicksalhaften Tag als er die Praxis von Dr. Buddy Rydell (Jack Nicholson) betreten muss. Nach einem peinlichen Missverständnis muss er gerichtlich verordnet an dessen “Agressionstherapie” teilnehmen. Buzniks passiv aggressives Verhalten macht ihn bald zum “Star” in dieser Chaoten-Truppe und erfordert bald Rydells ganz besondere Aufmerksamkeit. Der Doktor zieht bei Dave ein und beginnt sein Leben auf unangenehme Weise umzukrempeln. Nach einigen peinlichen Eskapaden scheint der Therapeut auch noch ein Auge auf die attraktive Freundin Linda (Marisa Tomei) seines Patienten geworfen zu haben. Ob sich der zahme Vulkan Buznik dabei noch im Griff haben kann? In den Händen von überdrehten Comedy-Genies wie den Farrelly-Brüdern wäre die “Wutprobe” sicherlich ein Meilenstein geworden. Die haben aber schon mit “Ich, Beide und Sie” einen wunderbaren Film über unterdrückte Agressionen mit daraus resultierender Schizophrenie gedreht. So dümpelt die Regie-Arbeit von Peter Segal einfach zwischen plattem Klamauk und wenigen hinreißenden Szenen, die mit einigen sehr guten Abrechnungen in Sachen “Political Correctness” versehen sind, dahin. Da kann auch der immer coole und manisch witzige Jack Nicholson (Der “Joker” lässt schön grüßen!) nichts dran ändern. Adam Sandler spielt ohne große Allüren wieder mal den einzigen Charakter in seinem Repertoire. Seine Fans dürfte das wohl freudig stimmen, aber eine Abwechslung wäre vielleicht auch mal nicht schlecht?

BILD

Wutprobe, Die

Der anamorphe Widescreen-Transfer (2.40:1) erfreut sich eines strahlenden Pracht. Die Vorlage zu dem neuen Film ist im besten Zustand und keine Anzeichen von Dreckspuren oder Dropouts. Die Schärfe des Films ist sehr gut auch wenn sich um Konturen die Rauschfilter ein wenig bemerkbar machen. Der Kontrast ist in stark hellen Bereichen ein wenig hoch, was allerdings kaum negativ auffällt. Trotz der schon erwähnten Filter befindet sich ein leichtes Hintergrundrauschen im Bild. Die Farben sind kräftig aber nicht unnatürlich überbetont. Der Schwarzlevel ist tief aber trotzdem sehr detailreich. Die Kompression hält digitale Artefakte und Blockrauschen fein zurück. Ein guter Transfer.

TON

Wutprobe, Die

Für einen Komödiensoundtrack bringt “Die Wutprobe” eine gute atmosphärische Dolby Digital 5.1 Abmischung mit. Zwar konzentriert sich der Film hauptsächlich auf die Dialoge und die Frontstage, aber einzelne Szenen wie z.B. am Flughafen oder in den Bars geben auf den Effektekanälen eine ordentliche Atmosphäre wieder. Der Tiefbass kommt so gut wie nicht zum Einsatz. Auch die Surroundaktivität begrenzt sich aufgrund des Materials eher auf ein Minimum. Nur die Musik verteilt sich sehr seicht über die komplette Soundstage. Die Gefahr von störenden Überlappungen ist dabei an sich schon sehr gering und wird von der Abmischung komplett verhindert. Die Dialoge sind immer gut verständlich. Gut.

EXTRAS

Der Audiokommentar von Regisseur Peter Segal und seinem Star Adam Sandler dürfte einer der so ziemlich überflüssigsten Kommentare seit langem sein. Ohne wirklich informativ zu sein, schwafeln die beiden über belangloses Zeug und ziehen sich gegenseitig ein wenig auf. Dabei wiederholen sie vielfach das Geschehen auf dem Bildschirm und heben einige Personen aus dem Hintergrund von Szenen hervor, die sie selbst kennen. Zwar schlafen Sandler und Segal beim Reden nicht ein, aber der Track ist eine echte Gähn-Nummer. Das 18-minütige Making-of ist allerdings eine recht gelungene und kompakte Dokumentation, die tatsächlich einen hintergründigen Blick auf den Film und seine Entstehung wirft. Mit reichlich Behind-the-Scenes Material versehen ist dies wirklich eine angenehme Überraschung. Jack Nicholson ist hier aber leider nicht in den Interviews vertreten. Dafür gibt es aber eine fünfminütige Lobhudelei auf den Schauspielveteran unter dem Titel “Jack Nicholson ist Buddy Rydell”. Insgesamt vier geschnittene Szenen befinden sich in etwas dürftiger Qualität und Widescreen auf der Scheibe. Abgesehen von einer erweiterten Szene mit John McEnroe kann man dieses Material getrost vergessen. Auch das ca. vierminütige Blooper-Reel ist nur mäßig lustig. Das mitgelieferte interaktive Fragespiel zum eigenen “Anger-Management” ist schlichtweg überflüssig. Zum Schluss gibt’s auch noch den Kinotrailer zu sehen.

FAZIT

Als eher durchschnittliche Komödie ist “Die Wutprobe” ein guter Film für einen regnerischen Nachmittag. Die DVD bietet solide Qualität aber inhaltlich eher magere Extras. Zur “Agressionstherapie” muss deshalb aber wirklich niemand.



Kay Pinno


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