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Max Payne (Unrated)   (BLU-RAY)

Max Payne (Unrated)
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Original: Max Payne   (USA, 2008)
Laufzeit: 103 Min. (1080p)
Studio: Twentieth Century Fox
Regie: John Moore
Darsteller: Mark Wahlberg, Beau Bridges, Mila Kunis, Chris O'Donnell u.v.a.
Format: 2.40:1 Widescreen (16:9)
Ton: DTS-HD-Masteraudio 5.1 Englisch DTS Deutsch, It, Spa
Untertitel: Deutsch, Englisch, It, Spa
Extras: Kommentar, Making of, animierter Comic u.m.
Preis: ca. 25 €
Wertung: 2+/ 1-/ 2 (Bild/Ton/Extras)


"Schmerzgrenze"

Als Videospiel ist "Max Payne" ein Genre-Highlight - ein Ziel, das der Film von John Moore leider um Lichtjahre verfehlt. Trotz einer gekonnten Über-Stilisierung der Bilder, die die Noir-Comic-Atmosphäre transportieren soll, fehlt dem Film jedoch das, was sowohl das Computerspiel als auch Max Payne selbst bestimmte: die Seele!
Dazu vergingen sich die Drehbuchspezialisten an der an sich schon einfach aber konsequent gestrickten Geschichte des Spiels. Nur eins blieb: die Familie von Polizist Max Payne (Mark Wahlberg) fällt auch im Film einer Bande Verbrechern zum Opfer. Versetzt in die Cold Case Abteilung versucht Max immer noch das Rätsel um den tragischen Tod seiner Familie zu lösen. Dabei stößt er auf den Straßen New yorks auf eine seltsame Droge namens Valkyr, die ihre Opfer in halluzinatorische Wahnvorstellungen abdriften lässt. Die Spur der Droge führt schließlich zu einem irrsinnigen Killer und zur alten Firma von Max ermordeter Frau.
Wenigstens einen Hauch von Atmosphäre verbreitet der für 35 Millionen Dollar produzierte Hochglanz-Mumpitz, der ansonsten in einem spannungslosen Sumpf aus unaufgeregter Langeweile versinkt. Darüber können auch keine Zeitlupen-Ballerorgien hinwegtäuschen. Wahlberg schlafwandelt mit eiserner Miene durch die Trümmerlandschaften, während Milas Kunis Russin auf Rachefeldzug an Einfallslosigkeit kaum mehr zu übertrumpfen ist. Zwar ist "Max Payne" kein Totalausfall wie "Hitman" geworden, aber leider verdammt nah dran. Da hätte sich Regisseur John Moore doch lieber ein paar unsinnige "Walküren"-Szenen gespart und sich lieber mehr Gedanken um sein Drehbuch gemacht. Schmerz lass nach.
Für die Blu-Ray hat Fox die um drei Minuten verlängerte Unrated Fassung auf die Scheibe gepresst.

BILD

Max Payne (Unrated)

Der hochauflösende anamorphe Widescreen-Transfer (2.40:1) basiert auf einer sehr guten Vorlage und liefert ein absolut starkes und kontrastreiches Bild. Die Schärfe ist ebenfalls sehr gut, aber wird etwas durch die überkontrastierten wie teilweise desaturierten Bilder geschmälert. Die Farben sind generell kräftig und sichern dem Film seinen intendierten Comic-Look. Der Schwarzlevel ist extrem tief und dank der hohen Auflösung trotzdem sehr detailreich. Die Kompression arbeitet suaber und liefert ein stabiles wie artefaktfreies Bild. Fast sehr gut.

TON

Max Payne (Unrated)

Der DTS-HD Track ist schon eine echte Wucht und liefert von Anfang an gutes Surroundmaterial. Die "Walküren" scheinen tatsächlich durch die gesamte Soundstage zu flattern und selbst die verschneite Nacht in der Großstadt wird soundeffekttechnisch gut in den Surroundkanälen präsentiert. Wird die Action onscreen ballistisch, dann pumpt sich auch der Bass ordentlich mit auf und lässt das Wohnzimmer ordentlich erschüttern. Die Dialoge sind gut in der soundstage verteilt und liefern einen guten homogenen Eindruck. die Musik ist ebenfalls gut in die gesamte Soundkulisse integriert. Störende Überlappungen treten nicht auf.
Eine Besonderheit fiel jedoch beim Abspielen des DTS-HD Tracks über den analogen 7.1 Ausgang auf. Dieser produzierte in regelmäßigen Abständen kleine Aussetzer, die nicht reproduzierbar waren. Ob dies an der Pressung oder am Player lag, konnte nicht festgestellt werden. Über den optischen Digitalausgang lief der Ton allerdings normal.

EXTRAS

Die Blu-Ray von Fox geizt nicht mit Extras. Zum Film ist ein Audiokommentar mit Regisseur John Moore, Production Designer Daniel Dorrance und Visual Effects Supervisor Everett Burrell. Wie aus dem Personal ersichtlich ist, bleibt der Track hauptsächlich auf der technischen Ebene der Produktion. Gemeinsam erörtern die drei Teilnehmer relativ dröge, wo und wie per Computertechnik getrickst wurde. Für Technik-Buffs ist der Track ganz nett.
Das zweiteilige "Making of" läuft zusammen ca. eine Stunde und geht einen ungewöhnlichen Weg. Statt redundant über den Film und dessen Entstehung zu berichten, entpuppt sich dieses Extra als echte Dokumentation über die Crew von "Max Payne". In unzensierten Interviewschnipseel wird ähnlich einer Doku-Soap das Leben am Set beleuchtet, wobei von den Stars bis zu den Praktikanten die gesamte Bandbreite der Mitarbeiter abgedeckt. Erfrischend anders, aber eher wenig informativ.
Die "Michelle Payne Graphic Novel" (ca. 13 Min.) ist leider kein echter animierter Comic, sondern eher eine hochstilisierte und animierte Photostory, die die Hintergrunsdgeschichte von Max' Frau zeigt.
Per "Bonus View" kann man sich zusätzlich während des Films einige Behind-the-Scenes Aufnahmen einblenden lassen, von denen aber auch schon etwas im "Making of" zu sehen war. Wenig spannend und eher überflüssig.

FAZIT

"Max Payne" dürfte sicher für den ein oder anderen ein echter Guilty Pleasure Film sein. Dennoch kann der Film seine offensichtlichen Schwächen nicht verbergen. Dafür liefert die Scheibe von Fox ein exzellentes Bild, bombastischen Ton und eine solide Portion an Extras.



Kay Pinno


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