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REVIEWS



Alamo   

Alamo
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Original: The Alamo   (USA, 2004)
Laufzeit: 131 Minuten (PAL)
Studio: Buena Vista
Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Dennis Quaid, Billy Bob Thornton, Jason Patric, Patrick Wilson u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS Deutsch DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Hinter den Kulissen, geschn. Szenen u.m.
Preis: ca. 20 €
Wertung: 1 / 1 / 3 (Bild/Ton/Extras)


"Mission Texas"

Im Jahr 1836 verteidigen 183 Menschen die ehemalige Missionsstation Alamo gegen eine Übermacht der mexikanischen Armee, die von General Santa Anna angeführt wird. Der Alamo bildet das Einfallstor nach Texas, das zunehmend nach Unabhängigkeit von Mexiko strebt. Die Führungspersönlichkeiten William Travis von der regulären Armee, James Bowie, Anführer der Miliz, und der legendäre Trapper David Crockett harren in der belagerten Mission aus, während der texanische General Sam Houston versucht, eine schlagkräftige Armee auf die Beine zu stellen, die den Eingeschlossenen zu Hilfe kommen kann. Erste Scharmützel zwischen Texanern und Mexikanern bilden das Vorspiel zur alles entscheidenden Schlacht um den Alamo. Während es sich Santa Anna in überheblicher Manier gut gehen lässt, brechen im inneren der Mission Streitigkeiten über das richtige Vorgehen aus. Die Lage wird immer gespannter. Der Kampf um den Alamo ist eine der wichtigsten Legenden der amerikanischen Geschichte. Umso erstaunlicher ist es, mit wie wenig Pathos John Lee Hancock die epische Geschichte inszeniert hat. Profilneurotische Streitigkeiten unter den zentralen Figuren der Eingeschlossenen sorgen ebenso für ein ambivalentes Bild der damaligen Ereignisse, wie die Verteidigung in ein nüchternes Licht gesetzt wird. Bevor General Santa Anna zum entscheidenden Sturm auf den Alamo bläst, begnügen sich die Mexikaner mit kleinen Sticheleien, die mehr psychologischen Charakter haben. Der Film erzählt von einer klassischen Belagerung, die keinen Raum für die Legende des kleinen Häufleins texanischer Helden bietet, welche bravourös den Alamo im Schlachtengetümmel gegen die mexikanische Übermacht gehalten haben. Stattdessen liefert “Alamo” die nervenaufreibende Spannung, welche die unerträgliche Situation für die Texaner bedeutete. Dem stellt er den überheblichen General Santa Anna entgegen, der seine verdorbene Genusssüchtigkeit vor den Toren der Mission auslebt. Dieses Spannungsfeld definiert letztlich den Rahmen für den geschichtlichen Ausgang im weiteren Verlauf. Heimatverbundenheit – auch wenn die Menschen deutliche Schwächen zeigen – setzt sich bei dieser Lesart gegen die Arroganz des Herrschers durch. Die absolutistischen Allüren eines Santa Anna gehören einem anderen Zeitalter an, das sich langsam seinem Ende entgegen neigt.

BILD

Alamo

Bei aktuellen Filmen liefert Buena Vista fast immer eine exzellente Bildqualität. Das ist bei “Alamo”, der leider nicht in den deutschen Kinos zu sehen war, nicht anders. Die Vorlage ist über jeden Zweifel erhaben und präsentiert sich blitzblank mit einer ausgezeichneten Schärfe. Auch kleinste Details sind gut erkennbar. Dafür sorgt auch der hervorragende Kontrast, der einen tiefen Schwarz-Level bietet, ohne Bildaspekte zu verschlucken. Die Nachtaufnahmen sehen teilweise großartig aus. Vor allem die nächtliche Schlacht um den Alamo liefert brillante Bilder, die das Geschehen stets übersichtlich halten. Rauschmuster sucht man vergeblich.

TON

Alamo

Auch der Ton weiß zu gefallen. Die beiden 5.1-Spuren sorgen im ersten Teil des Filmes dafür, dass alle Dialoge rauschfrei und gut verständlich aus den Boxen kommen. Surroundeffekte gibt es hier nur wenige. Die Stunde des 5.1-Sound schlägt maßgeblich in der Schlacht um den Alamo. Druckvoll verteilen sie die Geräusche auf die Boxen, so dass eine dynamische, räumliche Kulisse entsteht.

EXTRAS

Die 20minütige Dokumentation “Hinter den Kulissen des Alamo” bietet vor allem Einblicke in die technischen Hintergründe der Produktion. Special Effects, Statisterie und Kameraarbeit der aufwendigen Produktion werden lebendig. Vor allem die Erläuterungen zur eingesetzten Spider-Cam, einer an Drahtseilen schwebenden Kamera, sind hochinteressant. Eine fünfminütige Featurette (“Tour durch den Set”) zeigt die enormen Ausmaße des Drehortes. Drei der vier Unveröffentlichten Szenen widmen sich einem Handlungsstrang, der den mexikanischen General Santa Anna als Schwerenöter charakterisiert. was im Film nicht unbedingt enthalten sein musste, ist isoliert durchaus amüsant. Die letzte Unveröffentlichte Szene zeigt David Crockett beim mexikanischen Kerzentanz.

FAZIT

Erstaunlich unpathetisch erzählt John Lee Hancock die Ereignisse um die Verteidigung des Alamo. Die historische Szenerie wird als psychologisch spannendes Belagerungsstück lebendig. Technisch ist die DVD auf Spitzenniveau.



Stefan Dabrock


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