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Zwei Minuten Warnung   

Zwei Minuten Warnung
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Original: Two-Minute Warning   (USA, 1975)
Laufzeit: 115 Minuten (PAL)
Studio: Koch Media
Regie: Larry Peerce
Darsteller: Charlton Heston, John Cassavetes, Martin Balsam, Jack Klugman u.v.a.
Format: 2.35:1 Widescreen (16:9)
Ton: DD2.0 Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Extras: Super-8-Fassung, Trailer
Preis: ca. 15 €
Wertung: 2-/ 4 / 3- (Bild/Ton/Extras)


"Schützen-Fest"

In den 70-er Jahren hatte eine grausige Vorstellung die Gemüter in den USA zutiefst in Erschrecken versetzt: irre Scharfschützen, die anonym und wahllos Menschen in Großstädten erschießen! Sicherlich lose inspiriert durch den berüchtigten Zodiac-Killer, der schon als Vorbild für "Scorpio" in "Dirty Harry" herhalten musste, gibt es in "Zwei Minuten Warnung" ebenfalls einen schießwütigen Irren, der mit einem Gewehr auf den Anzeigenturm des L.A. Coliseums steigt - am Super-Bowl-Sonntag!
Das mit diesem Knaben nicht zu scherzen ist, zeigt bereits die Eröffnungssequenz, bei der er einen unbekannten Radfahrer von seinem Hotelzimmer aus erschießt. Diesen Vorfall nimmt der zuständige Captain Holly (Charleton Heston) erstmal nicht so richtig ernst. Erst als die Kameras beim laufenden Super-Bowl zufällig den unbekannten Gewehrträger auf dem Turm erhaschen, schwant dem kommandierenden Polizist Übles. Zur Verstärkung vor Ort holt sich Holly gleich ein SWAT-Team von Sonnenbrillenträgern unter der Leitung von Seargant Button (John Cassavetes) hinzu, um Schlimmeres zu verhindern.
Statt eines gewagten Katz- und Mausspiels schafft es Regisseur Larry Peerce eine banale wie grenzenlos langweilige Rekonstruktion eines Super-Bowl-Sonntags abzuliefern. Typisch für den 70-er Jahre Katastrophenfilm werden hier verschiedene Einzelschicksale (ein Zocker in der Klemme, ein Familienvater in der Klemme, eine heiratswütige Freundin in der Klemme und eine Frau in der Klemme zwischen zwei lüsternden Lümmeln) vorgeführt, die aber nicht wie sonst üblich zusammenlaufen, um in der gemeinsamen Gefahrensituation gegeneinander ausgespielt zu werden. Hier laufen alle Erzählstränge nur parallel und absolut nervtötend langatmig nebeneinander her, ohne wirklich irgendwohin zu führen. Dies mag zwar realistischer sein - einen guten Film macht dies allerdings nicht aus.
Erst in der letzten Viertelstunde spielt "Zwei Minuten Warnung" alle seine Trümpfe aus und liefert ein wirklich krasses Amok-Szenario, das seinesgleichen sucht. Passend dazu wird dem Film zum Schluss leider noch ein erzreaktionärer Stempel aufgedrückt, den er eigentlich gar nicht verdient hat.

BILD

Zwei Minuten Warnung

Der neue anamorphe Widescreen-Transfer (2.35:1) basiert auf einer guten Vorlage, die kaum analoge Rückstände wie Kratzer oder Bildpunkte aufweist. Schärfe und Kontrast sind sehr solide, aber können mit aktuellen Produktionen nicht mithalten. Dies liegt natürlich auch an dem fast ausschließlich an originalen Schauplätzen gedrehten Film. Viele der Stadion- und Luftaufnahmen sind deutlich am Filmkorn zu erkennen. Die Farben sind kräftig, aber nicht überbetont und unterstützen den eher realistischen Gesamtlook des Films. Der Schwarzlevel ist ordentlich tief, aber trotzdem detailreich. Die Kompression arbeitet solide und liefert ein stabiles wie rauschfreies Erlebnis. Gut.

TON

Zwei Minuten Warnung

Die aufpolierten Monotracks in DD2.0 sind sehr gut aufgeräumt worden und lassen nur wenig Rauschen vernehmen. Die Dialoge sind gut verständlich und werden nicht durch analoge Störungen geschmälert. Der deutsche Ton hat hier sogar ein wenig die Nase vorn, da die Dialoge hier deutlich mehr im Vordergrund liegen, während die englischen Dialoge schon mal eher mit den Umgebungsgeräuschen verschmelzen. Insgesamt eine solide Präsentation, die sich auch gut über Mehrkanal-Stereo anhören lässt.

EXTRAS

Als einizige Extras zum Film gibt es den originalen Kinotrailer und die (kurze) deutsche Super-8-Fassung des Films zu sehen. Diese kurze Variante des Films zeigt, wie viel Tempo der Streifen tatsächlich gehabt haben könnte.

FAZIT

"Zwei Minuten Warnung" ist ein Klassiker des 70-er Jahre Katastrophenfilms, dessen Hintergrundgeschichte sicherlich auch von dem Zodiac-Killer inspiriert wurde. Leider hält der Film dem heutigen Auge nicht mehr so gut stand und kann nur noch durch sein furioses Finale begeistern. Die DVD von Koch bietet dazu einen soliden Transfer.



Kay Pinno


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