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King Kong (2005) HD - SEE   (BLU-RAY)

King Kong (2005) HD - SEE
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Original: King Kong   (USA / Neuseeland, 2005)
Laufzeit: 202 Minuten (1080p)
Studio: Universal
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Andy Serkis u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: 5.1DTS-HD-Masteraudio Englisch DTS Deutsch, E, Fr, It
Untertitel: Deutsch, Englisch, Fr, It u.v.m.
Extras: Kommentar, PiP-Feature u.m.
Preis: ca. 23 €
Wertung: 1 / 1-/ 3 (Bild/Ton/Extras)


"Insel-Affe XXL!"

Eigentlich war Peter Jacksons „Herr der Ringe“-Verfilmung eine Notlösung. Als 1998 sein erster Versuch, „King Kong“ wieder auf die Leinwand zu bringen, von Universal wegen Roland Emmerichs „Godzilla“ und dem Groß-Primaten-Film „Mighty Joe Young“ gestoppt wurde, nahm er Tolkiens Fantasy-Epos in Angriff. Dass sich dies letztlich als Vorteil erweisen würde, konnte Jackson wohl am allerwenigsten ahnen. Denn erst die neuen Computertechniken, die für die „Herr der Ringe“-Filme entwickelt wurden, lassen seinen neuen „King Kong“ erst richtig lebendig und zum ganz großen Spektakel werden. Die Bewegungen und die Mimik des über acht Meter großen Gorillas wirken dank der Unterstützung von Schauspieler Andy Serkis, der schon für Gollum in „Der Herr der Ringe“ als lebendiges Vorbild für die Computer-Künstler diente, absolut natürlich und letztlich herzzerreißend. Dennoch dürfte Peter Jackson bei einigen Zuschauern mit seinem dreistündigen Monster-Epos etwas über das Ziel hinausschießen. Allein die erste Begegnung der Filmexpedition des skrupellosen Regisseurs Carl Denham (Jack Black) mit den wirklich wilden Eingeborenen auf der unerforschten Insel „Skull Island“ dürfte bei kleineren Zuschauern Alpträume auslösen. Wenn seine Crew schließlich den Fuß hinter die mysteriöse Riesenmauer der Eingeborenen setzt, gibt es in den verbleibenden 120 Minuten keine Atempause aber vor allem auch so gut wie keinen Text mehr. Auf der Jagd nach Kong, dem Denhams Hauptdarstellerin Ann Darrow (Naomi Watts) von den Wilden als Opfer dargeboten wurde, inszeniert Jackson im prähistorischen Insel-Dschungel nur noch eine einzige gigantische Actionsequenz. Der unfassbare Höhepunkt ist ein irrsinniger Kampf zwischen dem Gorilla und einem T-Rex-Trio. Diese trickreich inszenierte Tour-de-Force dürfte selbst Regiekollegen wie Steven Spielberg und George Lucas endgültig den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Bei aller technischen Perfektion sind jedoch einige Actionszenen mit den menschlichen Akteuren im Dschungel immer noch erstaunlich deutlich als Green-Screen-Aufnahmen zu entlarven. Kongs wenige ruhige Szenen mit seinem blonden Verhängnis Ann sind aber letztlich die Momente, in denen „King Kong“ den Zuschauer wirklich für sich gewinnt. Hier verändert Jackson die Beziehung zwischen Blondine und Riesenaffe im Vergleich zum Original grundlegend. Statt wegen einer eindeutig sexuellen Faszination erfreut sich der von vielen Kämpfen vernarbte Kong an seiner neuen Gefährtin, wie der einsame Robinson Crusoe an der Gesellschaft von Freitag. Zudem wird diese liebevolle Freundschaft von Ann erwidert, während gerade ihre furchtvolle Abneigung im Original dem Tod des verliebten Biests eine so tragische Note verlieh. Anns menschliche Liebe zu Denhams Drehbuchautor Jack Driscoll (Adrien Brody) bleibt dazu eine vergleichsweise lauwarme Literaten-Schwärmerei. Über den entscheidenden Kuss kommt das Pärchen nicht hinaus. Die Besetzung von Komiker Jack Black („School of Rock“) erweist sich aber als gelungener Glücksgriff. Sein Carl Denham, der sich von einem besessenen Filmemacher immer mehr in einen wahnsinnig Besessenen verwandelt, scheint fast Jacksons eigene Manie mit der Materie widerzuspiegeln. Als bitterbösen Seitenhieb auf das amerikanische Showbusiness inszeniert er sogar das lächerliche Stammesritual des originalen Films als Bühnenshow für Kongs Auftritt am New Yorker Broadway der 30-er Jahre. Dass der finale Kampf auf dem Empire State Building sowie Kongs letzte Minuten mit Ann schließlich zu lang geraten sind, muss dem neuseeländischen Träumer deshalb als übergroße wie sentimentale Schwärmerei verziehen werden.
Im Gegensatz zu den “Herr der Ringe”-Filmen bietet die um zwölf Minuten verlängerte Fassung von “King Kong” keine große Offenbarung, aber dennoch eine willkommene Ergänzung zur an sich schon respektablen Kinoversion. Etwas besser wurde hier die Ankunft auf Skull Island und Anns erste Flucht vor Kong abgestimmt. Dazu gibt’s vor den Brontosauriern eine erste Untier-Begegnung, die Kennern des Originalfilms sicherlich gefallen dürfte. Die längste neue Szene ist natürlich die berüchtigte “Floßsequenz”, von der ein winziges Stück schon im Trailer aufgetaucht war. Hier kämpfen die Abenteurer zunächst gegen eklige Käfer und schließlich gegen ein riesiges Fischwesen. Interessant unterstrichen wird in der längeren Fassung besonders die dunkle Exploitation-Seite von Carl Denham, der ordentlich draufhält, wenn’s blutig wird. Auch ein neues memorables Zitat am Ende der Spider-Pit-Sequenz setzt den irren Showman in ein düsteres Licht. Warum der Film nicht von vornherein so in die Kinos gekommen ist, dürfte wohl ein Geheimnis der Marketingabteilung bleiben, da es bei dieser Filmlänge auf die zusätzlichen paar Minuten sicherlich nicht angekommen wäre. Sicherlich ist aber auch bei “King Kong” die längere Fassung gelungener, weil der Plot-Fluss an ein paar Stellen einfach besser abgestimmt wurde.

BILD

King Kong (2005) HD - SEE

Der neue HD-Transfer von "King Kong" ist ein visueller Hochgenuss, der das Maximum aus der perfekten Vorlage herausholt und nochmals einen Quantensprung zur DVD darstellt. Der anamorphe Transfer (2.35:1) lässt dabei sowohl den großen Detailreichtum des Films aber auch einen Großteil des Greenscreen-Actings deutlich besser zum Vorschein kommen. Schärfe und Kontrast sind durchgängig gigantisch gut und werden nur an einigen Stellen mit einem absichtlich weicheren Look gemindert. Die Farben sind extrem stark und springen förmlich vom Bildschirm. Dabei lassen sie sowohl das düstere New York der 30-er Jahre als auch den knallgrünen Dschungel von Skull Island gut zur Geltung kommen. Der Schwarzlevel ist ebenfalls sehr tief, aber trotzdem ausreichend detailreich. Leider zeigt die höhere Auflösung in den stark zusammengestellten Effekte-Szenen wie der Brontosaurier-Stampede deutlich die künstliche Natur des Geschehens erkennen. Dies beschränkt sich allerdings auf nur wenige Szenen. Die Kompression arbeitet durchgängig stabil und liefert solide Hintergründe ohne Rauschen und Ruckeln. Sehr gut.

TON

King Kong (2005) HD - SEE

Im Gegensatz zu den eher schwächeren Tonspuren der DVDs liegen die DTS-Tracks und besonders der englische DTS-HD-Masteraudio-Track der Blu-Ray ganz weit vorne. Bereits in den ersten Minuten in New York wird die brillante Dynamik der Tonspuren deutlich. Klar und deutlich werden auch kleinste ambiente Geräusche in der gesamten Soundstage verteilt. Dazu wird die Musik sehr gut in das gesamte Klangbild integriert und erfüllt den Raum ebenfalls völlig umgreifend. Die Dialoge sitzen deutlich in der Frontstage, aber wandern auch schon mal passend in die Surroundkanäle.
Sobald der Tumulut auf Skull Island losgeht, befindet sich der zuschauer ebenfalls mitten im Geschehen. Wenn die Trommeln der Insulaner nach Kong rufen, fühlt es sich an, als ob man daneben stehen würde. Die monströsen Begegnungen haben jetzt endlich ordentliche Bass-unterstützung und bringen das Heimkino zum Beben. Einziger schwachpunkt der Abmischung sind die Gewehrschüsse, die sich zu leise und kraftlos, ja fast wie Erbsenpistolen anhören. Dies passt überhaupt nicht in die ansonsten großartige Soundkulisse. Echtes Demomaterial fürs Heimkino.

EXTRAS

War die 3-Disc DVD Special Edition noch vollgepackt mit zahlreichen Extras, so muss die Blu-Ray leider etwas zurückstecken.
Neben der Option, sowohl die Kinofassung als auch die Extended version anzuschauen, sind nur noch der gute Audiokommentar von Peter Jackson und Co-Autorin Philipa Boyens übrig geblieben.
Per U-Control lassen sich auch parallel zum Film per PiP-Mode einige sehr kurze Schnipsel des "Making of" und ein paar Artwork-Bilder einblenden.
Ansonsten bietet die Blu-Ray die üblichen Markierungsmöglichten für Favoriten-Szenen, die separat abgespielt werden können.
Trotz Fehlens der essentiellen Extras wie dem großen "Making of" hätten auf der Scheibe sicherlich noch die Deleted Scenes Platz gehabt, die stark vermisst werden.

FAZIT

War die Kinofassung von Peter Jacksons "King Kong" bereits auf HD-DVD erhältlich, bekommt man mit der neuen Blu-Ray nun gleich beide Fassungen des Films in exzellenter Qualität. Leider wurde aber die Chance verpasst, eine ultimative Special Edition des Films zu erstellen. Die Extras der Scheibe beschränken sich nur auf das Nötigste. Dennoch ist ein Upgrade für Besitzer der DVD absolute Pflicht, da die Blu-Ray perfektes Demo-Material für's Heimkino liefert.



Kay Pinno


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