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Homecoming   

Homecoming
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Original: Homecoming   (USA, 2005)
Laufzeit: 56 Minuten (PAL)
Studio: Splendid
Regie: Joe Dante
Darsteller: Jon Tenney, Robert Picardo, Thea Gill, Ryan McDonell u.v.a.
Format: 1.78:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD5.1 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Extras: Behind the Scenes, Biographie
Preis: ca. 17 €
Wertung: 2+/ 2 / 4- (Bild/Ton/Extras)


"Zombies im Wahl-Rausch!"

Richtig gelesen lieber Leser: in “Homecoming” haben die Untoten ihren fehlgeleiteten Urtrieb nach dem unstillbaren Hunger auf ein anderes verkümmertes Verhalten reduziert - das Wählen. Im Irak-Krieg verstorbene Soldaten kehren ins Leben zurück, um an der Heimatfront den Verantwortlichen jetzt gehörig Feuer unter dem Hintern zu machen. Auslöser dieser seltsamen Widererweckungswelle scheint der republikanischen PR-Manns David Murch (Jon Tenney) zu sein. Er hat sich bei einer Live-Sendung im TV als Ausrede gegenüber einer Soldatenmutter gewünscht, dass sein in Vietnam gefallener Bruder wieder zurückkehren möchte, damit er ihm sagen könne, dass auch sein Krieg gerechtfertigt war. Auf unterschiedlichste Weise beginnen Murch und sein Boss Rand (ein wie immer herrlich schräger Robert Picardo, der für Regisseur Joe Dante schon einige Male vor der Kamera gestanden hat) nun mit dem Problem der gegen die Politik murrenden Untoten anzugehen. Doch anscheinend gibt es nur ein effektives Mittel gegen “America’s Undead Army”: bei dem Gang zur Wahlurne geben die Zombies nicht nur Stimme sondern auch gleich den Löffel ab. Doch die Politiker basteln an einem Komplott, das natürlich den Zorn der Untoten heraufbeschwören wird. Fast könnte man meinen, dass in Wirklichkeit Michael Moore in einer Joe-Dante-Verkleidung für diese Folge verantwortlich ist. Mit einem Holzhammer haut Dante (“The Howling”, “Gremlins”) dem Zuschauer sein politisches Pamphlet um die Ohren, dass es nur so rauscht. Subtil ist jedenfalls anders. Leider wurde die an sich tolle Idee, die eigentlich aus Bob Clarks und Alan Ormsbys 70-er Jahre Schocker “Dead of Night” stammt, kaum weiterentwickelt. So bleibt der Plot, bis auf ein tragisches Geheimnis in Murchs Vergangenheit, eine eher dröge und spannungsarme Angelegenheit. Einzig Robert Picardo sorgt mit seiner schnodderigen Art immer wieder für etwas bissigen Humor. Deshalb kann hier auch von Horror kaum die Rede sein. Als überdeutliche Politsatire ist “Homecoming” aber äußerst amüsant.

BILD

Homecoming

Das anamorphe Bild (1.78:1) basiert auch hier wieder auf einer guten Vorlage, die keine analogen Rückstände wie Spratzer, Bildpunkte oder Dreckspuren erkennen lässt. Diesmal hat das Bild keine Probleme mit einem schwächelnden Schwarzlevel oder leichter Bildkörnigkeit. Auch das deutliche Zeilenflimmern aus “Deer Woman” ist hier fast völlig verschwunden. Schärfe und Kontrast sind sehr gut und lassen auch Details in Wideshots gut erkennen. Die Farben sind sehr kräftig, was sich besonders in den TV-Studio- und Bar-Aufnahmen zeigt. Die Kompression ist absolut sauber und lässt keine Artefakte oder Ruckeleien auftreten.

TON

Homecoming

Der Dolby Digital 5.1 Track leistet solide Arbeit und nutzt auch für bestimmte Surround-Momente wie verschiedene Hintergrundatmosphären und das Auftauchen der Untoten die Soundstage sehr gut aus. Die etwas prominenter eingesetzte Musik mischt sich ebenfalls gut über alle Kanäle. Die Dialoge sind auf Deutsch natürlich mal wieder stärker in den Vordergrund gemischt, aber auf beiden Tonspuren gibt es keine störenden Überlappungen. Insgesamt ein sehr solider Track, der sporadisch durch gute Surroundausnutzung auffällt.

EXTRAS

Neben einer Biographie zu Joe Dante gibt’s wieder nur ein paar unkommentierte Behind-the-Scenes Clips (zusammen ca. 70 Min.) zu sehen, die allesamt nicht sehr spektakulär sind, aber die eintönige Arbeit am Set mit den vielen verschiedenen Takes einer Szene dokumentieren.

FAZIT

Mit dieser “Michael Moore of the Dead”-Episode verbreitet Joe Dante zwar keinen Horror, aber dafür ein hintergründiges Schmunzeln. Das Bild der DVD ist bisher das Beste aus der Serie. Leider fehlen gegenüber des internationalen Pendants wieder haufenweise Extras wie Audiokommentar und Interviews. Ein Gang in die Videothek dürfte hier also reichen.



Kay Pinno


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